Ungewisse Zukunft

Bike-Store kämpft sich durch die Insolvenz - Betrieb bleibt zunächst geöffnet

Trotz Insolvenz: Der Bike-Store Friedewald empfängt Kunden nach der Winterpause wieder in seinen großzügigen Räumen.
Archivfotos: O|N

07.01.2026 / FRIEDEWALD - Der Bike-Store in Friedewald (Landkreis Hersfeld-Rotenburg), eines der größten Fahrradgeschäfte in Osthessen, hat Insolvenz angemeldet. Trotz dieser finanziellen Herausforderung bleibt der Geschäftsbetrieb des Unternehmens bestehen. Nach der turnusmäßigen Winterpause öffnet das Fachgeschäft für Fahrräder, E-Bikes und Zubehör ab sofort wieder seine Türen. Auch die Werkstatt- und Serviceleistungen stehen den Kunden wie gewohnt zur Verfügung.



Die 650 Quadratmeter große Ausstellungsfläche, ergänzt durch 800 Quadratmeter Lagerfläche und eine rund 350 Quadratmeter große Werkstatt, bleibt weiterhin Dreh- und Angelpunkt für Fahrradbegeisterte aus der Region. Gegründet im Sommer 2021, hat sich der Store schnell als bedeutender Anbieter in Osthessen etabliert. Die Lage an der Straße "Im Rötchen" direkt neben dem Autobahnzubringer ermöglicht Kunden einen bequemen Zugang.

Details bleiben der Öffentlichkeit verwehrt

"Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich nach den ersten Tagen noch keine belastbaren Aussagen treffen kann. Ohnehin sind Details der wirtschaftlichen Lage aufgrund der Verschwiegenheit und der Nichtöffentlichkeit des Verfahrens nicht ohne Weiteres preiszugeben", erklärt Dr. Martin Linsenbarth, der vom Amtsgericht Bad Hersfeld als vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt wurde.

Als Hauptgründe für die Insolvenz nennt der Jurist dennoch die veränderten Marktbedingungen: "Als Hauptgründe für die Insolvenz sehe ich neben dem rückläufigen Umsatz insbesondere die sich ändernden Marktbedingungen an. Die gegenwärtige Insolvenzwelle unter Fahrradhändlern in Deutschland ist das Ergebnis einer Kombination aus nachlassender Nachfrage nach dem Pandemie-Boom, überhöhten Lagerbeständen, aggressiven Preiskämpfen, hoher Inflation und Konsumzurückhaltung, Kostensteigerungen sowie strukturellen Veränderungen im Handel. Hinzu treten branchenspezifische Effekte wie das Abflachen des Leasinggeschäfts und die Konkurrenz durch neue Marktteilnehmer."

Mitarbeiter können zunächst durchatmen

Der laufende Betrieb wird weiterhin überwacht: "Der Geschäftsbetrieb kann derzeit ohne Einschränkungen fortgeführt werden, da im Insolvenzeröffnungsverfahren unter meiner Aufsicht die Verwertungschancen und der Erhalt von Arbeitsplätzen geprüft werden und die Lieferantensicherung sowie der Warenbezug gewährleistet sind." Für die Beschäftigten, darunter drei Mitarbeiter neben dem Geschäftsführer, ist die Lohnzahlung durch das Insolvenzgeld abgesichert.

Zukunft ungewiss

Die Zukunft des Bike-Stores bleibt dennoch von Ungewissheit geprägt: "Die dauerhafte Fortführung des Unternehmens kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend bewertet werden. Die Prüfung entsprechender Optionen wird jedoch mit hoher Priorität betrieben." Erste Gespräche mit potenziellen Investoren und Geldgebern laufen bereits, und Dr. Linsenbarth rechnet damit, dass innerhalb der nächsten Monate eine Entscheidung über den weiteren Fortgang getroffen werden kann.

Mit dieser Mischung aus Betriebssicherung, laufender Marktanpassung und Investorensuche zeigt der Bike-Store Friedewald, dass trotz Insolvenz eine Perspektive für Kunden und Mitarbeiter besteht. (Constantin von Butler) +++

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