"Ein Wahrzeichen der Region"
Land Hessen fördert Neubau auf Burg Fürsteneck mit 5,6 Millionen Euro
Fotos: Rene Kunze
09.12.2025 / EITERFELD -
Eine stolze Summe: Die Hessische Landesregierung hat am Montag den Förderbescheid über 5,6 Millionen Euro für den Neubau eines Ateliers und Gästehauses an die Hessische Heimvolkshochschule Burg Fürsteneck in Eiterfeld (Landkreis Fulda) überreicht. Seit 1953 bietet die Einrichtung vielfältige Kurse zur beruflichen Weiterbildung sowie musisch-kulturelle und politisch-gesellschaftlichen Bildung an. Sie gilt als zentrale Säule der hessischen Erwachsenenbildung in öffentlicher Trägerschaft.
"Einen Traum in Realität umsetzen"
Akademieleiter, Geschäftsführer und Direktor Hartmut Piekatz, zeigte sich bei der Übergabe tief erleichtert und dankbar: "Wir sind natürlich überglücklich, dass es zu dieser Zuwendung kommt, weil wir damit einen Traum in Realität umsetzen können." Er betonte die lange Planungsphase: "Wir haben sehr viele Jahre daran gearbeitet, an den Plänen." Die Nachfrage sei so groß, dass zusätzliche Seminarräume und Gästezimmer dringend benötigt würden. "Früher war es so, da sind die Menschen zu zweit in Doppelzimmer gegangen. Das macht heute bei Bildungsurlauben keiner mehr, von daher, der Bedarf ist da." Der Neubau bringe die Burg "viele Schritte in Richtung Zukunft". Bildungsminister Schwarz: "Ein einzigartiger Ort"
Der hessische Kultus- und Bildungsminister Armin Schwarz hob den besonderen Stellenwert der Burg Fürsteneck hervor: "Das Projekt steht für etwas ganz Besonderes, nämlich für lebenslanges Lernen. Ein einzigartiger Ort, tatsächlich in Hessen die einzige Heim-Volkshochschule." Er bezeichnete die Burg als "Wahrzeichen der Region", das "hessenweit leuchtet". Hier komme Bildung in all ihrer Breite zusammen: "Hier wird berufsbegleitend gearbeitet. Schülerinnen und Schüler kommen hierher, genauso wie Studentinnen und Studenten." Damit leiste die Einrichtung "einen Beitrag zur Fachkräftesicherung". Zur Förderung sagte der Minister, das Land unterstütze das Projekt mit "5,625 Millionen Euro", ein "sehr, sehr stattlicher" Betrag, der "gut, richtig investiert" sei. "Wie eine kleine Wolken-Oase"
Die Vorsitzende des Trägervereins und Landtagsabgeordnete Stephanie Klee (CDU) beschrieb eindrucksvoll die besondere Stimmung auf der Burg: "Die Burg hier oben ist ein besonderer Ort, wie eine kleine Wolken-Oase." Sie hob die wertschätzende Atmosphäre hervor: "Die Mitarbeiter sind alle freundlich, die freuen sich immer, hier ist eine ganz tolle Atmosphäre." Die große Nachfrage belege den Stellenwert der Einrichtung: "Man kriegt keinen Tagplatz mehr." Auch die bundesweite Reichweite werde deutlich: "Wenn man die Kennzeichen anschaut, kann man überlegen, wo die wohl her sind." "Das Büro kam aus dem Nachbardorf"
Besondere Erwähnung fand die Entscheidung für das Architekturbüro. Fünf Modelle wurden anonym präsentiert, wie Beteiligte berichteten: "Wir haben das analogisch erleben dürfen und nicht gewusst, kommt das Büro aus Portugal, oder ist es doch was in der Nähe?" Die Erleichterung war groß, als feststand: "Das Büro des Architekten kommt eigentlich aus dem Nachbardorf." Dies fördere ein enges Miteinander, wie Piekatz betonte: "Da merkt man einfach, da ist die Beziehung zur Gegend, zur Burg." Architekt Stephan Wagner: "Der Ort gibt die Lösungen vor"
Architekt Stephan Wagner vom Büro Trapp-Wagner erläuterte seinen planerischen Ansatz: "Im Grunde genommen gibt der Ort die Lösungen vor. Und wenn man sich intensiv mit dem Ort befasst, hat man die Möglichkeiten, daraus zu lesen, welche Architektur für so einen Ort am geeignetsten ist." Der Neubau sei bewusst zurückhaltend gehalten: "Das neue Gebäude ist untergeordnet, tritt nicht in Konkurrenz zur Burg und bietet neue Aspekte für das Leben und das Lernen auf der Burg." Entscheidend seien der Blick zum Wald und die Nutzung der natürlichen Topografie. Wagner lobte die Zusammenarbeit: "Das ist ein ganz offenes, produktives Miteinander. Das habe ich in der Weise nur sehr selten erlebt bisher." Auch die Förderhöhe beeindruckte ihn. "In der Höhe kommt das tatsächlich nicht so oft vor. Das ist aber auch auf das Engagement der Burg zurückzuführen." (ms) +++