"Landwirtschaft spielt unverzichtbare Rolle"

Über 40 verschiedene Tiere: Gut besuchte Tierschau beim Jakobimarkt

Die Veranstaltung war ein voller Erfolg.
Fotos: Dieter Graulich

25.07.2024 / ULRICHSTEIN - "Die Landwirtschaft spielt eine unverzichtbare Rolle für die Ernährungssicherheit weltweit", so Bürgermeister Dr. Steffen Scharmann am Dienstagmorgen bei der. Europas Selbstversorgungsgrad von rund 70 Prozent mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen verdeutliche die Bedeutung unserer eigenen Landwirtschaft für unsere Versorgungssicherheit.



"Ohne eine starke deutsche Landwirtschaft wären wir noch stärker abhängig vom Import anderer Länder. Die jüngsten Ereignisse wie der russische Überfall auf die Ukraine haben gezeigt, wie schnell sich Versorgungsengpässe mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen entwickeln können", betonte das neue Ulrichsteiner Stadtoberhaupt und nannte als Beispiel Engpässe bei Getreide.

Die Landwirtschaft, speziell im Vogelsbergkreis, genieße eine hohe Akzeptanz und die Tierschau in Ulrichstein solle auch zum Verständnis der Menschen mit der Landwirtschaft beitragen. Für die landwirtschaftlichen Betriebe unserer Region hoffe er, dass all deren Anstrengungen dazu beitragen werden, der Landwirtschaft im heimischen Raum eine Zukunft zu erhalten, zum Wohle unserer Bevölkerung, zur Erhaltung von Natur und Umwelt.

Vogelsberg sei von den Leistungen der Landwirte geprägt

Die Region Vogelsberg sei in besonderer Art und Weise von den vielfältigen Leistungen der Landwirte geprägt. Sie seien, beginnend von der Versorgung mit gesunden Nahrungsmitteln verantwortlich über den Erhalt, einer intakten Umwelt und des typischen Landschaftsbildes allerdings habe die Landwirtschaft aktuell vermehrt mit neuen Aufgaben und Problemen zu kämpfen, denn der wachsende Bürokratieaufwand verhinderte oft, dass sich die Landwirte um die eigentlichen Themen der Landwirtschaft kümmern können:

"Anstatt auf dem Feld ihre Arbeit zu erledigen, sitzen sie oft am Schreibtisch und füllen Formulare aus oder führen Statistiken, hinzu kommen stark wechselnde Marktbedingungen aufgrund weltpolitischer Ereignisse, die zu ungewissen Ver- und Einkaufspreisen führen. Außerdem werden durch immer schärfere Auflagen beim Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln die Rahmenbedingungen für eine landwirtschaftliche Nutzung nach 'guter fachlicher Praxis' oft sehr stark eingeschränkt", so Dr. Scharmann und betonte: "Die Arbeit von euch liebe Züchterinnen und Züchter ist von unschätzbarem Wert für unsere Gesellschaft".

Eine gelungene Veranstaltung

Gemeinsam mit dem Landesbetrieb Landwirtschaft in Alsfeld und dem Amt für Wirtschaft und den ländlichen Raum des Vogelsbergkreises war es wieder gelungen die Tierschau zu organisieren, die auch in diesem Jahr wieder die Leistungsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe eindrucksvoll präsentierte. Neben dem Auftrieb von Fleckvieh, Holsteins, Braunvieh, Pinzgauer, Jersey, Gelbvieh, Roten Höhenvieh und Fleckvieh-Simmental, sowie von Buren-Ziegen, war es wieder gelungen einen Kälbervorführ- und Jungrinderwettbewerb sowie einen Bullenschätzwettbewerb zu organisieren. Bei der Siegerehrung ging Dank an die fünf ausstellenden Betriebe, Handwerkern und Dienstleistungsbetrieben für die Sachpreise und Spenden, die für die Finanzierung der Tierschau sehr hilfreich waren.

Siegerehrung des Wettbewerbs

Tierzuchtberater Reiner Männl (LLH) Alsfeld nahm gegen Mittag zusammen mit Bürgermeister Dr. Scharmann die Siegerehrung vor. Beim Kälbervorführwettbewerb siegte Carla Stein vor Lotta Stein/beide Ulrichstein, Friedrich und Karl August Habermehl/beide Allmenrod. Den Jungrindervorführwettbewerb gewann Tom Seipel/Stumpertenrod. Je eine Preismünze in Bronze des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen erhielt im Anschluss der Betrieb Engelröder Milch Glück (EMG) GbR. Die beste Holstein-Kuh und Paul Wies (Ober-Moos) für die Siegersammlung bei der Rasse Fleckvieh.

Der Ehrenpreis des Regierungspräsidiums Gießen, eine Glastrophäe ging ebenfalls an den Betrieb Wies für die beste Kuh-Familie beim Fleckvieh und eine Bronze-Medaille des Bundesverbandes Rind und Schwein erhielt der Betrieb Habermehl GbR/Allmenrod für die Siegerkuh jung und beste Eutersiegerin jung Fleckvieh. Ehrenpreise in Form Gutscheinen/Geldpreisen und Sperma-Gutscheinen gingen an die Betriebe Helmut EMG GbR Lang (Engelrod), Paul Wies und Jörg Dahmer/Nösberts-Weidmoos. Erneut vertreten war das "Rote Höhenvieh". Hier stellte der Betrieb Karl-Wilhelm Becker (Lehrbach) seine Tiere vor.

Im Festzelt wurde anschließend das Gewicht des Fleckvieh-Fleisch Schätzbullen "Jack" aus dem Betrieb Markus Rahn Bobenhausen II mit 1.060 Kilogramm und die Gewinner bekannt gegeben. Genau hatte Oliver Ridder geschätzt: Mit 1064 kg folgte Werner Kern und ein weiteres Kilo mehr Fritz Krieger/alle Ulrichstein. Auf Platz 4 kam mit 1.055 kg Reinhold Möser/Gemünden-Hainbach. (grau)+++

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