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MUSEUMSNACHT (3): Ergötzliches Schauessen und stimmungsvolles Licht // Osthessen|News

MUSEUMSNACHT (3): Ergötzliches Schauessen und stimmungsvolles Licht

Eine Attraktion war die Tafel des Fürstabtes ..
Foto: Max Colin Heydenreich

03.07.2004 / Fulda - Das 18. Jahrhundert wurde am Freitagabend im Fuldaer Stadtschloss wirklich lebendig. Pünktlich zum Beginn der "Museumsnacht" fanden sich zahlreiche Besucher in den historischen Räumen ein - schließlich konnte man ja eine Küchenmagd, Hofdamen und den Fürstabt in seinen Wohnräumen antreffen. Die Attraktion aber war der Programmpunkt "Schauessen: Die Hofgesellschaft feiert". Die bequemen Stühle im barocken Ambiente des Fürstensaales waren fast immer belegt. Kein Wunder - das besondere Diner war ebenso informativ wie amüsant gestaltet. Solche "Schauessen" gab es früher tatsächlich: zu besonderen Anlässen ludt der Fürstbischof verdiente Bürger ein. Die durften beileibe nicht mittafeln, sondern nur am Rande stehen, den Fürstbischof und seine Gäste beobachten, vielleicht auch etwas vom "höfischen Klatsch" mitbekommen. Was vielen Menschen heute merkwürdig bis unmöglich vorkommt, war damals eine Auszeichnung. Generell stehen musste gestern Abend niemand - es sei denn, es war gerade "proppenvoll". Den Spaß, den die Zuschauer bei der Darbietung hatten, war eine Erfolgs-Bestätigung für die Leiterin des Tourismus- und Kongressmanagements, Elisabeth Schrimpf. Sie hatte die Konzeption des Programms entwickelt - und selbst ihre Freude dran, auch wenn sie "am Rande" der fürstäbtlichen Tafel stand und auf den reibungslosen Ablauf achtete. Das "Schokoladenmädchen Adelheid von Jess" stellte die Mitwirkenden vor - vom Fürstabt bis zum Silberknecht - und moderierte charmant die jeweils etwa 20-minütigen Vorstellungen. Dabei erfuhren die Besucher eine Menge interessanter Details: erlesene Tafeln bestanden früher aus drei Gängen mit jeweils bis zu 20 verschiedenen Gerichten: vom Rind und Schwein über Wild, Geflügel aller Art, Karpfen bis zu Beuschel (Euter). Die Damen am Hof pflegten eine eigene "Fächersprache", mit der wahlweise Kavaliere angelockt oder abgewiesen wurden. Die weiß geschminkten Hofdamen ("...wir wollen doch nicht braun sein wie die Bauerntölpel") zeigten ein graziöses Menuett und holten sich dazu auch Besucher auf das Parkett. Natürlich durfte die Geschichte von der "Erfindung" der Spätlese durch die Verspätung eines reitenden Boten mit der "Weinlese-Genehmigung" des Fürstabtes für das Rheingauer Weingut Johannesberg nicht fehlen. Erheiternd auf die Zuschauer wirkten die Visionen des Fürstabtes, wie es in Fulda 100 Jahre später zugehen werde und seine Entschuldigung, die Tafel sei nicht so reich wie sonst gedeckt, da der fürstliche Hof wegen der Reformen sparen müsse. Der Hofgeistliche Sturmius Katzer wetterte gegen die Neuerungen des sozial eingestellten Heinrich von Bibra ( "...die Wallfahrt nach Walldürn hat er verboten, aber dann allgemeine Schulpflicht und öffentliche Bibliotheken - alles Teufelswerk"). Was nicht gesagt wurde, berichtet Ihnen "osthessen-news". Was hatten die Darsteller der fürstlichen Gesellschaft denn nun tatsächlich auf den Festtellern feinen Tellern ? Hummerpastete gab es, Tafelspitz, Rehpastete und diverse feine Salate, zubereitet und gestiftet vom renommierten Fuldaer Romantik-Hotel "Zum goldenen Karpfen". Und in die Kristallgläser wurde echter Wein eingeschenkt - Johannisberger Spätlese vom Schloss Schönborn. Da es "mehrere Diner-Durchgänge" gab, nippten die Teilnehmer der Hofgesellschaft meist nur am Wein und aßen zierlich eher kleine Happen. Für die unterhaltsame Umsetzung der fürstlichen Tafel waren mit edlem Ernst folgende Damen und Herren tätig: Jessica Stukenberg, Monika Herchen und die Darsteller der "La Compagne de La Cour": Jörg Alt, Georg Amshoff, Heide Berg-Raab, Elena Bonert, Jürgen Feller, Hans-Peter Hartung, Eberhard Heuser, Achim Hilfenhaus, Hildegard Hohmann, Ursula Richter, Heike Schau, Maria Tölle, Gabriele Wehr, Nadja Witzel. Für den "barocken Teint" sorgte Alexandra Niklasch und ihr Team. Den Abschluss im Stadtschloss bildete ein echtes "Highlight": die festliche Illumination mit hunderten von Kerzen, Flammschalen und Windlichtern der Fuldaer Firma EIKA. Für Konzeption und Umsetzung zuständig waren dabei Ulrike Mendez, Hermann Huth von der EIKA und Bianca Kresse von der Pressestelle der Stadt Fulda. Durch die Form der Aufstellung der Lichter wurde die - in der Barockzeit besonders gepflegte - Schönheit geometrischer Gestaltung viel deutlicher als bei "Tageslicht". Achsen, Geraden, Rondelle wurden leuchtend betont und schufen eine unnachahmliche Stimmung im Schlossgarten - da konnte man das Wetter vergessen und wahrhaft "lustwandeln". +++

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