Eishockey: Gelungener Transfer im Luchse-Tor

León Brunet: "Ich wurde hier in Lauterbach toll aufgenommen"

Ein Ritual: Die Luchse-Spieler versammeln sich vor ihrem Goalie
Fotos: gox

13.02.2024 / LAUTERBACH - Januar/Februar 2024, die Hauptrunde der Eishockey-Regionalliga Ost biegt in die Zielgerade ein, die Teams sortieren sich bereits gedanklich für die Play-Off-K.O-Spiele. So auch die neu formierte, junge Truppe der Lauterbacher Luchse in ihrer ersten Saison in dieser hochkarätigen Ost-Staffel. Dann zwei Schockmomente nacheinander mit dem vorzeitigen Saisonende für zwei Leistungsträger: erst fällt Torwart Justin Fuß aus, dann der erfolgreichste Stürmer Mike Egan. Die Chance für León Brunet: der Keeper des Neusser EV wechselt in die Vogelsberger Kreisstadt. OSTHESSEN|NEWS hat ihn beim ersten Heimspiel beobachtet und mit ihm gesprochen.


Beim genaueren Hinsehen fällt bei der Premiere auf dem Eis im Luchsbau auf, dass der neue Keeper improvisiert hat. Wie sein Vorgänger Justin Fuß trägt auch León Brunet zwar das Trikot mit der Nummer 1, doch auf dem Helm prangt noch die 33 - die trug er auch in Neuss. Angemessen für seinen Wechsel wäre in Lauterbach eigentlich nicht die 1, sondern die 112, denn seine kurzfristige Verpflichtung folgte einer echten Notlage.

Justin Fuß verletzte sich nach konstant großartigen Saisonleistungen beim Heimspiel Ende Januar derart schwer, dass er bis zum Saisonende ersetzt werden muss. Damit nicht genug: Ersatzkeeper Elias Umali fällt bereits seit längerem aus, sodass Klaus-Dieter Lechner als Backup reaktiviert wurde – 2002, im Geburtsjahr von León, war Oldie-But-Goldie Lechner bereits 31 Jahre alt.

Ein Hilferuf aus Lauterbach

Beim Hilferuf aus Lauterbach war für den Linkshänder Brunet schnell klar, dass dies eine Chance für ihn sein könnte. "Die Luchse stellen sich für mich als sehr ambitionierter Verein dar, auch wenn das Umfeld eher familiär geprägt ist. Gerade das gefällt mir sehr gut, alle sind eng beieinander, auch die Fans. Als sich die Chance zum Wechsel bot, habe ich sie gerne genutzt, um den Luchsen zu helfen und mich zu zeigen. Wir haben zwar in Neuss auch bisher eine sehr gute Regionalliga-Nord-Saison gespielt, aber die Regionalliga Ost ist einfach renommierter und spielstärker." Brunet freut sich über die herzliche Aufnahme ins Team, die Atmosphäre sei sehr gut.

Auf dem Eis in seiner Heimatstadt Duisburg habe er schon seit dem zweiten Lebensjahr gestanden, muss Brunet selbst ein wenig schmunzeln. Der Umstand, dass er seinen Platz im Tor fand, ist schnell erklärt: "Sowohl mein Vater als auch meine Mutter haben selbst im Tor gestanden, da war das für mich natürlich auch naheliegend. Wir sind halt eine richtige Goalie-Familie."

Wie lange sein Engagement im Vogelsberg dauern wird, kann er noch nicht abschließend sagen: "Erstmal bis Saisonende, dann wird man weitersehen – die Frage steht jetzt noch nicht an." Noch drei Spiele in der Hauptrunde und dann als Höhepunkt die Play-Offs haben León Brunet und die Luchse die Gelegenheit, ihre gemeinsame Eiszeit zu veredeln – und gegebenenfalls zu verlängern. (gox) +++

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