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Entscheidung im Bundestag

K.o.-Tropfen bei Sexualdelikten: Künftig mindestens fünf Jahre Haft

K.o.-Tropfen gelten als farb-, geruchs- und geschmacklos und sind deshalb besonders gefährlich.
Foto: picture alliance | Christian Ohde / CHROMORANGE

06.11.2026 / BERLIN - Wer K.o.-Tropfen für Sexual- oder Raubdelikte einsetzt, soll künftig härter bestraft werden. Der Bundestag hat am Freitag eine entsprechende Gesetzesänderung beschlossen. Bei sexuellen Übergriffen mit solchen Substanzen soll die Mindeststrafe von drei auf fünf Jahre Freiheitsentzug steigen. Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) begrüßt die Entscheidung.



"Gewalt gegen Frauen ist Gewalt gegen uns alle. Der Bundestag hat heute härtere Strafen für den Einsatz von K.o.-Tropfen beschlossen. Das ist eine wichtige Entscheidung, um vor allem Frauen besser zu schützen. Ich habe das schon lange gefordert. Wer Menschen mit dieser perfiden, unsichtbaren Waffe wehrlos macht, muss die volle Härte des Rechtsstaats spüren. Mein Ziel ist und bleibt, dass sich jede Frau und jedes Mädchen in unserem Land sicher fühlen kann", wie Boris Rhein OSTHESSEN|NEWS exklusiv sagt.

Hintergrund ist eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom Oktober 2024. Demnach gelten betäubende Substanzen, die über ein Getränk verabreicht werden, bei einem sexuellen Übergriff nicht als gefährliche Werkzeuge. Deshalb greift bislang eine niedrigere Mindeststrafe. Künftig sollen neben Waffen und gefährlichen Werkzeugen ausdrücklich auch gefährliche Mittel erfasst werden, darunter K.o.-Tropfen.

Für die Gesetzesänderung stimmten CDU/CSU, SPD, Grüne und Linke. Die AfD enthielt sich. Grüne und Linke forderten darüber hinaus mehr Aufklärung, bessere Anlaufstellen und eine verlässliche Spurensicherung. Ihre weitergehenden Entschließungsanträge fanden keine Mehrheit.

Hinweis: Welche Hilfe gibt es für Opfer?

Bei Verdacht auf K.-o.-Tropfen empfiehlt die Hilfsorganisation Weißer Ring, die Notfallambulanz aufzusuchen. So können etwaige Spuren direkt sichergestellt werden. Im Zweifel sollte die 112 oder die 110 gewählt werden. Zudem bietet der Weiße Ring ein Opfer-Telefon, das unter der Nummer 116 006 zu erreichen ist. (ksk) +++

Hessens Ministerpräsident Boris Rhein unterstützt die Änderung.
Archivfoto: Hendrik Urbin

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