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Eine bärenstarke Truppe im Solztal

TSV Sorga 1914 feiert 100. Geburtstag

Dem Sport – besonders dem Turnen – verpflichtet fühlten sich die Vereinsmitglieder bereits in den Anfangsjahren.

14.03.2014 / SORGA - 1914 ist momentan in aller Munde. Egal, ob in Wort und Bild: sämtliche Medien und Ausstellungen setzen sich mit dem Schicksalsjahr des 20. Jahrhunderts auseinander, das mit Ausbruch eines hochindustrialisierten Krieges die Welt aus ihren Fugen riss und in den Abgrund taumeln ließ. In den Wirren jener Zeit hob Lehrer Löwer gemeinsam mit anderen sportbegeisterten Herren im Solztal einen Schwerathletikverein aus der Taufe, heute bekannt als der Turn- und Sportverein (TSV) Sorga 1914 e.V. Obwohl der Verein im Verlauf des Ersten Weltkrieges nur noch dem Namen nach existierte, ging es bereits kurz nach Kriegsende steil bergauf. Im Oktober 1919 trafen die in Chemnitz bestellen Turngeräte ein. Kostenpunkt? 863,15 Mark.

„Der heutige TSV Sorga wurde damals mit hartem Regiment geführt", erläutert der Vereinsvorsitzende, Karl-Ernst Wiechers. „So beschloss der Vorstand, eine Strafe von 20 Pfennigen für nichtentschuldigtes Fernbleiben von der Turnstunde festzusetzen. Wer bei drei aufeinanderfolgenden Turnstunden fehlte, wurde gar vom Verein ausgeschlossen. Aber das war noch nicht alles: Weil mit dem vereinseigenen Fußball etwas ‚wüst’ umgegangen wurde – auch die Turner kickten gerne mal auf dem Rasen – durfte der Zeugwart die Pille nur auf Geheiß des Vorsitzenden herausrücken." Jedoch ließ der Erfolg nicht lange auf sich waren – immerhin landeten die Turnerinnen und Turner bei vielen Sportfesten, sowohl auf regionaler als auch auf überregionaler Ebene, auf den vordersten Plätzen. „Beispiele hierfür sind die Teilnahmen beim Deutschen Turn- und Sportfest in Breslau sowie in Berlin", betont Karl-Ernst Wiechers. 

Wenige Tage nach Ende des Zweiten Weltkrieges kursierte – mit der Gründung des Sport-Clubs-Sorga – das Fußballfieber im Ort. „Da in dieser schweren Zeit kein Geld und kein Übungsmaterial da waren, resignierten die Spieler. Mit der Folge, dass der Verein sich 1950 auflöste", erklärt Christa Zboron, die in den 1980er und 90er Jahren die Geschicke des TSV leitete. Allerdings machte ab Mitte der 1940er Jahre noch eine andere Sportart auf sich aufmerksam: Tischtennis. „Fünf Jahre lang hintereinander war Sorga Bezirksmannschaftsmeister des Sportbezirks Fulda mit seinen fünf Kreisen", ergänzt Karl-Ernst Wiechers. „In Witzenhausen gewannen unsere Tischtennis-Asse dreimal das Sechs-Städte-Turnier. Auch im Rhein-Main-Gebiet gab es lange Gesichter, weil Jugendliche aus einem kleinen, unbekannten Dörfchen plötzlich den Großen die Titel wegschnappten." 

Ein Verein im Zug der Zeit 

1951 formierte sich der Turnverein Sorga in einen Turn- und Sportverein um: der Grundstein für eine eigene Fußballabteilung wurde gelegt. Am 1. Juni 1959 konnte das neue Domizil – das Aue-Stadion mitsamt dreibahniger Laufanlage – eingeweiht werden, wenig später wurde das Sportlerheim errichtet. „Wettkämpfe folgten auf Wettkämpfe", sagt Christa Zboron. „Der TSV brachte eine bärenstarke Leichtathletik-Mannschaft hervor, die hessenweit Titel errang. Der Tischtennisabteilung glückte sogar der Aufstieg in die Landesliga." Die tragende Säule dieser Blütezeit war Oberturn- und Sportwart, Heinrich Mainz, der sich nicht nur für den Sport interessierte, sondern auch in Sachen kulturelles Leben in Sorga eine Institution verkörperte. „Im Sommer 1968 kam Heinrich Mainz bei einem Sportunfall ums Leben", erinnert sich der TSV-Vorsitzende. „Im zu Ehren fanden in regelmäßigen Abständen Heinrich-Mainz-Gedächtnisturniere statt; dabei handelte es sich um Jugendfußballturniere, die auf internationaler Ebene ausgetragen wurden." 

Überhaupt wurden in jenen Tagen, dem Engagement der Mitglieder und Gönner sei Dank, viele neue Ideen geboren: Mit der Karnevals-, Tennis-, Wander-, Prellball-, Brennball- sowie der Gymnastikabteilung stellte sich der TSV Sorga, der momentan 600 Mitglieder zählt, in puncto Breitensport gut auf. „Etliche hessische Einzel- und Mannschaftsmeister aus der Sparte des Leistungsturnens sprechen für sich", resümiert Christa Zboron.  

Ein ganz aktuelles Thema sei der vorbeugende Gesundheitssport. „Mit Stolz erfüllt uns, dass wir seit 2001 über das Prädikat ‚Pluspunkt Gesundheit’ des Deutschen Turnerbundes (DTB) verfügen und dass es uns immer wieder gelingt, qualifizierte Übungsleiter bereitzustellen." Dies sei keine Selbstverständlichkeit, da es inzwischen viele anderen Freizeitmöglichkeiten auf sportlicher Ebene gebe, unterstreicht Karl-Ernst Wiechers. „Ich denke hierbei an Fitnessstudios, die wie Pilze aus dem Boden sprießen. Ein Verein kann heutzutage nur überleben, wenn alle Mitglieder hinter ihm stehen und direkt vor Ort am aktiven Leben teilnehmen." Deshalb sei es immens wichtig, dass der TSV Sorga Sport für alle biete – und zwar von jung bis alt. (Stefanie Harth)

Die Termine des TSV Sorga im Jubeljahr:

- Samstag, 22. März, 19 Uhr: Vereinsabend mit Ehrung von langjährigen Mitgliedern im Sportlerheim Sorga.
- 21. und 22. Juni: Stadtmeisterschaften im Jugendfußball im Sorgaer Aue-Stadion.
- 5. Juli: Stadtmeisterschaften im Seniorenfußball im Sorgaer Aue-Stadion.
- 19. und 20. Juli: Buntes Treiben im Sorgaer Aue-Stadion mit großem Sommerfest und Brennballturnier.
- 13. Dezember: Jahreshauptversammlung und Weihnachtsfeier in der Sorgaer Mehrzweckhalle. +++

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