Camping-Areal soll gefördert werden

Tourismus und Skate-Anlage? Das entscheidet der Haupt-und Finanzausschuss

Am Montagabend tagte der Haupt- und Finanzausschuss im Fuldaer Stadtschloss.
Alle Fotos: Martin Engel

09.12.2025 / FULDA - Welche Tourismus-Veränderungen bringt der Hessentag 2026 mit sich? Wird das umstrittene Parkhaus am Rosenbad in Fulda die nächste Skate-Anlage? Wird die Mediensucht der Jugendlichen jetzt auch in den Schulen thematisiert? Diese und weitere Themen beschäftigten den Haupt- und Finanzausschuss der Stadtverordnetenversammlung. Während sich viele Angelegenheiten schnell erledigt hatten, lösten andere Diskussionen aus.



Am Montagabend tagte der Haupt- und Finanzausschuss in der Schlosskapelle des Fuldaer Stadtschlosses. Um 18 Uhr ging es los - knapp anderthalb Stunden später wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Das Thema "Grundstücks- und Finanzangelegenheiten" sollten laut Vorsitzendem Hans-Dieter Alt (CDU) im Vertrauen behandelt werden.

Tourismusförderung zum Hessentag voranbringen

Der erste Punkt der Tagesordnung drehte sich rund um die Änderung des Gesellschaftsvertrags des Dienstleistungsunternehmens im Auftrag der Stadt Fulda - proCommunitas. Das Unternehmen übernimmt vielfältige Aufgaben der Stadt, darunter Jugend- und Sportförderung, Kultur, Seniorenbetreuung, Erziehung, Bildungsbereiche sowie Grünflächen- und Gebäudemanagement, um der Stadt kosteneffiziente und bürgernahe Dienstleistungen zu ermöglichen, wobei ein Großteil der Mitarbeiter in geringfügiger Beschäftigung tätig ist. Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) fasste die Planung in zwei Punkten zusammen: "Auch zum Hessentag wollen wir die Tourismusförderung weiter beachten und das langsam wachsende Camping-Areal voranbringen. Wir wollen gemeinsam mit proCommunitas diese Erfahrungen sammeln. Außerdem ist eine Namensänderung geplant. Der Titel der Volks- und Berufsbildung soll einheitlich durch das Wort Bildung ersetzt werden."

Man sollte meinen, dass sich das Thema damit erledigt hat, doch Frank Schüßler (AfD) konnte diese Änderung nicht nachvollziehen. Für den Oberbürgermeister - und viele andere - völlig sinnig, denn diese Veränderung sei zeitgemäßer und allgemeiner. Dieser Antrag wurde mit zehn Stimmen angenommen. Drei Personen haben sich dabei enthalten. Eine Änderung, die einstimmig bestimmt wurde, war die Auflösung der Gremien der Landesgartenschau Fulda. Das begründete der Oberbürgermeister so: "Der Aufsichtsrat und der Pächterrat wird nicht mehr benötigt. Alle Kontrollfunktionen sollen nun durch Gesellschafter übernommen werden."

Skate-Anlage und Sucht-Behandlung?

Die Mitte des Haupt- und Finanzausschusses verlief weitestgehend ruhig, bis es schließlich zu den Anträgen der Parteien kam. So wünschte sich Schüßler eine Änderung der Hundesteuer, sollten Menschen "Problem-Hunde" aus dem Tierheim adoptieren, statt zum Züchter zu gehen. Dies wurde allerdings abgelehnt, da es nicht der Aufgabenbereich der Stadt sei und dann auch zur Folge hätte, dass sich Menschen einen Hund holen, nur um davon zu profitieren.

Für Diskussion sorgte der Antrag von Ute Riebold (Die Partei) aus. Das Parkhaus am Rosenbad solle sich doch außerhalb der Freibad-Saison in eine Skate-Anlage verwandeln. Dagegen hielt Fuldas Bürgermeister Dag Wehner (CDU): "Es sind zwar einige Plätze im Parkhaus frei, dennoch steigt das Interesse. Eine Skate-Anlage existiert bereits. Aus Sicherheitsgründen wollen wir alle von dem Gedanken abbringen, zwischen den Autos zu skaten." So wurde der Antrag abgelehnt. Auch Philipp Garrison (SPD) konnte seinen Antrag nicht durchbringen. "Sucht findet bei Jugendlichen schneller Anklang und die Medien werden oft nicht als Sucht wahrgenommen. Das muss mit den richtigen Fachkräften angegangen werden", machte er klar. Wingenfeld machte deutlich: "Unser Stellenplan sieht das Vorhaben nicht vor." So wurde auch dieser Antrag abgelehnt.

Nach einigen Diskussionen wurde die Öffentlichkeit schließlich nach knapp anderthalb Stunden vom Ausschuss ausgeschlossen. (mis) +++

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