RUDELGUCKEN 6 - kein Public Viewing
... und deshalb keine "Leichenschau": ON-Leser im Fußballfieber
Fotos (6): Axel Häsler
17.06.2014 / REGION -
Wenn Fußball-Fans sich zusammenrotten, um gemeinsam die Spiele der Weltmeisterschaftsendrunde anzuschauen, hat das trotzdem herzlich wenig mit dem "Ausstellen eines aufgebahrten Leichnams" zu tun. Genau das bedeutet nämlich "Public viewing". Diese Tatsache wurde zuletzt bei der EM 2008 medial durchgenudelt - und trotzdem findet sich der Ausdruck auch diesmal wieder in (fast) allen Ankündigungen von Kneipen, Vereinen und privaten Veranstaltern.
Muss das sein? Nee, muss nicht. Keine Angst: ON startet jetzt keinen Wettbewerb, um eine schöne Alternative für den bekloppten Ausdruck zu finden. Denn das haben schon andere erledigt. Vor ziemlich genau zwei Jahren hat 1Live, die Radio-Welle des WDR, ihre Hörer dazu aufgerufen, alternative Wortschöpfungen einzureichen. Gewonnen hat am Ende ein ebenso knapper wie charmanter Vorschlag: "Rudelgucken". Die ON Redaktion ist wild entschlossen, in Zukunft diesen Ausdruck zu verwenden, wenn es um das "gemeinsame Sichansehen von auf Großbildleinwänden im Freien live übertragenen Sportveranstaltungen" - wie es der Duden formuliert - geht. In diesem Sinne: viel Spaß beim Rudelgucken! (ma/th) +++