Polizei deckt krasse Verstöße auf
Mit 100 km/h durch Künzell: Getunte Simson sorgt bei Kontrolle für Aufsehen
Symbolfotos: O|N
06.11.2026 / REGION FD -
Aufheulende Motoren, unnötiger Fahrzeuglärm und riskante Fahrmanöver: Immer wieder sorgen einzelne Verkehrsteilnehmer mit ihrem Verhalten für Beschwerden aus der Bevölkerung. Insbesondere an bekannten Treffpunkten der sogenannten Raser- und Poserszene fallen Fahrzeuge durch übermäßige Geräuschentwicklung, auffällige Fahrweisen oder unzulässige technische Veränderungen auf. Für die Polizei sind diese Beobachtungen und die Hinweise von Anwohnerinnen und Anwohnern Anlass, regelmäßig gezielte Kontrollen durchzuführen.
So waren Einsatzkräfte der osthessischen Polizei am Donnerstag (25.09.) und Mittwoch (15.10.) erneut im Stadtgebiet Fulda und im Umland unterwegs, um insbesondere szenetypische Fahrzeuge und deren Fahrer genauer unter die Lupe zu nehmen. Bei den beiden Kontrollaktionen überprüften die Beamten insgesamt 106 Fahrzeuge, sprachen 35 Verwarnungen aus und leiteten fünf Strafverfahren ein. Zudem wurden sechs Fahrzeuge sichergestellt. Zeitweise wurden die Maßnahmen durch Sachverständige der DEKRA unterstützt, die mehrere Fahrzeuge unmittelbar vor Ort begutachteten.
Getuntes Kleinkraftrad erreicht mehr als 100 km/h
Besonders auffällig war ein Kleinkraftrad der Marke Simson, das den Beamten am 25. September im Bereich Künzell ins Auge fiel. Der Fahrer war gemeinsam mit zwei weiteren Zweiradfahrern unterwegs, die teilweise versuchten ihre Maschinen auf dem Hinterrad zu bewegen. Bei der anschließenden Kontrolle der Simson stellten die Einsatzkräfte umfangreiche technische Veränderungen fest. Auf einem Rollenprüfstand erreichte das Zweirad eine Geschwindigkeit von mehr als 100 km/h. Die Messung wurde daraufhin abgebrochen. Aufgrund der erheblichen Leistungssteigerung und der damit verbundenen Veränderung des Fahrzeugklasse von einem Kleinkraftrad zum Leichtkraftrad, bestand der Verdacht, dass die Betriebserlaubnis erloschen war. Das Kleinkraftrad wurde zur weiteren Begutachtung durch einen Sachverständigen sichergestellt.Zur Fahndung ausgeschriebener Mercedes sichergestellt
Im Rahmen der Kontrollen wurde eine weitere Zivilstreife in der Fuldaer Innenstadt auf einen Mercedes-AMG C 63 aufmerksam. Bei der Überprüfung stellte sich heraus, dass der Wagen nach einer Straftat von einer anderen Polizeibehörde zur Eigentumssicherung ausgeschrieben war. Die beiden Fahrzeuginsassen machten gegenüber den Beamten Angaben zum Fahrzeug, die den Sachverhalt zunächst nicht abschließend klären konnten. Der Mercedes wurde sichergestellt. Die weiteren Ermittlungen unter anderem wegen des Verdachts der Unterschlagung werden durch die Kriminalpolizei geführt. Das Fahrzeug soll seinem rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben werden.Motorradfahrer flüchtet vor Polizeikontrolle
Auch bei der erneuten Kontrollaktion am 15. Oktober stellten die Einsatzkräfte verschiedene Verstöße fest. Unter anderem fiel einer Zivilstreife zwischen Bronnzell und Eichenzell ein Motorradfahrer auf, der durch eine besonders laute Abgasanlage und riskante Fahrmanöver auffiel. Die Beamten dokumentierten seine Fahrweise mit der Videotechnik ihres Dienstfahrzeugs. Als die Einsatzkräfte den Mann wenig später in Eichenzell kontrollieren wollten, flüchtete dieser zu Fuß über angrenzende Grundstücke. Sein Motorrad ließ er zurück. Bei der anschließenden technischen Überprüfung stellten die Beamten Hinweise auf Manipulationen an der Abgasanlage sowie weitere unzulässige Umbauten fest. Das Motorrad wurde zur Begutachtung sichergestellt. Die Ermittlungen zum Fahrer dauern derzeit noch. Ihn erwartet mitunter ein Ordnungswidrigkeitenverfahren.Geschwindigkeitskontrollen in der Petersberger Straße
Ergänzend zu den Fahrzeugkontrollen führten die Einsatzkräfte am 25. September gemeinsam mit der Stadtpolizei Fulda Geschwindigkeitsmessungen in der Petersberger Straße durch. Dabei wurden mehr als 2.000 Fahrzeuge gemessen. Insgesamt stellten die Kontrollkräfte 115 Geschwindigkeitsverstöße fest. In 103 Fällen wurden Verwarnungen ausgesprochen, in zwölf Fällen Bußgeldverfahren eingeleitet. Drei Verkehrsteilnehmer müssen darüber hinaus mit einem Fahrverbot rechnen.Polizei setzt Kontrollen konsequent fort