Kunterbuntes Kinderzelt half ...
Sorgenkind Ciprian hat jetzt Hände mit Fingern - Freude und Not
25.12.2016 / SINNTAL -
Freude und Not - diese beiden Worte sind bei den Kinderzelt-Helfern Alltag. Der gemeinnützige Verein "Das kunterbunte Kinderzelt" aus Vollmerz ist nämlich ein internationales Kinderhilfswerk und engagiert sich unter dem Motto "Freude bereiten - Not begegnen". Viele ehrenamtliche Mitarbeiter sind jährlich auf über 200 Festen und Events vertreten und bieten dort den Kindern ein abwechslungsreiches und kreatives Spiel-und Spaß-Programm. Die Einnahmen und Spenden dieser Events kommen dann Kindern in Balan und in den Romasiedlungen Gheorghenis (20.000-Einwohner-Stadt im Osten der Region Siebenbürgen/Rumänien) zugute.
Seit über zehn Jahren kümmert sich der Verein mit verschiedenen Hilfsprojekten um die in extremer Armut lebenden Menschen. Wie mit dem Projekt Sorgenkinder. Da vermittelt der Verein medizinische Nothilfe in Deutschland und hat in den letzten Jahren so einigen Kindern sicherlich das Leben gerettet. Alle Projekte werden nur durch Spenden finanziert. Das aktuelle Sorgenkind Ciprian Sandor ist ein 6jähriger Romajunge, der mit seiner Familie in einem Ghetto am Rande von Gheorgheni lebt. Er wurde mit schweren Missbildungen an beiden Händen geboren, sodass er kleinere Dinge, wie einen Stift, nicht halten kann. Und das bedeutet auch, dass er in Rumänien nicht eingeschult wird, und so keine Schulbildung erhalten würde.
Das kunterbunte Kinderzelt holte Ciprian Anfang November nach Deutschland und stellte den kleinen Patienten am Universitätsklinikum Marburg vor. Der stellvertretende Direktor Dr. Dario Zovko und sein Team schenkten Ciprian in einer schwierigen 12 Stunden langen Operation zwei Hände mit Fingern, die Ciprian in seinem hoffentlich noch langen Leben nutzen kann. Drei zusammengewachsene Finger wurden getrennt, die Durchblutung in fast abgestorbenen Fingern wieder hergestellt und mit Haut aus der Leiste wurden mit fünf Transplantationen die Finger gestaltet. Für die Zeit der Behandlung wohnten Vater Csaba Sandor und Ciprian in einer Mitarbeiterwohnung des Vereins in Hohenzell.
Am Donnerstag brachte Bernd Druschel Ciprian und Csaba Sandor heim nach Rumänien, denn dieses Jahr möchte die Familie zusammen ein besonderes Weihnachtsfest feiern. Im Januar steht die nächste Nachuntersuchung in der Universitätsklinik Marburg an. Übrigens: bei der kürzlich wieder durchgeführten Weihnachtspäckchen-Aktion, bei der 6.434 gespendete Päckchen vor Ort von Mitarbeitern des kunterbunten Kinderzeltes verteilt wurden, entdeckte man das nächste Sorgenkind. „Ein sehr schwerer Fall,“ urteilte Bernd Druschel. Und das will was heißen, denn der Kinderzelt-Vorsitzende ist viel gewöhnt. Gleich machte man sich an die Formalitäten für eine Ausreise, aber das ist schwer, da die Kinder in den Romasiedlungen oft keine Ausweispapiere besitzen oder gar nicht registriert sind. Für die nächste kostspielige Operation erbittet der Verein wieder um Spenden, die voll abzugsfähig sind (Walter Dörr). +++