DRK-Rettungsdienstleiter vor Ort

Nach schwerem Unfall an der Kreuzung: Seelische Unterstützung für die Retter

Der schwere Unfall am Donnerstagabend in Bebra schockiert die Menschen vor allem in der Region Bad Hersfeld-Rotenburg
Fotos: Hans-Hubertus Braune

18.10.2025 / BAD HERSFELD / BEBRA - Notlagen von Mitmenschen sind grundsätzlich eine herausfordernde Situation. Auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hilfs- und Rettungsorganisationen. Ob im Ehrenamt oder im Hauptamt spielt dabei keinerlei Rolle. Sekundenschnell müssen sie zu jeder Tages- und Nachtzeit die richtigen Maßnahmen ergreifen, um den betroffenen Mitmenschen bestmöglich helfen zu können.



Eine besonders schwere Ausnahmesituation kommt hinzu, wenn plötzlich Kolleginnen und Kollegen betroffen sind.

Am Donnerstagabend verunglückte an einer Kreuzung am Stadtrand von Bebra (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) ein Rettungswagen (RTW) auf einer Alarmfahrt in Richtung eines Krankenhauses. Es kam zu einem Zusammenstoß mit einem Auto. Die Unfallursache ist völlig unklar und Gegenstand der Ermittlungen von Gutachter und Polizei.

In dem Rettungswagen befanden sich vier Personen. Neben der Patientin, das Rettungsteam und der Notarzt. In dem anderen Auto befand sich eine Frau. Alle Verkehrsteilnehmer wurden verletzt. Die Feuerwehr Bebra und der Rettungsdienst eilten an die Einsatzstelle. Professionell machten sie ihre Arbeit und doch war es alles andere als Routine.

Betreuung für die eingesetzten Retter

Auch Rettungsdienstleiter Björn Wettlaufer fuhr umgehend zum Unfallort, koordinierte als Organisatorische Leiter Rettungsdienst den Einsatz. Nachdem die verletzten Personen erstversorgt und in umliegende Kliniken gefahren beziehungsweise geflogen wurden, kümmerte sich Wettlaufer um seine Kolleginnen und Kollegen. Die Kriseninterventionsarbeit wurde umgehend aufgenommen.

"Wir haben allen Hilfe angeboten und mit ihnen gesprochen, in Einzelgesprächen und in der Gruppe", sagt Wettlaufer. Jeder reagiere anders auf die Situation. "Das berücksichtigen wir selbstverständlich. Der eine will gleich wieder in die Schicht, um das erlebte zu verarbeiten, der andere braucht etwas Abstand. Das ist völlig in Ordnung", sagt Wettlaufer. Er ist seit dem Jahr 2013 Leiter des Rettungsdienstes beim DRK Rettungsdienst Waldhessen.

Blechschäden kämen bei Einsatzfahrten immer mal wieder vor, schwere Unfälle sind zum Glück ganz selten. Die insgesamt rund 270 Mitarbeiter des Rettungsdienstes in der Region Hersfeld-Rotenburg absolvieren jährlich rund 10.000 Einsätze. Bei dem Unfall am Donnerstagabend waren zwei Notarztfahrzeuge, fünf Rettungswagen, der Rettungshubschrauber Christoph 7 sowie die Polizei und die Feuerwehr sowie der Gutachter vor Ort im Einsatz. Nahe der Unfallstelle befindet sich die Rettungswache. "Dort war gerade Schichtwechsel, die Kollegen kamen trotzdem sofort angelaufen und haben geholfen. Das ist ihnen nicht hoch genug anzurechnen", sagte der Rettungsdienstleiter.

Sie alle hoffen, dass es den teils schwerverletzten Personen möglichst schnell wieder besser geht und sie den Unfall gut überstehen. (Hans-Hubertus Braune) +++

X