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Deutschland im Halbfinale

Streifzug durch Innenstadt, Esperanto & Museumshof

Toooooooor! Auch vor dem Löwen in Fulda wurde gefeiert

05.07.2014 / FULDA - Der Weg bis ins Ziel ist nicht mehr weit. Mit einem knappen 1:0-Sieg gegen Frankreich zieht die deutsche Nationalmannschaft in die Runde der letzten vier ein und hat nur eines im Kopf. "Wir wollen nach Rio ins Finale." Im Halbfinale wartet am Dienstagabend Gastgeber Brasilien.



Punkt 18:13 Uhr osthessischer Ortszeit ging ein kleines Erdbeben durch die Region. Mats Hummels stiegt in zig tausend Kilometern zum Kopfball hoch, wuchtete den Ball ins französische Tor und ganz Osthessen lag sich in den Armen. Wo man in Fulda auch hinschaute: Alles voller Rudelgucker. Die komplette Fußgängerzone war besetzt mit Deutschlandfans, aus jedem Café, aus jeder Eisdiele konnte man die Stimme des Kommentators hören. Vor der Altstadt-Kneipe schauten alleine mehr als 200 Fans. Vorm Löwen hatten sich knapp 400 Leute zum Rudelgucken versammelt. 2.200 Fußballverrückte waren vor der Großbildleinwand im Museumshof, während die Esperantohalle mit ebenfalls 2.200 Fans feierte.

Es war wieder kein Hurra-Fußball, den die deutsche Elf gegen die "Equipe Tricolore" zeigte. "Das ist reiner Ergebnisfußball, aber das musst du auf dem Niveau auch machen, um ans Ziel zu kommen", beschrieb TV-Experte Mehmet Scholl das Auftreten der Deutschen. Überzeugt hat das stabile Abwehrbollwerk um Torschütze und Matchwinner Mats Hummels. Die Defensive hat wenig Chancen der Franzosen zugelassen, und wenn Valbuena, Benzema und Co. sich doch mal durchmogeln konnten, war Manuel Neuer wachsam.

Die Kreativabteilung der Löw-Elf war enttäuschend und das schon zum wiederholten Mal. Mesut Özil blieb völlig blass, Thomas Müller konnte leider auch nicht an die Leistungen der Gruppenphase anknüpfen. Auch der eingewechselte Mario Götze war nur ein Schatten seiner selbst. Deshalb mussten die tausenden Rudelgucker in Fulda auch bis zuletzt zittern und das knappe 1:0 über die Zeit bringen.

Völlig egal, wir sind eine Runde weiter. Der größtmögliche Brocken wartet Dienstag 22 Uhr in einer Light-Version. Die unberechenbare Waffe der Brasilianer, der, auf dem die Hoffnung einer ganzen Nation ruhen, Neymar Junior, fällt für den Rest der WM aus. Er hat sich gegen Kolumbien einen Wirbel gebrochen. Dennoch ist die Selecao nicht zu unterschätzen. Das Ziel rückt immer näher. (Julius Böhm) +++

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