K+S-Pressesprecher Michael Wudonig informierte die Medien.

02.10.2013 / UNTERBREIZBACH - Tragisches Unglück am gestrigen Dienstagnachmittag am Schacht II des thüringischen Standortes Unterbreizbach (Verbundwerk Werra) bei einer so genannten routinemäßigen "Gewinnungssprengung". Dabei kam es um 13:10 Uhr zu einem nicht vorhersehbaren Kohlensäure-Ausbruch und einer mächtigen Druckwelle mit einer starken dunklen Rauchwolke, die sich auch durch den Schacht über Tage auswirkte. In der Umgebung des Werkes waren Fahrzeuge und Gegenstände mit einer dunklen Staubschicht bedeckt. Fünf Stunden nach dem Vorfall wurden anfängliche Befürchtungen zur schrecklichen Gewissheit: von sieben betroffenen Kumpeln waren drei tot.  Insgesamt waren sieben Bergleute eingeschlossen. Zwei von vier Arbeitern konnten sich selbst befreien, zwei weitere retteten sich in einen Sicherheitsraum.


AKTUALISIERT h e u t e 03:30 Uhr:  Am frühen Mittwochmorgen ein Bild, das das tragische Unglück symbolisiert: drei Fahrzeuge von Bestattungsinstituten verlassen das Werkgelände mit den Leichnamen der Bergleute. Nach Angaben von Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz (CDU) handelte es sich bei den sieben Bergleuten um ein Vorauskommando, das immer nach einer Sprengung in der Grube die Lage vor Ort sondiert. Nach dem Unglück seien die drei Toten von der Grubenfeuerwehr auf dem Weg zu dem Schutzraum mehrere Kilometer vom Austrittsort des Gases entfernt in der Nähe des Schachteingangs gefunden worden. 
Es handelt sich wahrscheinlich um das schwerste Grubenunglück seit 1989 in Deutschland. Damals starben im hessischen Heringen drei Bergleute. Das Unternehmen sprach nach dem Unglück den Hinterbliebenen sein Beileid aus und auch Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) reagierte mit großer Betroffenheit.

AKTUALISIERT 23:30 Uhr:
Es ist eines der schwersten Untertage-Unglücke in Deutschland und in den letzten Jahrzehnten im hessisch-thüringischen Grenzgebiet. Nicht nur die Bewohner des 1.400-Seelen-Ortes Unterbreizbach sind schockiert, sondern auch die Menschen im wenige hundert Meter entfernten Philippsthal und dem benachbrten Heringen (beide Kreis Hersfeld-Rotenburg), aus denen die meisten Bergleute des K+S-Werkes "Werra" des Kasseler Kali- und Steinsalzproduzenten stammen. Deshalb ist auch auf hessischer Seite große Betroffenheit und Anteilnahme zu spüren. 


AKTUALISIERT 19:55 Uhr:  In der abgehaltenen Pressekonferenz gab das Unternehmen die schreckliche Nachricht bekannt, dass die drei Kumpel tot im Schacht gefunden worden sind. Noch wurden die 24, 50 und 56 Jahre alten Männer nicht geborgen. Die Menge des ausgetretenen Kohlendioxid ist bisher unbekannt – es muss sich aber nach Angaben des Unternehmens um exorbitante Ausmaße handeln. Kohlendioxid führt im menschlichen Körper zur Aufhebung der reflektorischen Atemanreizes, der schließlich zum Atemstillstand führen kann. 

Aktualisiert 19:10 Uhr:  
Insgesamt waren nach aktuellen Informationen sieben Bergleute eingeschlossen. Zwei der vier bereits wieder über Tage befindlichen Arbeiter konnten sich selbst befreien, zwei weitere hatten sich in einen Sicherheitsraum retten können, bis die Grubenrettung sie aus der Grube brachte. Die Lokalisierung der immer noch drei Vermissten ist nach derzeitigem Stand äußerst schwierig. Zum Zeitpunkt des Kohlensäureausbruchs sollen sie sich kilometerweit vom Ort der Sprengung aufgehalten haben, meldet das ZDF. Derzeit läuft eine Pressekonferenz – die aktuellen Informationen finden Sie in Kürze hier.

Aktualisiert 18:30 Uhr: 
In den Medien sind unterschiedliche Informationen zu Anzahl der ursprünglich eingeschlossenen Bergleute zu finden. Auch die Tiefe, in der sich die zur Stunde noch nicht lokalisierten Arbeiter befinden, werden mit 900 bzw. 700 Metern unterschiedlich vermeldet. Das Unternehmen K+S Kali GmbH beschäftigt im Kali-Revier Werra nach eigenen Angaben 4.370 Mitarbeiter, davon etwa 1.000 auf Thüringer Seite.

Aktualisiert 17:30 Uhr: 
Die Sprengung befand sich nach ersten Angaben in 900 Meter Tiefe. Von den fünf Vermissten werden derzeit zwei gerettet, zu den anderen drei Bergarbeitern bestehe noch kein Kontakt. Laut K+S-Sprecher Michael Wudonig habe das Staub/Salz/Co-2 Gemisch zu einer „Nanoexplosion" geführt und enormen Druck ausgelöst. Es handele sich dabei um ein „außergewöhnliches Ereignis", welches zuletzt vor 50 Jahren passiert ist. Derzeit ist die Grubenwehr unter Tage im Einsatz und sucht weiterhin nach Vermissten, über zwei Stellen sind sie ins Bergwerk gelangt und versuchen nun den Weg der Gesuchten nachzuvollziehen.

Aktualisiert 16:30 Uhr: Fünf Mitarbeiter befinden sich zum jetzigen Zeitpunkt noch unter Tage, zu dreien von ihnen besteht bisher kein Kontakt. Die Bergwerke Unterbreizbach und Merkers sowie der übertägige Bereiche der Schachtanlagen I und II wurden vorsorglich evakuiert. Grubenwehr und Werkfeuerwehr sind im Einsatz. Bergamt, Berufsgenossenschaft und die Bürgermeister der umgebenden Ortschaften wurden informiert. (hhb/am/km)+++

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