Drei Bürgermeister-Kandidaten

Amtsinhaber Stefan Erb (SPD): "Unsere Stadt für die Zukunft aufstellen"

Drei Kandidaten wollen ins Rathaus. Hier stellen wir ihnen den aktuellen Amtsinhaber Stefan Erb (SPD) vor.
Fotos: Stefan Erb

23.09.2025 / ERLENSEE - Nur noch wenige Tage! Die Bürgermeisterwahl in der Gemeinde Erlensee im Main-Kinzig-Kreis findet am Sonntag statt. Zur Wahl stehen drei Kandidaten: Reiner Bousonville (Bündnis 90/Die Grünen), Jürgen Pfeiffer (AfD) und der aktuelle Amtsinhaber Stefan Erb (SPD).



Um die Bewerber besser kennenzulernen und den Bürgern eine Entscheidungshilfe zu bieten, haben wir die drei Kandidaten gebeten, unseren OSTHESSEN|NEWS-Fragebogen auszufüllen. Damit können Sie, lieber Leser, sich selbst ein Bild von den Kandidaten und ihren Werten und Wünschen machen. Hier stellen wir ihnen den aktuellen Amtsinhaber Stefan Erb (SPD) vor.

Kurzer Lebenslauf: Alter, Beruf, politische Laufbahn, Konfession

Am 2. April 1973 wurde ich zwar in Hanau geboren, bin aber ein waschechter Erlenseer. Ab 1983 besuchte ich die Kopernikusschule in Freigericht und machte dort 1992 Abitur. Es folgte ein Studium an der Verwaltungsfachhochschule mit Abschluss als Diplomverwaltungswirt 1995.

Danach war ich zunächst stellvertretender Amtsleiter für Finanzwesen, Kassenverwalter und Leiter der Vollstreckungsbehörde der Gemeinde Erlensee. Bald darauf folgten die Ernennungen zum Inspektor und Oberinspektor. Im Jahr 2000 wurde ich schließlich zum stellvertretenden Amtsleiter des damaligen Hauptamtes und zum Datenschutzbeauftragten bestellt. Die Ernennung zum Amtmann folgte dann im Jahre 2001. Seit Februar 2002 bin ich Bürgermeister von Erlensee und seit 2017 Vorsitzender der Bürgermeisterkreisversammlung. Meine Frau Vanessa und ich leben mit unseren vier Katzen im Neubaugebiet "Vor dem Neuen Friedhof" und fühlen uns dort sehr wohl.

Warum haben Sie sich entschieden, erneut für das Bürgermeisteramt in Erlensee zu kandidieren?

In meinen vier Amtszeiten konnte ich vieles bewegen, viele komplexe Projekte erfolgreich umsetzen. Aber fertig bin ich noch lange nicht - es gibt noch eine Menge zu tun! Ich möchte angefangene Projekte weiterführen und neue, wichtige beginnen.

Seit der Stadtwerdung 2012 haben wir Erlensee gemeinsam kräftig vorangebracht - angefangen bei Kinderbetreuung, Kinder- und Jugendarbeit, Schaffung von Infrastruktur über ÖPNV bis Demokratiearbeit. Doch vieles steht jetzt an der Schwelle zur Reife: Projekte fertigstellen, Qualität sichern, Neues anstoßen. Ich möchte, dass Erlensee für alle Generationen, Vereine und Betriebe lebens- und liebenswert bleibt. Den Grundstein haben wir durch unser Wachstum an Bevölkerung und Arbeitsplätzen gelegt.

Was würden Sie als Bürgermeister in dieser Wahlperiode anders machen?

Diese Frage möchte ich für mich dahingehend umformulieren, "was ich anderes machen" würde, weil ich im täglichen Doing mit allen Teamplayern, die es für die Bewältigung der Herausforderungen braucht, meiner Meinung nach gut aufgestellt bin.

So würde ich mich freuen, die laufenden Projekte fortsetzen zu können. Gleichzeitig möchte ich die neuen Wege der Bürgerbeteiligung weiter ausbauen und bei der Kinderbetreuung den Spitzenplatz von Erlensee im Main-Kinzig-Kreis erhalten, weil die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für junge Familien unser oberstes Ziel bleiben muss – wenn eine Stadt für einen Lebensbereich Verantwortung, dann dafür. Und ja, es wird auch neue Herausforderungen geben, die es anzunehmen gilt.

Welche Themen liegen Ihnen besonders am Herzen?

Wie eben bereits erwähnt, liegt mir besonders am Herzen, dass die Kinderbetreuung auf dem derzeit überaus hohem Niveau gehalten werden muss. Das Thema Bürgerbeteiligung mit all seinen Facetten ist ebenfalls von enormer Bedeutung; weil ich manche gesellschaftlichen Entwicklungen mit großer Sorge sehe. Hier wurden in den letzten 2 Jahren mit Initiativen wie der Stadtgesellschaft und vielem mehr schon wichtige Weichen gestellt.

Ansonsten möchte ich allgemein gesprochen unter anderem das bisher Erreichte ordnen, denn die Schlagzahl der letzten Jahre war immens hoch. Wir sollten Erlensee gemeinsam weiterentwickeln – mit deutlich mehr Bürgerbeteiligung. Nach der Zeit des unglaublich dynamischen Wachstums müssen wir die Qualität erhalten und maßvoll nachsteuern, zurechtrücken und konsolidieren. Unser Wachstum war wichtig und wird sich bald als richtige Investition in die Zukunft herausstellen.

Jetzt dürfen aber die Phasen kommen, in denen man das Tempo etwas herausnimmt, die Menschen vor Ort mitnimmt und ihnen die Chance bietet, sich mit den Veränderungen, die passiert sind, auseinanderzusetzen und anzufreunden. Die Grenzen eines sinnvollen Wachstums Erlensees sind aus m.E. bis auf Weiteres erreicht.

Als große Vision liegt mir am Herzen, unsere Stadt für die Zukunft wirtschaftlich und umweltbezogen nachhaltig aufzustellen. So strebe ich u.a. auch das Ziel der Klimaneutralität an, möchte es aber als gemeinsame Anstrengung aller hier handelnden gesellschaftlichen Kräfte angehen. Der Ausbau des Kulturangebots ist ein weiterer Schwerpunkt, genauso wie die Verbesserung und Ausweitung des ÖPNV.

Mit welchem Slogan werben Sie um die Wähler?

"Auf ein Neues – Mit Verstand und Leidenschaft"

Für mich ist das Amt des Bürgermeisters der schönste Beruf der Welt, den ich mit Freude ausfülle. Ich behaupte, dass ich die Voraussetzungen mitbringe, die Erfolge der vergangenen Jahre für sich sprechen und ich alles andere als amtsmüde bin – daher dieser Slogan.

Was macht Erlensee aus Ihrer Sicht so besonders?

Erlensee ist meine Heimat und Erlensee ist lebens- und liebeswert. Besonders ist die unglaubliche Dynamik, mit der sich unsere Stadt entwickelt hat. Auch das sagte ich bereits: Jetzt gilt es, dass wir zur Ruhe kommen, zueinander finden und die vorhandenen, immensen Potentiale, die wir als Stadtgesellschaft haben, ausschöpfen.

Was wäre Ihre erste Amtshandlung als erneut gewählter Bürgermeister?

Meine Frau Vanessa umarmen. Mit meinen Unterstützerinnen und Unterstützern feiern. Und am nächsten Tag arbeiten gehen. Zu tun gibt es - wie gesagt - genug.

Was haben wir Sie nicht gefragt, worauf Sie aber gerne eine Antwort geben möchten?

Die Frage, wie es dazu kommt, dass die örtliche CDU mich unterstützt. Meine Antwort darauf ist, dass das Wohl der Stadt für alle Akteure im Mittelpunkt stehen muss. Am besten gelingt das, wenn man für gute Ideen offen ist, unabhängig davon, von wem sie kommen. Anscheinend ist es mir gelungen, zumindest die CDU davon zu überzeugen, dass das keine leeren Worte von mir sind. Gerade die letzten Jahre haben gezeigt, dass hier in Erlensee Politik und Verwaltung krisenfest, entscheidungsstark und zugleich dialogorientiert sind. (kg) +++

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