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Millionenpublikum am TV

Blasmusik und viel Lob für eine megageile Saison


Fotos: Julius Böhm und Hans-H. Braune

09.06.2014 / TISCHTENNIS - Bei der Siegerehrung auf einer Hubbühne in der Frankfurter Fraport-Arena schauten die Jungs vom TTC Rhönsprudel Fulda-Maberzell noch ein bisschen enttäuscht den zahlreichen TV- und Fotokameras entgegen. Mit der Silbermedaille um den Hals - wie oder warum sollte man sich da freuen? Doch nur wenige Minuten später ist die Schmach der denkbar knappen Final-Niederlage gegen den ewigen Rivalen Borussia Düsseldorf verschwunden. Und das völlig zu recht. Sie haben schließlich eine überragende Saison gespielt, wurden souveräner "Meister" der normalen Bundesliga-Runde und hatten eben im Finale das Pech auf die überragenden Timo Boll und Patrick Baum zu treffen. Zweiterer hat schon mal einen Vorgeschmack darauf gegeben, was die heimischen Tischtennis-Fans von ihrem Neuzugang in der nächsten Saison erwarten können.



3:1 hieß es am Ende des Tischtennis-Finales um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft für Borussia Düsseldorf - zum 26. Mal in der Vereinsgeschichte. Und fast so wirkte der Jubel bei den Verantwortlichen. Manager Preuß gelang es erfolgreich, die drohende Sektdusche seiner Spieler abzuwehren.

Zu diesem Zeitpunkt waren die rund 1.000 Fans aus Osthessen längst aus dem Glutofen heraus. Sie hatten dem Finale mit ihrer fantastischen Stimmung den Stempel aufgedrückt. Fast so wie auf der legendären Südtribüne der Dortmunder Borussia im Fußball standen sie wie eine "orangefarbene Wand" hinter ihrer Mannschaft. Gerade im Duell zwischen Wang Xi und Timo Boll dürfte sich der deutsche Tischtennis-Topstar im eigenen Land  ein bisschen fremd vorgekommen sein. "Wang Xi, Wang Xi" hallte es immer wieder durch das weiten Rund in der mit 3.500 Fans ausverkauften Fraport-Arena. Die rund 200 Fans der Düsseldorfer versuchten mit "Timo, Timo"-Rufen dagegen zu halten und so passte die Stimmung zu einem Spiel auf absolutem Weltklasse-Niveau. Fulda-Maberzells Chinese demonstrierte den Fans in der Halle und dem Millionenpublikum etwa der ZDF-Sportreportage, die ihren über sechsminütigen Beitrag im wesentlichen auf dieses Match konzentrierte, wie nah er dran ist an Deutschlands Vorzeige-Tischtennisspieler.

Es waren Kleinigkeiten, teilweise wenige Millimeter, die letztlich über Sieg oder Niederlage entschieden. Die Erleichterung, der Jubel bei Timo Boll zeigte, wie eng die Sache war. Düsseldorf hat sein Ziel einmal mehr erreicht. Nach dem Pokalsieg von Stuttgart - ebenfalls gegen  die Osthessen - nun die Meisterschaft. Sie waren auff den Punkt fit. Es ist der kleine Unterschied: Gerade Boll und Baum haben bereits viele große Finals auf internationaler Ebene gespielt und diese Erfahrungen machen derzeit wohl noch den kleinen aber feinen Unterschied aus.

Am Sonntagabend kehrten die osthessischen Cracks des TTC Fulda-Maberzell mit ihren Fans aus Frankfurt zurück nach Fulda zur heimischen Hubtex-Arena und feierten ausgelassen einen Saisonabschluss, der als erfolgreichster in die Vereinsgeschichte eingeht. Zehn Jahre sind sie nun in der Tischtennis-Bundesliga dabei und sie rütteln ganz gewaltig am Thron der Düsseldorfer. Und nicht nur die Fans der Osthessen sind sich sicher: Beim nächsten Mal holen sie sich die Krone. Auch Fuldas Oberbürgermeister Gerhard Möller und Neu-Bürgermeister Dag Wehner - er feuerte die Mannschaft nach Kräften gemeinsam mit dem Staatssekretär im Hessischen Sozialministerium und Vorgänger Dr. Wolfgang Dippel sowie dem heimischen Bundestagsabgeordneten Michael Brand nach Kräften in der Fraport Arena an - lobten das Auftreten und das Engagement der Maberzeller samt ihren vielen ehrenamtlichen Helfern. Die Blasmusik vom Musikverein Mittelrode spielte auf. Nun schauten auch die Jungs vom TTC wesentlich fröhlicher in die Augen ihrer Fans - und schon jetzt ist die Vorfreude auf die nächste Saison riesig. (Hans-Hubertus Braune) +++

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