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Was für eine "Theater-Schlacht": Streit FEHLING vs. FREYTAG eskaliert

Zwei, die offenbar nicht miteinander klar kommen: Bürgermeister (li) und Intendant

02.11.2013 / BAD HERSFELD - Im einem osthessen-news.de-Gespräch am Donnerstag reagierte Festpielintendant Holk Freytag auf die Aussagen des Bad Hersfelder Bürgermeisters Thomas Fehling zum Festspiel-Marketing. Fehling hatte in einer Ausschusssitzung erklärt, dass die Marketingverhandlungen "zäh verlaufen". "Ich weiß von keinen Verhandlungen", hatte Freytag daraufhin erwidert. Am Freitag gab der Intendant in einer Presseerklärung dann einen ausführlichen Einblick seiner Sichtweise zur Situation zwischen Festspiel-Intendanz und Bürgermeister. Die Redaktion von osthessen-news.de veröffentlicht nachfolgend die beiden Pressemitteilungen der "Streithähne" im Wortlaut. Zunächst die Erklärung von Holk Freytag:



"Zum Verhalten von Bürgermeister Fehling im Zusammenhang mit den Vorbereitungen für die 64. Bad Hersfelder Festspielen erlaube ich mir die folgenden Bemerkungen. Ich kann es nicht mehr zulassen, dass das Stadtoberhaupt, dem das Wohl der Festspiele anvertraut ist, jede Gelegenheit benutzt, den Festspielen zu schaden und meine Arbeit zu untergraben.

1. Es ist nicht so, dass hier zwei Menschen aus irgendwelchen irrationalen Gründen „nicht miteinander können", wie es seit Monaten gerne dargestellt wird. Es ist vielmehr so, dass der Bürgermeister sich mir gegenüber fehlverhält, indem er nicht aufhört mich grundlos zu beschuldigen und für Dinge verantwortlich macht, die er selbst verursacht hat. Beispiele: verzögerter Vorverkaufsbeginn, verzögerte Vorlage eines Marketingkonzeptes. Damit verletzt der Bürgermeister die Vereinbarung, die wir gemeinsam am 18. September getroffen haben, in Zukunft sachorientiert und gemeinsam zum Wohle der Festspiele zu agieren.

2. Mit der mir gerade zugegangenen erneuten Weigerung, den Vertrag des Technischen Leiters der Festspiele zu unterschreiben greift der Bürgermeister erneut in das operative Geschäft der Festspiele ein. Abgesehen davon, dass Hans Hageneuer bereits seit Wochen an der Vorbereitung der Proben- und Werkstattabläufe arbeitet, bedeutet die Nichteinstellung dieses äußerst verdienten Mitarbeiters, dass die Festspiele ohne die von der Versammlungsstättenverordnung vorgeschriebene Führungskraft dasteht. Eine qualitative personelle Alternative, die ich wegen der hervorragenden Arbeit von Herrn Hageneuer strikt ablehne, dürfte drei Monate vor Beginn der technischen Arbeiten nicht zu bekommen sein. Dies ist dem Bürgermeister bekannt.

3. Wir befinden uns in diesen Monaten in der arbeitsreichsten Phase der Vorbereitungen. Der Bürgermeister stört diese Phase permanent durch seine fachfremden Entscheidungen und grundlosen Angriffe – darunter leiden nicht nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Festspiele, darunter leidet die Qualität der Arbeit, die Voraussetzung für das notwendige Niveau der Festspiele ist.

4. Die Bad Hersfelder Festspiele haben durch die nicht endenden öffentlichen Debatten der letzten Monate, an denen der Bürgermeister eine erhebliche Mitschuld trägt, Schaden erlitten. Ich habe mich persönlich an diesen Debatten nicht beteiligt und jeden Kommentar der Presse gegenüber abgelehnt. Diese Haltung muss ich aufgeben, weil der Bürgermeister die Durchführung der Festspiele 2014 gefährdet. Ich kann nicht mehr verantworten, dazu zu schweigen.

5. Die Bad Hersfelder Festspiele sind ein Juwel in der deutschen Theaterlandschaft. Jeder, der einmal die Stiftsruine besucht hat, kann sich eine Gefährdung dieser Einrichtung, die das Alleinstellungsmerkmal dieser Stadt ist, nicht vorstellen. Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft ist eine harmonische Zusammenarbeit aller Beteiligten. Ich bin dazu nach wie vor bereit."

Nachfolgend die Reaktion von Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling:

In einer ersten Stellungnahme bedauert Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling, dass Intendant Holk Freytag den Gang an die Presse gewählt hat. "Es handelt sich bei den vorgetragenen Punkten um sensible Themen wie Personalangelegenheiten oder die Einhaltung von geschlossenen Verträgen, die intern zu klären sind", so Fehling.

"Die Verwaltung hat auf die geschilderten Vorgänge eine deutlich andere Sichtweise. Wie der von Freytag geschildeten Darstellung entnommen werden kann (Technischer Leiter arbeitet bereits ohne gültigen Vertrag), hat der Intendant offenbar erneut Fakten geschaffen, um die Stadtverwaltung vor vollendete Tatsachen zu stellen und so eine Entscheidung in seinem Sinne herbeizuführen. Es gilt nun zu prüfen, wie weiter mit den strittigen Punkten umgegangen wird und welche Konsequenzen aus dem Handeln des Intendanten erwachsen." Eine ausführliche Stellungnahme kündigt der Bürgermeister für die kommende Woche an. +++



Holk Freytag bricht sein Schweigen
Fotos: Hans-Hubertus Braune

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