Initiative "Omas gegen Rechts"
Diskussionen zum Schulamat-Statement - CDU und DGB reagieren
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07.11.2026 / BAD HERSFELD -
Der CDU-Stadtverband Bad Hersfeld begrüßt die Entscheidung des Staatlichen Schulamtes, weitere Auftritte der Initiative "Omas gegen Rechts" an Schulen zu untersagen. Zugleich spricht sich der CDU-Stadtverband dafür aus, auch in Kindertagesstätten auf Vorleseangebote und vergleichbare Aktivitäten politisch positionierter Initiativen zu verzichten.
Dabei gehe es ausdrücklich nicht darum, demokratisches Engagement oder die Auseinandersetzung mit Extremismus, Rassismus und Diskriminierung infrage zu stellen. Diese Themen seien wichtige Bestandteile unserer demokratischen Bildungsarbeit. Entscheidend sei jedoch, wer diese Inhalte vermittle und mit welcher politischen Zielsetzung dies geschehe.
Das Vorstandsmitglied des CDU-Stadtverbandes, Jonas Seitz, betont: "Schulen müssen Orte der politischen Bildung sein, an denen Kinder und Jugendliche lernen, sich eine eigene Meinung zu bilden und unterschiedliche Positionen kritisch zu hinterfragen. Dafür braucht es Neutralität und Ausgewogenheit. Der Name "Omas gegen Rechts" transportiert bereits eine politische Botschaft und vermittelt zumindest den Eindruck, dass rechts grundsätzlich schlecht und links entsprechend gut sei. Eine solche pauschale Einteilung wird unserer demokratischen Gesellschaft nicht gerecht."
Der Stadtverbandsvorsitzende Jan Saal erklärt hierzu: "Wir dürfen bei der Bewertung von Extremismus nicht mit zweierlei Maß messen. Rechtsextremismus ist genauso entschieden abzulehnen wie Linksextremismus. Gewalt, Intoleranz und die Missachtung unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung haben unabhängig von ihrer politischen Herkunft keinen Platz in unserer Gesellschaft. Wer politische Neutralität einfordert, muss diesen Maßstab konsequent in alle Richtungen anwenden."
Barbara Meyer, Mitglied des CDU-Stadtverbandes, führt dazu aus: "Kindertagesstätten sind Orte der frühkindlichen Bildung, der Sprachentwicklung und des sozialen Miteinanders. Kinder in diesem Alter können politische Botschaften und gesellschaftliche Zusammenhänge noch nicht entsprechend einordnen. Vorlesen sollte Freude an Sprache und Geschichten vermitteln und die kindliche Entwicklung fördern. Wir sprechen uns deshalb klar dafür aus, politisch positionierten Initiativen keine Plattform in unseren Kitas zu bieten."
Der CDU-Stadtverband betont, dass die Vermittlung demokratischer Grundwerte selbstverständlich zum Bildungsauftrag von Schulen und Kindertagesstätten gehöre. Dies dürfe jedoch nicht mit der Unterstützung oder Einbindung einzelner politischer Interesseninitiativen verwechselt werden.
Unsere Haltung ist eindeutig: Demokratie braucht Vielfalt, Meinungsfreiheit und Kontroversität. Schulen und Kindertagesstätten müssen Räume bleiben, in denen Kinder und Jugendliche nicht einseitig mit den politischen Botschaften einzelner Interesseninitiativen konfrontiert werden. Der CDU-Stadtverband Bad Hersfeld unterstützt daher das Vorgehen des Staatlichen Schulamtes und fordert, die Grundsätze politischer Neutralität auch bei der Zusammenarbeit mit Kindertagesstätten konsequent zu berücksichtigen.
Freiheitlich demokratische Grundordnung von Omas bedroht?
Da reibt man sich schon die Augen: Die "Omas gegen rechts" sollen nicht mehr in Schulen im Schulamtsbezirk vorlesen dürfen? "Das wird das Schulamt schon erklären müssen." sagt Werner Herbert, DGB-Kreisvorsitzender Hersfeld-Rotenburg. "Wir wollen deshalb hoffen, dass die Entscheidung des Schulamts sachlich begründet ist, und nicht durch Angst."Der DGB-Kreisverband fragt sich, was genau die beschwerdeführenden "besorgten Bürger" mit dem Zugangsverbot für die "Omas gegen rechts" in Hersfeld-Rotenburger Schulen verhindern wollen? Dass die Jugendlichen mehr über die schreckliche, jüngere Vergangenheit Deutschlands erfahren könnten? Vielleicht sogar über Rhina oder Pfaffenwald?
So ist es wohl!
Bestimmte aufstrebende Parteien wollen mehr deutsches Kaiserreich und weniger "Drittes Reich" im Unterricht/in der Schule. Sie wollen möglichst vergessen machen, was war, und weshalb Deutschland geteilt war. Faktisch fordern sie Geschichtsvergessenheit. Sie berufen Sich auf das sog. "Neutralitätsgebot" und haben bundesweit "Meldeportale" für angebliche Verletzungen dieses Gebots eingerichtet. Der deutsche Staat ist jedoch nicht neutral. Schule kann und darf an dieser Stelle nicht "neutral" sein. Unsere Verfassung ist aus gutem Grund antifaschistisch.
Der antifaschistische Staat mit einer wehrhaften Demokratie, hier in Form des Schulamts, lässt sich jedoch einschüchtern und verbietet die Besuche und Lesungen. "Und wenn alle anderen die von der Partei verbreitete Lüge glaubten – wenn alle Aufzeichnungen gleich lauteten –, dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit." Georg Orwell (1984). Der Kreisverbandsvorsitzende: "Diese Leute versuchen, die Geschichte zu ändern, das dürfen wir nicht zulassen. Nie wieder ist jetzt! Wir werden weiter Fragen an das Schulamt haben und weiter Lesungen durchführen. Geben wir den Schulen und den Lehrer*Innen die Sicherheit, aus unseren Kindern aufrechte Demokrat*Innen zu machen – auch durch Lesungen von Omas!", schreibt der DGB-Kreisverband in seiner Pressemitteilung abschließend. (hhb/pm) +++