Polizei warnt vor Falschmeldung
Nach Crash in Bushaltestelle: Der Held von Gießen wird als Täter angefeindet
Fotos: Rene Kunze
03.01.2026 / GIEßEN -
Zwei Tage vor Heiligabend ist ein Mann mit seinem Audi in eine Bushaltestelle in Gießen gerast - der Vorfall erschütterte. Vier Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Noch immer sind die genauen Hintergründe unklar. Die Polizei warnt jetzt vor einer kursierenden Falschdarstellung. Der 29-jährige Fahrer eines BMW war nicht der Verursacher. Im Gegenteil. Er war der Held des Abends.
"Der 29-jährige BMW-Fahrer handelte nicht als Täter, sondern als couragierter Zeuge. Nachdem sein Fahrzeug zuvor von dem Audi gerammt worden war, folgte er diesem, stellte sein Fahrzeug so ab, dass eine Weiterfahrt verhindert wurde, und hielt den flüchtigen Audi-Fahrer bis zum Eintreffen der Polizei fest. Dabei zog er sich selbst leichte Verletzungen zu. Sein Eingreifen trug maßgeblich zur Festnahme des Tatverdächtigen bei", teilt die Polizei mit.
Entgegen zahlreicher Behauptungen in sozialen Medien war deshalb nicht der 29-jährige Fahrer eines BMW aus Gießen Verursacher der schweren Verletzungen an der Bushaltestelle auf der Südanlage. Verantwortlich für das Geschehen ist vielmehr ein 32-jähriger Fahrer eines Audi, der nach mehreren Verkehrskollisionen mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit und rücksichtslos weiterfuhr, hierbei mehrere Personen verletzte und erheblichen Sachschaden verursachte. Der Mann wurde noch am selben Tag festgenommen und am nächsten Tag in eine forensische Klinik eingewiesen.
Polizei: "Zivilcourage verdient Anerkennung und keinen öffentlichen Angriff"
Die Polizei stellt ausdrücklich klar: "Der 29-jährige Gießener hat keine Straftat begangen. Ihn als Täter zu bezeichnen, ist falsch und entbehrt jeder Grundlage. Der Mann sieht sich derzeit in sozialen Netzwerken massiven Anfeindungen, Bedrohungen und Beleidigungen ausgesetzt. Die Polizei warnt eindringlich davor, falsche Beschuldigungen, beleidigende Inhalte, Bedrohungen oder Hasskommentare gegen unbeteiligte Personen weiterzuverbreiten. Solche Äußerungen können strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, unter anderem wegen übler Nachrede, Verleumdung oder Bedrohung."Die Polizei appelliert an die Öffentlichkeit, Informationen aus sozialen Netzwerken kritisch zu hinterfragen und sich bei der Bewertung von Ereignissen auf verlässliche Quellen zu stützen. Und abschließend macht die Polizei klar: "Zivilcourage, wie sie der 29-jährige BMW-Fahrer gezeigt hat, verdient Anerkennung und keinen öffentlichen Angriff." (Moritz Pappert) +++
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