Grundsteuer-Resolution
Gemeindevertreter machen Weg für Rewe-Neubau auf Zange-Areal frei
Fotos: Hans-Hubertus Braune
27.09.2025 / NIEDERAULA - In Niederaula rückt der Neubau eines modernen Rewe-Marktes näher: Letztlich einstimmig votierten die Gemeindevertreter am Donnerstag für einen Grundsatzbeschluss. Demnach soll auf dem Areal der ehemaligen Ziegelei Zange direkt an der Bundesstraße B62 ein neuer Markt gebaut werden.
Dem Vorhaben muss nun noch der Zentralausschuss der Regionalversammlung Nordhessen zustimmen. Dann kann und soll es wirklich losgehen.
Rewe hat bereits einen Mietvertrag für den neuen Standort mit einer aufschiebenden Bedingung mit dem Investor geschlossen. Auch der Bauantrag ist eingereicht und eine Abrissteilgenehmigung gibt es ebenfalls. Das Unternehmen plant einen Lebensmittelmarkt mit integriertem Getränkemarkt und einer Gesamtverkaufsfläche von maximal 2.000 Quadratmetern. Der Neubau solle als "Green Building" entstehen. Die Metzgerei erhält ein neues Konzept und wird im Verkehrsraum integriert, die Bäckerei bekommt einen Verzehrbereich mit bodentiefen Fenstern und Sitzplätzen im Außenbereich. Derzeit ist dieser Bereich wenig einladend und weit entfernt vom Standard vergleichbarer Märkte in Kirchheim, Hohe Luft oder Unterhaun.
Neuer Standort alternativlos
Die Rewe-Gruppe favorisiere jedoch nach wie vor den neuen Standort, zumal der jetzige Markt nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben sei. Beispielsweise müsse die Kältetechnik aufgrund gesetzlicher Vorgaben komplett erneuert werden. "Verschiedene Optionen zur Standortentwicklung am bisherigen Standort gab es bereits in den letzten 15 Jahren, wobei die Verhandlungen aus unterschiedlichen Gründen erfolglos waren", heißt es in der Beschlussvorlage. Zudem entsprächen die Standortgegebenheiten unter anderem hinsichtlich der Sichtbarkeit, Parkplatzkapazitäten und Parkplatzgrößen nicht den Anforderungen.Die Bürgerliste brachte einen Änderungsantrag und wollte das Thema in den Ausschuss verweisen. Vor allem auch die Frage, was geschehe, wenn der Zentralausschuss den neuen Standort ablehnt? Bürgermeister Thomas Rohrbach warb für eine zeitnahe Entscheidung und bewertete die Bauvoranfrage aus seiner Sicht als "Strohfeuer". Nach einer Sitzungsunterbrechung wurde der Ursprungsantrag leicht abgewandelt und beschlossen. Weitere Planungen zur Ansiedlung beziehungsweise Erweiterung des Vollsortimenters an anderer Stelle werden bis zum Abschluss des Zielabweichungsverfahrens am Standort Zange-Areal zurückgestellt und bei positiver Entscheidung nicht weiter verfolgt. Die Vertreter von Rewe und des Investors waren bei der Gemeindevertretersitzung anwesend und zeigten sich nachher zufrieden mit der Entscheidung der Kommunalpolitiker.
Die Gemeindevertretung hat einstimmig dafür gestimmt, die öffentlich-rechtliche Vereinbarung zur gegenseitigen Vertretungsregelung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinden Niederaula, Haunetal, Kirchheim und Breitenbach am Herzberg abzuschließen.
Ebenso einstimmig sollen 650.000 Euro für die Beschaffung eines Staffellöschfahrzeugs SF20-V für die Feuerwehr Niederaula bereitgestellt werden.
Resolution zur Grundsteuerreform
Die Hessische Landesregierung bekommt Post aus Niederaula: Im Zuge der Grundsteuerreform kritisieren die Gemeindevertreter die kommunalen Auswirkungen und haben eine Resolution verfasst, welche unter anderem an den Ministerpräsidenten Boris Rhein (CDU) verfasst ist. Darin heißt es unter anderem: "Die Gemeindevertretung der Marktgemeinde Niederaula haben in ihrer Sitzung am 24.04.2025 die Hebesätze für den Haushalt 2025 sowohl für Grundsteuer A und B auf 300 Prozentpunkte (frühere Hebesätze von jeweils 600 Prozentpunkten) festgesetzt. Wir sind damit den Hebesatzempfehlungen der Hessischen Steuerverwaltung gefolgt und den Aussagen unserer Landesregierung vertraut, dass die Grundsteuerreform für die Kommunen aufkommensneutral erfolgen wird.Bereits nur drei Monate später müssen wir feststellen, dass die Kommunen in den ländlichen Regionen gemäß dem Grundsteuermodell der Hessischen Landesregierung die großen Verlierer dieser Reform sind. Zum einen müssen wir bei einem Nivellierungshebesatz von derzeit 365 Prozentpunkten von den Grundsteuererträgen deutlich mehr an den Landkreis abgeben, zum anderen werden wir dadurch "reicher" gerechnet und erhalten dadurch weniger Schlüsselzuweisungen im Rahmen des Kommunalen Finanzausgleiches. Allein dadurch fehlen uns im kommenden Haushalt insgesamt ca. 120 000 Euro."
Die Resolution wurde einstimmig beschlossen und endet wie folgt: "Wir erwarten und fordern die Hessische Landesregierung auf, sicherlich stellvertretend auch für viele hessische Kommunen, dass zusätzliche Ausgleichsmechanismen geschaffen werden, die den Kommunen in den ländlichen Regionen eine Aufkommensneutralität bei Erhebung der Grundsteuer auf Basis der Hebesatzempfehlungen der Hessischen Steuerverwaltung ermöglicht. Wir sehen dringenden Handlungsbedarf durch das Land und hoffen auf eine positive Rückmeldung."Hinsichtlich eines möglichen Radweges von Niederaula nach Hattenbach wird aktuelle eine Machbarkeitsuntersuchung durch die Firma RV-K Planungsgesellschaft aus Frankfurt durchgeführt. Die Ergebnisse liegen noch nicht vor. (Hans-Hubertus Braune) +++
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