Erstes "Textil Race" gestartet

Acht Schulen machen mit: Bewusstsein für Kreislaufwirtschaft und Umweltschutz

Startschuss zum ersten bundesweiten "Textil Race" von Bad Hersfelder Schulen.
Fotos: Trox / O|N-Archiv / Urbin / Manns / Göbel

11.06.2024 / BAD HERSFELD - Die gemeinnützige Initiative "Das macht Schule" hat sich des Themas angenommen. Am Freitag fiel an der Friedrich-Fröbel-Schule in Bad Hersfeld der Startschuss für das bundesweit erste "Textil Race". Diese und weitere sieben Schulen aus der Stadt beteiligen sich daran. Später folgen Schulen in Hamburg und München. Die teilnehmenden Schulen sammeln bereits fleißig und informieren per Aushang und Sozialen Netzwerken, wann dort alte Kleidungsstücke abgegeben werden können.



Das Ziel der Aktion ist Bewusstseinsbildung und eine Verhaltensänderung in den Haushalten – verbunden mit einem Wettbewerb. In einer vierwöchigen Sammelaktion sammeln nun Schülerinnen und Schüler Alttextilien in ihrer Nachbarschaft und setzen sich dabei aktiv mit Recycling und den Auswirkungen auf Mensch und Umwelt auseinander. Das fördert ökologisches Bewusstsein und nachhaltiges Handeln. Wertvolle Rohstoffe werden weiterverwendet bzw. wieder in den Kreislauf zurückgeführt. In der Regel treten zehn Schulen gemeinsam an. Dabei werden im Schnitt 14 Tonnen gesammelt. Dabei gibt es auch etwas zu gewinnen: Wer am fleißigsten sammelt, gewinnt einen Schulausflug.

Einer Studie von Greenpeace zufolge besitzt jeder Erwachsene in Deutschland im Schnitt 95 Kleidungsstücke – ohne Unterwäsche und Socken. Und allzu oft kommt etwas dazu. 60 neue Kleidungsstücke kaufen wir Deutschen im Schnitt pro Jahr, jedes fünfte wird so gut wie nie getragen, 60 Prozent landen schon nach einem Jahr im Müll. So verwundert es nicht, dass sich die weltweite Bekleidungsproduktion seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt hat. Mit Folgen, denn diese Tatsache stellt eine kapitale Belastung für die Umwelt dar. Dabei stecken Textilien voller wertvoller Rohstoffe und Vieles lässt sich weiterverwenden oder verwerten.

Hofmann: Es gilt, Ressourcen zu schonen"

"Ich freue mich sehr, dass wir in Bad Hersfeld mit acht Schulen das erste deutsche Textil Race starten. Dies ist eine großartige Gelegenheit für Schülerinnen und Schüler, sich aktiv damit auseinanderzusetzen, wie wichtig das Recycling von Textilien ist. Durch unsere 'Fast Fashion' sind Textilien zur Wegwerfmode geworden. Hier gilt es, Ressourcen zu schonen. Das Bewusstsein der Schülerinnen und Schüler wird durch diese großartige Aktion geschärft", sagte 
Anke Hofmann, Bürgermeisterin der Stadt Bad Hersfeld, beim Startschuss.
 
Udo Jung, Geschäftsführer der Trox Group und selbst aus Bad Hersfeld, dankte der die Heinz Trox-Stiftung für ihr Engagement: "Bildung für nachhaltige Entwicklung ist ein Förderschwerpunkt der Heinz Trox-Stiftung. Sie hat in den vergangenen Jahren Das macht Schule bei der Durchführung mehrerer E-Waste Races finanziell unterstützt. Ich freue mich, dass nun das erste Textil Race Deutschlands in Bad Hersfeld an den Start geht und wir wünschen uns, dass das Textil Race die Erfolgsgeschichte des E-Waste Races fortschreiben wird."

Umweltminister Jung ist Schirmherr

Ingmar Jung, Hessischer Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat übernimmt die Schirmherrschaft für das erste deutsche Textil Race: "Das Textil Race schärft das ökologische Bewusstsein von Schülerinnen und Schüler und hat dabei auch eine wichtige ökonomische Komponente. Wertvolle Rohstoffe werden weiterverwertet und kommen in den Wirtschaftskreislauf zurück."

Um die fachgerechte Verwertung der Textilien kümmert sich die Firma FWS aus Bremen. Dank kleinanzeigen.de können gut erhaltene Kleidungsstücke aus der Sammlung einfach weitergegeben werden, was die Wertebildung fördert und das Bewusstsein stärkt, dass Weitergeben – wie auch Reparieren – viel besser sind als Wegwerfen.

Unterstützt wird das Projekt von Deutschlands höchster Umweltbehörde, dem Umweltbundesamt (UBA): "Jede Art der geregelten Öffentlichkeitsinformation und Öffentlichkeitsbeteiligung schafft Bewusstsein bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern und hilft, einen bewussteren Umgang mit Kleidung zu fördern. Geregelte Sammelaktionen wie Textil Races leisten in besonderem Maße einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Ressourcenschutz sowie zur Steigerung der Sammelmengen von Alttextilien. Sie können so die benötigte Verhaltensänderung bewirken, da auf diesem Weg das Thema Kleidung näher in das Bewusstsein der Menschen rückt", attestiert das UBA dem Textil Race. (pm/cdg) +++

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