Freude bei allen Beteiligten groß

RETTmobil eröffnet: "Gerade in dieser Zeit essentieller Treffpunkt der Branche"

Der Startschuss für die Rettmobil ist gefallen, die offzielle Eröffnung ein voller Erfolg. (v.l.) Thomas Helmer, Dr. Heiko Wingenfeld, Christian Reuter, Manfred Hommel, Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg, Gerd Friedsam und Christoph Schwab.
Fotos: Hendrik Urbin

11.05.2022 / FULDA - Sirenen, Blaulicht, große Freude, aber auch ernste Themen– am Mittwochvormittag fiel der offizielle Startschuss der RETTmobil auf dem Fuldaer Messegelände. Eröffnet wurde die internationale Leitmesse von Organisator Manfred Hommel: "Die Freude darüber hier heute zu stehen und das Messetreiben zu sehen ist riesig." Die RETTmobil ist die erste große Messe, die nach den Einschränkungen der vergangenen Monate in Deutschland, aber auch in Europa insgesamt wieder stattfindet.

Nach zwei Jahren Pause war die Freude darüber, nun endlich wieder einen Austauschort für die Branche anbieten zu können, groß. 467 Aussteller aus 25 Nationen, unter anderem aus den USA, Kanada und China haben sich in der letzten Woche auf DAS Event der Branche vorbereitet. Aufgrund des Krieges hat man russische Aussteller von der Messe ausgeschlossen und die freien Plätze mit deutschen Vertretern gefüllt. Zahlreiche Ehrengäste der Rettungsorganisationen, regionalen und überregionalen Politik und Fachpresse nahmen am offiziellen Festakt teil.

"Wir sind dankbar und stolz, die RETTmobil heute zu eröffnen. Auf dem Weg dorthin gab es viele Hindernisse, die die Pandemie uns in den Weg gelegt hat. Alles hat 2001 angefangen bei schlechtem Wetter mit rund 60 Ausstellern, damals hätte wohl niemand gedacht, dass sich die RETTmobil in Fulda zu der Leitmesse der Branche entwickelt. Austausch, technische Neuheiten und Fortbildung bringen uns gemeinsam voran. Durch Corona und den Ukraine-Krieg haben wir vieles gelernt. Digitalisierung ist ein großes Thema, aber auch künstliche Intelligenz und Kommunikationsmöglichkeiten bei Netzausfall sind nur einige von vielen Themen, die in diesem Jahr eine besondere Bühne bekommen." Die Katastrophen der letzten 12 Monate hätten gezeigt, wo die Probleme liegen. Der Klimawandel mache keinen Halt und das habe eines aufgezeigt, und zwar dass man auch in Deutschland - und das habe wohl keiner für möglich gehalten - mit Defiziten zu kämpfen hat. Man müsse sich nun damit auseinandersetzen. Zentrale Aufgabe der Messe sei es, eine Plattform zu bieten, auf der darüber gesprochen werden kann, Lösungen diskutiert werden und man einen ersten Schritt wagt.

"Eine Herzensangelegenheit für Fulda"

Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) brachte seine außerordentliche Freude über den Start der Messe in einem Grußwort zum Ausdruck und zeigte sich begeistert, dass die RETTmobil in Absprache mit den Betreibern auch in den kommenden acht Jahren und als Option darüber hinaus fünf weiteren Jahren ihre Heimat in Fulda hat: "Auf dem Weg hierher all diese vielfältigen Nummernschilder zu sehen ist ein tolles Zeichen zum Auftakt, denn Europa steht in dieser Zeit zusammen. Wir sind stolz, froh und dankbar, erneut Austragungsort für dieses wichtige Ereignis zu sein." Vor allem die schrecklichen Ereignisse der vergangenen Monate hätten gezeigt, wie wichtig der Zivilschutz sei. Austausch und der Fortschritt der Branche rücke hier in den Fokus und alle Mitwirkenden tragen dafür Verantwortung, das Engagement in der Rettungsbranche zu bestärken.

"Wir brauchen Unterstützung der Regierung"

Als Schirmherr der diesjährigen RETTmobil lenkte Christian Reuter, Generalsekretär des Deutschen Roten Kreuzes, den Fokus in seiner Ansprache auch auf die Schattenseiten des Zivilschutzes. "Man spricht häufig über die guten Dinge, aber das ist nicht ausreichend. Wie Bundeskanzler Olaf Scholz von einer Zeitenwende der Sicherheit spricht, müssen wir heute und hier über die Zeitenwende im Zivilschutz sprechen. Der Beginn des Ukraine-Krieges am 24.02.2022 hat für uns alle eine neue Zeit eingeläutet, die uns zeigt, dass es nicht möglich ist nur von der Substanz zu zehren. Wir müssen investieren und brauchen hier dringend die Hilfe der Bundesregierung. Wir reden uns in Berlin gemeinsam mit Vertretern der anderen Organisationen den Mund fusselig. Es ist gefühlt alles abgeschafft worden, was wir brauchen. Wir haben versucht, zusätzliche Ausrüstung zu erhalten. Solange die Kameras an sind, geht das. Wenn sie aber aus sind, sieht alles anders aus", so Reuter in seiner Rede. Dennoch freue er sich sehr über die endlich wieder stattfindende RETTmobil und betonte, wie wichtig es sei, nach all den Katastrophen der nahen Vergangenheit ins Gespräch zu kommen und voran zu gehen.

Auch Karl-Heinz Banse, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbands und Prof. Dr. Peter Sefrin, Wissenschaftlicher Leiter der RETTmobil richteten Grußworte an die Anwesenden. Neben der Technik stehe auch die Medizin im Fokus der Messe. "Wenn wir uns heute hier treffen, haben wir die Chance, das Defizit der letzten beiden Jahre aufzuholen, denn Fortbildungen am Computer seien nicht vergleichbar mit dem persönlichen Austausch. Unser Motto lautet ‚Meet the experts‘ und dabei sollen nicht nur isoliert Fakten rübergebracht werden, sondern Probleme gezielt diskutieren werden", so Sefrin. Man wolle Menschen sensibilisieren und für den Bereich begeistern. Die RETTmobil sei hier eine große Chance, das Interesse potenzieller Ehrenamtler und Fachkräfte zu wecken.

Als besonderes Highlight der Eröffnung wurde Jupp Nolte von der GSF Sonderfahrzeugbau GmbH von Gastgeber Manfred Hommel zum Ehrenmitglied der Interessengemeinschaft der Hersteller von Kranken- und Rettungsfahrzeugen e.V. ernannt. Zugunsten der Ukraine wurden zudem zwei Spendenschecks an den Deutschen Feuerwehrverband in Höhe von 6.000 Euro und an das Deutsche Rote Kreuz in Höhe von 20.000 Euro überreicht.  (Michelle Kedmenec) +++

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