Bilanz zum letzten Kanzler-Triell

Nur noch kurz die Welt retten - wie geht es weiter in Deutschland?

Am Sonntagabend hatten die Kanzlerkandidaten die Möglichkeit sich im letzten TV-Triell zu beweisen.
Foto: Lea Hohmann

20.09.2021 / BERLIN/FULDA - In einer Woche öffnen in ganz Deutschland die Wahllokale. Rund jeder vierte Deutsche ist noch immer unsicher, wo er sein Kreuzchen setzen soll. Dabei sollte das bei den tollen Wahlprogrammen der Parteien und der drei Spitzenkandidaten, die zur Auswahl stehen, doch gar kein Problem sein, oder? Alle wollen sich für soziale Gerechtigkeit einsetzen, Arbeitsplätze schaffen, Groß und Klein steuerlich entlasten und nebenbei mit ihren Klimaprogrammen noch die Welt retten.

Deutschlands Bürgerinnen und Bürger konnten sich am Sonntagabend beim mittlerweile letzten TV-Triell vor den Wahlen selbst ein Bild der Kanzlerkandidaten machen.

Eines wurde in den Debatten schnell klar – eigentlich sind ja wohl alle wahre Vorkämpfer für soziale Gerechtigkeit, die den Reichen nehmen und den Armen geben wollen. So ging es beispielsweise um die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns oder Steuersenkungen. Besonders beim Thema Klimapolitik zeigte die angriffslustige Annalena Baerbock Kampfgeist und forderte - wie erwartet - einen schnellen Kohleausstieg. Wo die Energie aber genau herkommen soll, beziehungsweise wie viel Fläche in Deutschland dafür mit Windkraftanlagen bebaut werden müsste, darum hätten sich die Grünen laut ihren Mitstreitern eher wenig Gedanken gemacht. Und dass das Ganze nicht gerade billig ist und sich nicht jeder mal einfach eine Photovoltaikanlage auf dem Dach leisten kann, daran hat wohl auch noch keiner gedacht.

Scholz geht in Forsa-Umfrage als Sieger hervor

Im gesamten Triell zeigte sich Olaf Scholz eher solide, während man Armin Laschet eher defensiv wahrnahm. Zu guter Letzt folgte im Triell natürlich das lustige "Wer mit wem"-Spiel - insgesamt fünf Koalitionen seien bei der Regierungsbildung möglich. Bei der anschließenden Forsa-Umfrage ging Olaf Scholz mit 42 Prozent als Sieger hervor, danach folgte Armin Laschet mit 27 Prozent. Verlierer des Abends war knapp dahinter Annalena Baerbock mit 25 Prozent.

Doch wie geht es nun mit Deutschland weiter? Ob wir uns, wie Baerbock anstrebt, über eine Klimaregierung "freuen" können oder ob doch ein Mann an der Spitze Deutschlands stehen wird, werden wir wohl erst in einer Woche erfahren.

Sieger des Abends bleibt dann wohl doch Mickey Mouse – denn die hat ja laut Moderatorin Linda Zervakis in Sachen Klimaschutz jedenfalls nicht "verschlafen" und schon vor 30 Jahren auf die Abholzung der Regenwälder aufmerksam gemacht. (Lea Hohmann) +++