Hessenliga: Flieden kommt zurück

Pfeiffers Premierentor in Unterzahl

Der SV Flieden bewies am Samstagnachmittag Moral.
Fotos: Carina Jirsch

19.09.2021 / FLIEDEN - Der SV Flieden hat in der Hessenliga die dritte Niederlage in Folge vermieden – trotz zwischenzeitlichem 0:2-Rückstand und fast einer ganzen Halbzeit in Unterzahl reichte es gegen den FSV Fernwald zu einem 2:2-Unentschieden.

Nicolas Marquez gab sein Startelfdebüt in der Fliedener Innenverteidigung, der Kolumbianer löste eine kleine Personalrochade aus. Nico Hohmann rückte nach hinten links, Marius Kullmann auf die Sechs und Tobias Rehm auf die Rechtsverteidiger-Position. Allerdings trat der Debütant kurz nach der Pause unfreiwillig in den Blickpunkt. Der frühere Regionalliga-Kicker Erdinc Solak zeigte mit einem Steckpass seine Klasse, Marquez kam bei seiner Grätsche kurz vor dem Strafraum einen Ticken zu spät gegen Nicolas Strack, der eine klare Torchance gehabt hätte. Der Fliedener Neuzugang sah die Rote Karte, und als Krönung verwandelte Solak auch noch den anschließenden Freistoß direkt (51.).

Das 0:2 und die Unterzahl waren ein herber Dämpfer, zumal die Hausherren ihre bis dato beste Phase unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff hatten. Jacob Müller und Marc Götze brachten ihre Abschlüsse aber nicht auf den Kasten. Fernwald zeigte zuvor einige Male seine spielerische Klasse, kombinierte sich stellenweise super durch, so auch beim ersten Treffer. Am Ende stand Strack alleine vor Hohmann, der parierte noch, doch der Nachschuss von Mirko Freese saß (12.). Julian Bender hätte das Ergebnis schon früher in die Höhe schrauben können, scheiterte aber am Pfosten (36.).

Pfeiffer blüht auf

Trotzdem kam Flieden mit einem Mann weniger nochmal zurück. Fabian Schaub traf mit seinem schwachen rechten Fuß, ob er den Ball flanken oder so in den Winkel schlenzen wollte, bleibt sein Geheimnis (73.). So war richtig Feuer drin in der Schlussphase, zumal Fernwald jede Gelegenheit nutzte, das Spiel durch Zeitspiel zu entschleunigen. Trotzdem fiel das 2:2 noch – A-Junior Philipp Pfeiffer, der zur Halbzeit kam und einen klasse Eindruck machte, war in seinem vierten Hessenliga-Spiel erstmals erfolgreich (86.). Sein Schuss aus 20 Metern schien nicht unhaltbar, Torwart Mithat Sahin musste allerdings wenige Momente später verletzt ausgewechselt werden.

Und um ein Haar hätte Pfeiffer gar noch den Sieg eingeleitet. Doch seine Traumflanke brachte Marius Kullmann per Kopf nicht aufs Tor. Das wäre auch des Guten zu viel gewesen, wenngleich sich die aufopferungsvoll kämpfenden Fliedener den Punkt redlich verdienten. "Ganz ehrlich? Nach der Roten Karte hatte ich nicht wirklich damit gerechnet, dass wir nochmal zurückkommen. Aber nach dem 1:2 haben wir nach vorne gedrückt und zum Glück noch den Ausgleich geschafft", konstatierte der glückliche Pfeiffer und ergänzte: "Das erste Hessenliga-Tor zu schießen, ist natürlich ein gutes Gefühl." (Steffen Kollmann)

Die Statistik:

SV Buchonia Flieden: L. Hohmann; Rehm, Marquez Barrios, C. Kreß, N. Hohmann – Kullmann, Rumpeltes (90.+5 Flauger) – Müller (46. Pfeiffer), Götze (69. Beladjel), Hagemann – Schaub.
FSV Fernwald: Sahin (88. Sinkel); Bender, Kaguah, Vural, Dinler – Hendrich – Markiewicz (74. Luc), Mukasa, Freese – Solak, Strack (69. Richter).
Schiedsrichter: Mirko Radl (Olympia Biebesheim).
Zuschauer: 200.
Tore: 0:1 Mirko Freese (12.), 0:2 Erdinc Solak (51.), 1:2 Fabian Schaub (73.), 2:2 Philipp Pfeiffer (86.).
Rote Karte: Nicolas Marquez Barrios (Flieden) aufgrund einer Notbremse (49.). +++