Fromme Bücher des 19. Jahrhunderts: Fachtagung & Vortrag Dr. IMHOF
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19.11.2013 / FD REGION - Fromme Bücher des 19. Jahrhunderts: Massenhaft hergestellt, für ihren liturgischen und andächtigen Gebrauch oft festlich geschmückt, vielfach gebraucht und verbraucht, ganz der Zeitgenossenschaft verpflichtet und oft genug mit dem Zeitgeschmack veraltet und untergegangen drängen sie erst allmählich in die wissenschaftliche Wahrnehmung. Die interkonfessionelle Altbestandkommission der Arbeitsgemeinschaft Katholisch-Theologischer Bibliotheken (AKthB) und des Verbandes kirchlich-wissenschaftlicher Bibliotheken (VkwB) lädt am 28./29. November 2013 in die Bibliothek des Priesterseminars nach Fulda zur ersten gemeinsamen Fachtagung.
Thema der Veranstaltung sind die Bücher aus der Jahrhundertwende (1880 - 1914) und ihre Einbände. Theologische und liturgische Publikationen sowie Werke der privaten Frömmigkeit aus dem späten 19. Jahrhundert bilden- nicht zuletzt anhand der hohen Bestandszahlen - einen Sammlungsschwerpunkt in vielen kirchlich-wissenschaftlichen Bibliotheken.
Auf der anderen Seite entsteht aufgrund der zunehmenden digitalen Bereitstellung größerer Informationsmengen ein wachsendes Bedürfnis nach Klärung der kontextuellen Materialität und Ästhetik des historischen Buches. Wissenschaftliche Untersuchungen zu Buchaustattung und Verlagseinbänden um die Jahrhundertwende liegen nur punktuell für ausgewählte Textgattungen vor. Vor dem Hintergrund allgemeiner historischer Entwicklungstendenzen versucht die Tagung eine erste gattungsspezifische Bestandsaufnahme für Liturgica, Gesang- und Gebetbücher sowie Andachtsliteratur des späten 19. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum. Zweck der Veranstaltung ist es, die Kolleginnen und Kollegen aus Bibliotheken, Archiven und anderen institutionalisierten oder privaten Sammlungskontexten für die erst allmählich dem Altbestand zugerechneten Bücher der Jahrhundertwende zu sensibilisieren, sie in den geistesgeschichtlichen, vor allem buchhistorischen Zusammenhang zu setzen und als aussagekräftige Buchobjekte kenntlich zu machen sowie auch Perspektiven für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesen Objekten im Spannungsfeld zwischen Forschung und bibliothekarischem Alltag aufzuzeigen.
Aus Anlass der Tagung referiert der Kunstverleger Dr. Michael Imhof (Imhof-Verlag, Petersberg) über das Thema "Der zeitgenössische Verlagseinband und die Tradition". Der öffentliche Abendvortrag findet am Donnerstag 28.11. um 19.30 (s.t.) im Auditorium maximum der Theologischen Fakultät statt. Die Teilnahme am Abendvortrag ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Die gemeinsame Altbestandkommission der Arbeitsgemeinschaft Katholisch-Theologischer Bibliotheken (AKThB) und des Verbandes kirchlich-wissenschaftlicher Bibliotheken (VkwB) berät die Mitgliedsbibliotheken in Altbestandsfragen, ist um die Verzeichnung und Erschließung der mittelalterlichen und neuzeitlichen Handschriften und der Inkunabel in kirchlichem Besitz bemüht und sieht sie sich als Multiplikator für Methoden zur Konservierung, Restaurierung, Erschließung und Verzeichnung von Altbeständen. +++