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In der evangelischen Christuskirche

Dekan Waap predigt beim ersten Hubertusgottesdienst

Festlicher Auftakt: Die Jagdhornbläser des Jagdvereins Diana Hünfeld spielen vor dem Altar der evangelischen Christuskirche Burghaun.
Fotos: Claudia Pfannemüller

08.11.2026 / BURGHAUN - Wonach jagen wir im Leben – und was verlieren wir dabei womöglich aus dem Blick? Diese Frage stand im Mittelpunkt des ersten Hubertusgottesdienstes in der evangelischen Christuskirche Burghaun. Dekan Dr. Thorsten Waap und Pfarrerin Lea Müller gestalteten die Feier am Freitagabend gemeinsam mit den Jagdhornbläsern des Jagdvereins Diana Hünfeld.



Ausgangspunkt der Predigt war die Legende des Hubertus, der als Schutzpatron der Jäger gilt. Der Überlieferung nach begegnete dem leidenschaftlichen Jäger eines Tages ein Hirsch, zwischen dessen Geweihstangen ein leuchtendes Kreuz erschien. Diese Begegnung veränderte sein Leben. Pfarrerin Lea Müller betonte: "Als evangelische Kirche verehren wir Hubertus nicht als Heiligen."

Seine Geschichte biete jedoch Anlass, über die Verantwortung für Gottes Schöpfung nachzudenken. "Die Legende des Hubertus handelt nicht von der Jagd, sondern von der Suche nach dem, was im Leben wirklich zählt", machte Waap deutlich. Er schlug den Bogen zur heutigen Gesellschaft: Menschen jagten Erfolg, Wohlstand und Anerkennung hinterher und liefen dabei Gefahr, ihre Seele aus dem Blick zu verlieren. Dazu erinnerte er an das biblische Wort: "Was hilft es dem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen und doch Schaden zu nehmen an seiner Seele?" Angesichts des wachsenden Leistungs- und Erfolgsdrucks komme es darauf an, wieder das rechte Maß zu finden.

Waap sprach über seine eigene Erfahrung mit der Jagd: Mit 16 Jahren hatte er seinen Jagdschein gemacht. Jagd bedeute für ihn auch, die Natur bewusst wahrzunehmen und zu genießen. Ein Reh beim Äsen zu beobachten, sei ein besonderer Moment: "Da geht einem Herz und Seele auf." Dabei werde spürbar, dass der Mensch Teil eines größeren Ganzen sei. Von diesem Naturerlebnis schlug der Dekan den Bogen zur heutigen Gesellschaft. Der Rückgang bäuerlicher Betriebe und die industrielle Fleischproduktion zu niedrigen Preisen zeigten, wie sehr sich der Umgang mit Tieren und natürlichen Lebensgrundlagen verändert habe. Waap warnte davor, den Bezug zur Landwirtschaft zu verlieren. Wer nicht mehr wisse, wie Lebensmittel erzeugt würden und woher sie kämen, verliere auch ein Stück seiner Verbundenheit mit der Natur.

Die Jagdhornbläser des Jagdvereins Diana Hünfeld prägten den Gottesdienst mit ihren festlichen Klängen. Neben dem "Hubertusmarsch" brachten sie mit "Sanctus" und "Agnus Dei" auch bekannte liturgische Stücke zu Gehör. Das Jagdhorn ist weit mehr als ein Musikinstrument: Es gehört zur traditionellen Jagdkultur und dient bis heute der Verständigung unter Jägern. Seine Signale begleiten die Jagd und geben dem jagdlichen Brauchtum einen eigenen musikalischen Ausdruck. Im Anschluss an den Gottesdienst waren die Besucherinnen und Besucher draußen zu Gegrilltem eingeladen. Bei Gesprächen und in geselliger Runde klang der erste Hubertusgottesdienst in Burghaun aus. (mp/pm) +++

Pfarrerin Lea Müller (rechts) und Dekan Dr. Thorsten Waap gestalteten den ersten Hubertus-Gottesdienst in der Christuskirche Burghaun.



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