"Keine Chance"

Nach Bank-Entrüstung: Letzter Supermarkt der Rhöngemeinde schließt

Es ist keine Überraschung und doch ein herber Schlag: Der Tegut-Markt in Ehrenberg-Wüstensachsen (Kreis Fulda) wird im Frühjahr 2026 endgültig schließen.
Fotos: Rene Kunze

09.12.2025 / EHRENBERG (RHÖN) - Es ist keine Überraschung und doch ein herber Schlag: Der Tegut-Markt in Ehrenberg-Wüstensachsen (Kreis Fulda) wird im Frühjahr 2026 endgültig schließen. Damit verliert die Rhöngemeinde ihren letzten Nahversorger. "Es besteht keine Chance, dass das Mietverhältnis weitergeführt wird", erklärt Bürgermeister Peter Kirchner (parteiunabhängig).



Erst 2021 hatte die örtliche VR-Bank ihre Türen geschlossen. Der Bankvorstand hatte damals erklärt, die Entscheidung sei ihnen nicht leicht gefallen, aber aus wirtschaftlicher Sicht der einzig richtige Schritt gewesen. Die Ehrenberger gingen damals in Fulda auf die Straße, ein Sarg diente als Aushängeschild für einen symbolträchtigen Trauermarsch. Seit 2022 gab es dann immerhin einen Geldautomaten - im Tegut-Markt.

Einen Sarg wolle man diesmal nicht nach Fulda tragen. "Tegut hat uns frühzeitig informiert und so sind wir auch seit längerem bereits in Absprachen zu Alternativen", so Kirchner. Auch sei der aktuelle Grundkurs von Tegut ja allseits bekannt, die Entscheidung also keine Überraschung. "Letztlich müssen wir uns der Wirklichkeit stellen und alle Energie in alternative Lösungen stecken."

So etwa auch zum Verbleib des Geltautomaten, oder auch der im Tegut-Markt angesiedelten Post. "Das ist eine brennende Aufgabe", erklärt der Bürgermeister OSTHESSEN|NEWS. Gespräche hierzu laufen, wie wer hervorhebt.

Tegut: "Fällt uns sehr schwer" und "Nicht leichtgefallen"

Das Unternehmen Tegut teilte indessen mit: "Als regional verwurzelter Lebensmittelhändler fällt es uns sehr schwer, unseren Supermarkt in 36115 Ehrenberg Wüstensachsen im April des kommenden Jahres schließen zu müssen. Diese Entscheidung ist uns alles andere als leichtgefallen – letztlich machen wirtschaftliche Faktoren diesen Schritt jedoch unausweichlich. Wir bedanken uns bei all unseren treuen Kundinnen und Kunden für ihre Unterstützung über viele Jahrzehnte hinweg. Besonders am Herzen liegen uns auch die Mitarbeitenden, die diesen Markt mit großem Engagement, Herzlichkeit und Verlässlichkeit geprägt haben."

Arbeit an alternativen Optionen

Kirchner bittet die Bürger um Geduld. "Wir sind uns der Bedeutung dieser Situation bewusst und haben uns in den letzten Monaten auf dieses Szenario vorbereitet. Es wurden bereits Gespräche mit anderen Anbietern geführt, alternative Lösungen werden geprüft, um möglichst zeitnah eine zuverlässige Versorgung mit Lebensmitteln sicherzustellen." Über weitere Entwicklungen und konkrete Maßnahmen werde man selbstverständlich informieren.

Wenn es in der Rhöngemeinde bereits Vorschläge, Lösungen oder Alternativen gibt, appelliert der Bürgermeister: "Meldet Euch bitte sehr gerne bei mir. Vielen Dank für Eure Unterstützung und Mithilfe, damit wir in Ehrenberg auch zukünftig eine gute Grundversorgung anbieten können." Die Gemeinde sei bereits im Austausch mit einer größeren Kette, welche nun die Wirtschaftlichkeit prüfe. Alternativ meint Kirchner: "Dann werden wir versuchen, über einen Verein oder genossenschaftlich einen Dorfladen auf die Beine zu stellen."

Dank an Markt-Team: "Viel Engagement"

Einen herzlichen Dank richtet er an das Team des Tegut Wüstensachsen, "das in all den Jahren mit viel Engagement, Zuverlässigkeit und Einsatz dafür gesorgt hat, dass wir unsere Lebensmitteleinkäufe immer gut und bequem vor Ort tätigen konnten. Wir wünschen Euch alles Gute für Eure weitere private und berufliche Zukunft". (Moritz Bindewald) +++

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