Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg
Stefan ZIMMERMANN probiert Streetstepper
Fotos: Barbara Enders
06.05.2014 / BURGLAUER -
Zum zweiten Male fand in Burglauer der Team-Biathlon statt. Eines der Teams, die im Minutenabstand auf die Strecke geschickt wurden, bestand aus dem Wegfurter Lehrer Stefan Zimmermann und seiner sportlichen Tochter Sophie. Das ist an sich nichts Ungewöhnliches, beide sind häufig und erfolgreich bei den Radveranstaltungen der näheren und weiteren Region vertreten.
Was dieses Mal ins Auge des Betrachters fällt, ist das ungewöhnliche Fahrzeug von Stefan Zimmermann, ein sogenannter Streetstepper, Typ MTS 26, von seinen Sportfreunden häufig als „Stehrad" bezeichnet und für den Außenstehenden sehr anstrengend zu fahren wirkt.
Die Optik dieses „Stehrades" ist sehr ungewöhnlich, man vermisst den Sattel, zudem sehen die Pedale sehr überdimensioniert aus, gleichen eher nach hinten gerichteten Hebeln als einem Pedal. Der Lenker erscheint etwas groß und sehr hoch. Insgesamt wirkt dieses Sportgerät eher wie ein Stepper aus dem Fitness-Studio, auf dem sich der Fahrer eher wippend als radelnd vorwärts zu bewegen scheint.Such´ dir ein Fahrrad ohne Sattel.
Lehrer ist Leitfigur des MTB-Fahrens
Suche nach Alternativen
Für Stefan Zimmermann bedeutete das aber nicht, die Hände in den Schoß zu legen. Er recherchierte und fand über das Internet eben jenen kleinen Hersteller der sogenannten Streetstepper, die in kleiner Stückzahl produziert werden. Dieses Gerät wurde unter anderem für Bandscheibenkranke konzipiert, die aufrecht stehen müssen aber auch fit bleiben wollen. Den von ihm gefahrenen Radtyp gibt es laut seiner Aussage seit 2013 und bereits seit Februar 2014 trainiert er nun auf diesem Sportgerät. Ein gewöhnliches Mountainbike wiegt zwischen neun und zehn Kilo, der Streetstepper bringt gute 15 Kilo auf die Waage. „Warum soll man Gewohnheiten aufgeben", sagt Stefan Zimmermann selbstbewusst und meldete sich nun mit seiner Tochter zur Team-Veranstaltung in Burglauer an. Viele Zuschauer glaubten, dass es nur eine Marotte des Fahrers sei, mit diesem Fahrzeug zu starten.
„Es ist anstrengender als ein normales Rad, es gibt keine Entspannungsphasen, immer Stehen und immer Treten", lautet Zimmermanns Urteil nach vielen Touren durch die Rhön. Indes ist er „insgesamt sehr zufrieden, dass es überhaupt so geht und ich künftig wieder mit meinen Schüler fahren kann".Auf ebener Strecke punktet das MTB Tochter Sophie kann kaum mithalten, obwohl auch sie eine ambitionierte Radlerin ist. „Bergauf und bergab muss ich sehen, dass ich dran bleibe, nur auf ebener Strecke bin ich etwas im Vorteil", ist ihr Fazit. Stefan Zimmermann fügt an, dass er bei jeder der dreimal 4,7 km langen Runden langsamer wurde, da das Fahren mit dem Streetstepper sehr kräftezehrend ist. „Beim Bergabfahren ist das wie beim Skifahren", schmunzelt er, „man stellt die Pedale parallel und fährt quasi eine Art Stemmbogen".
„Hauptsache, mit Herrn Zimmermann"
Derzeit kümmert er sich beruflich mehr um die Organisation des MTB-Sportes seiner Schule im Hintergrund. Bereits am Dienstag, 06.05.2014, findet rund um die Kreuzbergmittelschule in Bischofsheim ein Schulentscheid statt, der von ihm organisiert wird.Seinen Schülern hat er versprochen, zur Zweitagestour im Juli wieder mit ihnen unterwegs zu sein, „dann halt zu meinen Bedingungen", fügt er an. Auch das Techniktraining möchte er dann wieder leiten, allerdings im Stehen. Seine Schüler haben das akzeptiert, „Hauptsache, wieder mit Herrn Zimmermann fahren", freuen sie sich auf die Rückkehr ihres Lehrers in den Radunterricht. (ara)
Funktion des Streetsteppers laut Beschreibung des Herstellers auf dessen Internetseite www.streetstepper.com:
„Streetstepper haben voneinander unabhängige Pedale bzw. Stephebel. Jeder Stephebel treibt über eine nichtlineare Kinematik eine nockenförmige Antriebsscheibe an, die bei jedem Tritt das Übersetzungsverhältnis bzw. den Widerstand stufenlos und automatisch reguliert. Industriefreiläufe wandeln die oszillierende Drehbewegung der Antriebsscheiben in eine kontinuierliche Drehbewegung um. Diese Drehbewegung der Getriebewelle wird mit einem herkömmlichen Fahrrad-Kettenantrieb auf das Hinterrad übertragen. Je nach Streetstepper-Modell verfügt der Kettenantrieb über 9 oder 30 Gänge, die wie beim Fahrrad über Hebel oder Drehgriffe am Lenker geschaltet werden können. Die automatische Regulierung des Übersetzungsverhältnisses bzw. des Widerstandes ist in jedem gewählten Gang aktiv."Mehr Infos zum 2. Team-Biathlon in Burglauer unter www.schuetzen-burglauer.de +++