O, du fröhlicher Advent
Chor und Blechbläser überzeugten auf ganzer Linie
Alle Fotos: Hans-Hubertus Braune
09.12.2013 / BAD HERSFELD -
Und das Programm konnte sich hören lassen: Fulminant eröffneten Blechbläserensemble und Chor mit „Joy to the world" und schlossen dann mit deutlich besinnlicheren Stücken wie „Weihnachtszeit, du stille Zeit", aber auch Klassikern wie „Fröhliche Weihnacht" an. Durchweg überzeugten die Sänger dabei mit präziser Intonation, einem wohl durchmischten Gesamtklang und sauberer Artikulation. Großen Applaus erhielten sie bereits kurz nach Konzertbeginn für „Lasst uns lauschen, heilige Engel". Das weihnachtliche Wiegenlied aus dem 19. Jahrhundert interpretierten Chor und Solistin Dana Otto anrührend und technisch sauber. Die junge Solistin berührte mit ihrer zarten Sopranstimme, die besonders in den Höhen wunderbar zerbrechlich wirkte.
Marisa Linß und Oliver Breul trafen nicht nur die richtigen Töne, sondern auch den richtigen Nerv mit einem wunderbaren „What child is this?". Zart und schön im Zusammenklang präsentierten sie das bekannte Weihnachtslied, das auf der Melodie des englischen "Greensleeves" basiert.
Einen von vielen Höhepunkten der Konzerte stellte „Engel singen Jubellieder", gesungen von dem bewährten Quartett Matheus Drzewiecki, Sven Heidler, Martin Gellert und Oliver Breul, dar. Sangen sie im Sommer, beim Abschlusskonzert der Bad Hersfelder Festspiele, noch scherzend Liebeslieder, gelang es ihnen am vergangenen Wochenende stimmsicher vorweihnachtliche Gefühle zu transportieren. Auch nutze hier Chorleiter Meiß die tollen räumlichen Gegebenheiten und platzierte das Quartett auf der Empore.
Wenn Schneegestöber erklingt
Mit einem vokalen und instrumentalen Inbild von Schneegestöber eröffneten die Musiker die zweite Hälfte ihres Programms. „Carol of the bells" begann geheimnisvoll, mystisch, ein bisschen wie ein Stück Filmmusik. Vor allem Anastasia Boksgorn an der Solovioline glänzte hier mit absoluter Treffsicherheit in Ton und Timing. Lyrisch leichtes Spiel lag ihr ebenso wie tiefe Dramatik. Das Publikum bedachte Chor und Instrumentalisten dafür mit langanhaltendem Applaus.
Eine vielstimmige und ganz besondere Version ließen die Sänger von „Es ist ein Ros entsprungen" erklingen. Durch langsam sich aufbauende Mehrstimmigkeit erzeugten sie Gänsehaut und schafften es zugleich durch saubere Artikulation, jedes Wort verständlich zu machen. Auch hier wurde der Raum wieder genutzt und Meiß platzierte die Sänger entlang der Gänge und inmitten der Zuhörerschaft.
Mit schöner, klarer Sopranstimme sang Solistin Jacqueline Hartwig, begleitet von Chor und Bläsern „Cantique Noel" und glänzte vor allem in den Höhen. Leider ging sie trotz Mikrofoneinsatzes in den lauten Passagen von Chor und Blechbläsern etwas unter.
Eine Reihe von Klassikern, darunter Jingle Bells mit dem guten lyrischen Tenor Matheus Drzewiecki als Solist, sowie John Lennons „Happy Xmas (War is over)" und „Santa Claus is coming to Town" von den Blechbläsern brachten das Publikum, ebenso wie die Sänger auf der Bühne zum beschwingten Schunkeln. Mit einem Weihnachtslieder-Feuerwerk endete das Konzert und Sänger und Bläser zogen mit leuchtenden Kerzen in den Händen zum spanischen „Santo, Santo, Santo" aus der Kirche aus.
Das begeisterte Publikum bedankte sich mit tosendem Applaus und stehenden Ovationen für das kurzweilige Programm und die beeindruckende Leistung der Musiker. (Sabrina Ilona Teufel)+++