Ungewöhnliche Immobilienanzeige

Eine Güterhalle und neun Schlafzimmer: Bahnhof Sterbfritz steht zum Verkauf

Der Bahnhof in Sterbfritz steht zum Verkauf
Fotos: Patrick Atzor

09.12.2025 / SINNTAL - Das ist eine der wohl ungewöhnlichsten Immobilienanzeigen aus der Region: Der Bahnhof in Sinntal-Sterbfritz (Main-Kinzig-Kreis) steht zum Verkauf. Und eigentlich hat sich dafür schon ein Käufer gefunden. Aufgrund medialer Berichterstattung und den politischen Diskussionen um die Immobilie ist dieser allerdings von seinem Kaufvertrag zurückgetreten. Das berichtet der Fuldaer Immobilienmakler Patrick Atzor gegenüber OSTHESSEN|NEWS, der das Objekt vermittelt.



"Die Immobilie war eigentlich schon verkauft, jetzt ist der Käufer allerdings wieder von seiner Kaufabsicht zurückgetreten", erklärt Makler Patrick Atzor gegenüber O|N. Das Gebäude gehört schon seit längerer Zeit nicht mehr der Deutschen Bahn. Es ist im Besitz einer Privatperson, die den Bahnhof nun verkaufen will.

Laut der Immobilienanzeige wurde der Bahnhof 1873 errichtet und steht heute als Kulturdenkmal unter Schutz. Das Objekt umfasst Wohn- und Gewerbeflächen und bietet laut der Anzeige vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten. "Die Liegenschaft besteht aus dem denkmalgeschützten Hauptgebäude, einer Güterhalle, zwei Garagen und einer kleinen Werkstatt auf einem ca. 2.107 Quadratmeter großen Grundstück. Die Gesamtfläche beträgt rund 960 Quadratmeter, davon circa 330 Quadratmeter Wohnfläche (drei Wohneinheiten mit insgesamt 11 Zimmern, neun Schlafzimmern und drei Bädern) sowie ca. 630 Quadratmeter Nutzfläche (ehemalige Gaststätte, Bahn- und Technikräume im Erdgeschoss, Kellerräume und Nebengebäude)", heißt es in der Anzeige weiter.

Und der Kaufpreis?

Zwar klingt das alles auf den ersten Blick verlockend - es muss aber noch einiges an Geld in den alten Bahnhof gesteckt werden. "Der bauliche Zustand ist altersbedingt sanierungsbedürftig, insbesondere bei Dach, Fassade und Haustechnik. Die massive Bauweise bietet jedoch gute Voraussetzungen für eine denkmalgerechte Sanierung und Umnutzung." Teile des Gebäudes sind vermietet unter anderem an ein Eisenbahninfrastrukturunternehmen, zwei Wohneinheiten an Privatpersonen sowie einen gewerblich genutzten Lokschuppen. Die ehemalige Gaststätte steht leer.

"Es gab noch einige weitere Interessenten, denen ich aufgrund des Käufers absagen musste. Da dieser jetzt zurückgetreten ist, kann sich jeder, der sich für die Immobilie interessiert, gerne bei mir melden", so Immobilienmakler Patrick Atzor abschließend. Einen Kaufpreis verrät er allerdings nicht. Nur so viel: Man muss mit einem sechsstelligen Betrag rechnen. (Moritz Pappert) ++++

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