Corona-Herbst rückt näher

Wie geht es weiter mit den Omikron-Impfstoffen?

Der Corona-Herbst rückt näher, aber wie geht es weiter mit den Omikron-Impfstoffen?
Symbolfoto: O|N/Hendrik Urbin

12.08.2022 / REGION - Während sich Gesundheitsminister Karl Lauterbach und die STIKO in der Öffentlichkeit gegenseitig teilweise unsachlich angehen, sind noch immer keine Impfstoffe gegen die Omikron Variante des Coronavirus verfügbar. Die Hersteller Biontech und Pfizer hatten in der Vergangenheit verkündet, dass man einen Impfstoff binnen weniger Wochen anpassen könne und man im Frühjahr 2022 bereit sei. Nun ist August und noch immer ist nicht klar, wie die Impfkampagne weitergeht. Fakt ist: Corona bleibt ein Problem und der Herbst steht vor der Tür.

Die Zulassungsbehörden FDA aus den USA und die europäische Arzneimittelagentur EMA prüfen gerade die Zulassungsstudien die von Biontech und Moderna für die angepassten Impfstoffe gegen Omikron vorgelegt wurden. Beide Studien zeigen eine gute Verträglichkeit und Schutzwirkung der neuen Präparate. Entwickelt wurden die Impfstoffe gegen den Omikron "Urtyp" B.A. 1. Aktuell dominieren aber B.A. 4 und 5 das Infektionsgeschehen. Biontech will noch im August eine weitere Studie zu einem Impfstoffkandidat gegen B.A. 4 und 5 veröffentlichen.

Biontech kann ab Oktober angepassten Impfstoff liefern

Biontech hat am 08.08. bekannt gegeben, dass man mit einer Auslieferung des Omikron Impfstoffes im Oktober beginnen will. Bereits seit Frühjahr, so berichtet die Tagesschau, befinde sich der Ur-Impfstoff in der Produktion. "Unsere Covid-19-Produktpipeline umfasst variantenangepasste Impfstoffkandidaten sowie Impfstoffkandidaten der nächsten Generation, die auf einen längeren und breiteren Schutz abzielen", so Ugur Sahin, einer der Gründer der Firma Biontech.

Moderna nennt zwar noch kein konkretes Lieferdatum, hat aber die Verträge mit der EU aktualisiert.

Coronavirus ist schneller als die Zulassungsbehörden

Sahin hofft, dass die Zulassung für Impfstoffe gegen neue Omikronsubtypen schneller läuft. Zwar schützt der gegen B.A.1 entwickelte Omikronimpfstoff auch teilweise gegen B.A.4 und 5, jedoch nicht optimal. Die Impfung sorgt für höhere Antikörpertiter als eine natürliche Infektion. B.A.1 zirkuliert nun schon seit mehr als neun Monaten und es gibt noch immer keine Zulassung seitens FDA und EMA.

Die neuen Impfstoffe, die nun noch eine leichte Anpassung gegen B.A. 4 und 5 erhalten haben, werden zurzeit in Studien ausprobiert. Falls es eine schnelle Zulassung seitens der Behörden gibt, könnten sie zügig folgen.

Nach der Zulassung muss noch bewertet werden, für wen eine weitere Impfung sinnvoll ist und dann eine Impfempfehlung ausgesprochen werden. Die STIKO am Robert Koch-Institut ist dabei federführend. Das Gremium geht mit Bedacht und Vorsicht mit seinen Empfehlungen um, was sich auch in der Zurückhaltung bei der Impfempfehlung ab 60 Jahren für den vierten Booster zeigt.

Es bleiben also noch einige Fragen ungeklärt und der Corona-Herbst rückt immer näher. (ab) +++


Grafik: O|N

Symbolfoto: O|N/Carina Jirsch