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800 im Museumshof

Muss das so spannend sein? - Deutschland im Viertelfinale



01.07.2014 / FULDA - Fußballromantiker werden das spannende Spiel Deutschland gegen Algerien genossen haben. Es ging hin und her, der Favorit verzweifelte fast an den Nordafrikanern. Normale Fußballfans waren während der insgesamt 120 Minuten wohl einige Male nahe einem Herzinfarkt. Im Fuldaer Museumshof waren sich beim Rudelgucken 800 Fans einig: "Müsst ihr das so spannend machen?" Am Ende reichte es zum 2:1-Sieg nach Verlängerung gegen Algerien.



Die deutsche Nationalmannschaft hatte im WM-Achtelfinale viele große Chancen, um bereits in der regulären Spielzeit in die nächste Runde einziehen zu können. Nach einer durchwachsenen ersten Hälfte, in der die Underdogs aus Algerien mindestens gleichwertig waren, kam die Löw-Elf nach dem Seitenwechsel immer besser ins Spiel und wurde nach und nach ihrer Favoritenrolle gerecht. Mit zahlreichen Chancen hielten sie die Fans im Stadion, vor den vielen Fernsehbildschirmen und vor der Großbildleinwand im Museumshof in Atem. Der algerische Keeper M’Bohli verhinderte Treffer von Schweinsteiger, Schürrle, Müller und Co. und hielt so die Chance der Afrikaner auf ein Weiterkommen fest.

Shokran Mustafi verletzt sich bei Befreiungsschlag

Shkodran Mustafi spielte erstmals von Anfang an, konnte sich aber in einer im ersten Abschnitt indisponierten deutschen Mannschaft nicht in Szene setzen. Ebenso wie Benedikt Höwedes rückte der 22-Jährige aus Bebra auf der ungewohnten Außenverteidigerposition immer wieder weit mit auf und hatte Pech als er auf der rechten Seite frei durch war, der Schiri jedoch eine angebliche Abseitsposition (gleiche Höhe) sah. Die vielen Ballverluste in einer ideenlosen Mannschaft brachte die deutsche Defensive immer wieder in Bedrängnis und Torhüter Manuel Neuer musste mehrfach mit waghalsigen Ausflügen die Fehler der Vorderleute ausmerzen. Im zweiten Abschnitt hatte Mustafi gar die Chance zum 1:0, doch sein Kopfball war zu unplatziert. Der sensationell starke algerische Torhüter hatte keine Probleme mit Mustafis Kopfball. Wenig später dann das unglückliche Aus: Bei einem Befreiungsschlag verletzte sich Mustafi am Oberschenkel und musste ausgewechselt werden. Für ihn kam Sami Khedira. Das deutsche Spiel wurde nach der Pause zwar besser, gegen die kämpferisch starken Algerien tat sich das Team von Jogi Löw unerwartet schwer.

Erst in der Verlängerung erlöste Andre Schürrle die Fans im Museumshof: Nach einem ungewollten Hacktor des Spielers in Diensten des FC Chelsea kannte die Freude unter den 800, die sich bei kühlen 10 Grad zusammengekuschelt hatten, keine Grenzen. Doch es waren noch mehr als 25 Minuten zu überstehen, die nichts für schwache Nerven waren. Mesut Özil erhöhte auf 2:0, woraufhin Algerien promt den Anschluss erzielte. Über letzten Sekunden zitterten sich die Löw-Elf dann in die nächste Runde. Ein deutlich größerer Brocken als die Wüstenfüchse wartet dann am Freitag (18 Uhr) im Viertelfinale. Die Weltmeister von 1998, Frankreich, treffen in der nächsten Runde auf Deutschland. (jub/hhb) +++

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