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Am Samstag im Hotel Esperanto

Das Immobilienforum zeigt, was Eigentümer wissen müssen

Das erste Immobilienforum in Fulda gab es im Jahr 2024.
Archivfoto: O|N

06.11.2026 / FULDA - Das Haus ist in die Jahre gekommen: Lohnt es sich, noch einmal in die energetische Sanierung zu investieren? Ist ein Verkauf sinnvoller? Oder soll die Immobilie an die Kinder gehen? Mit solchen Fragen beschäftigen sich Dr. Tarek Bary und Pascal Weß in ihrer beruflichen Praxis regelmäßig. Beim Immobilienforum Osthessen am Samstag, 7. November, im Fuldaer Hotel Esperanto wollen die beiden Organisatoren Eigentümern und Kaufinteressierten Orientierung geben. Mit OSTHESSEN|NEWS verriten sie, was die Besucher erwartet.



"Die Idee für das Forum ist aus Gesprächen mit Kunden entstanden", erklärt Pascal Weß, Geschäftsführer der VR Immobilien GmbH in Fulda. Ob Einsteiger oder erfahrene Investoren: Viele kämen mit ähnlichen Fragen auf die Fachleute zu. Zugleich sei es für Laien schwierig, die Fülle an Informationen im Internet einzuordnen. Was passt zur eigenen Immobilie? Welche Möglichkeiten werden übersehen? Und wo braucht es fachliche Unterstützung?

Nach Einschätzung von Dr. Tarek Bary von der Steuerberater-Kanzler Muth & Partner ist es schwieriger geworden, bei Zinsen, Preisentwicklung und Fördermöglichkeiten den Überblick zu behalten. Das Forum soll deshalb kurze, verständliche Einblicke in unterschiedliche Themen bieten. Besucher können ihre Vorträge frei kombinieren und auch nur für einzelne Angebote kommen. "Man pickt sich die Sachen raus, die zu einem passen", beschreibt Weß das Konzept.

Was aus älteren Häusern werden kann

Ein Thema, das viele Eigentümer beschäftigt, ist laut Weß der energetische Zustand ihrer Immobilie. Gerade bei Häusern aus den 1970er- und 1980er-Jahren stelle sich die Frage, wie sie auf einen zeitgemäßen Stand gebracht werden können. Das werde spätestens dann wichtig, wenn die nächste Generation übernehmen soll. Die Aufgabe verschwinde durch die Übergabe nicht.

Hinzu kommt eine Besonderheit, die Weß im ländlichen Raum rund um Fulda beobachtet: Große Einfamilienhäuser passen nicht immer zu den Vorstellungen heutiger Käufer. Er nennt ein Beispiel: "Ein Haus mit 240 Quadratmetern kann einer Familie zu groß sein, auch mit Blick auf die Heizkosten. Dann geht es darum, welche Veränderungen möglich sind. Lässt sich das Gebäude aufteilen? Kann durch einen Anbau eine zusätzliche Wohneinheit entstehen?" Auch zu solchen Fragen gibt es beim Immobilienforum Antworten von Experten.

Weß wirbt dafür, den Bestand genauer anzuschauen, statt vorschnell auf einen Neubau zu setzen. Auch ältere Häuser und Fachwerkgebäude könnten Entwicklungsmöglichkeiten bieten. "Nicht jeder Altbau muss automatisch sehr teuer werden", sagt er über die Sorge vor hohen Sanierungskosten. Welche Arbeiten nötig und wirtschaftlich sinnvoll seien, müsse allerdings am jeweiligen Objekt geklärt werden.

Kleine Wohnungen sind nicht überall die Antwort

Auch bei der Frage nach der passenden Wohnungsgröße gibt es nach seiner Erfahrung keine allgemeingültige Antwort. In Hochschulnähe wie in Fulda seien kleine Wohnungen oder Räume für Wohngemeinschaften gefragt. Außerhalb der Stadt, bei guter Infrastruktur und Anbindung, brauche es ebenso größere Wohnungen.

Den osthessischen Immobilienmarkt sieht Weß insgesamt vergleichsweise robust. Die Region sei weniger von einzelnen großen Industriebetrieben abhängig als manche anderen Standorte. Veränderungen bei den Bauzinsen seien hier aber ebenso spürbar. Sie beeinflussten nicht nur Kaufinteressierte, sondern auch Eigentümer, die zwischen Verkauf, weiterer Vermietung und Umbau abwägen müssten.

Bei Steuern entscheidet der Einzelfall

Wer eine Immobilie als Kapitalanlage erwerben möchte, steht zudem vor der Frage, wie er den Kauf organisiert. Privat oder über eine Gesellschaft? Für Bary hängt die Antwort unter anderem davon ab, wie lange das Objekt gehalten werden soll, welche Mieteinnahmen zu erwarten sind und wie hoch das zu versteuernde Einkommen ausfällt.

Eine langfristige Vermietung erfordere andere Überlegungen als ein geplanter späterer Verkauf. Auch mache es einen Unterschied, ob eine Immobilie geerbt oder zu einem hohen Preis gekauft worden sei. Statt pauschaler Empfehlungen brauche es einen Vergleich der Möglichkeiten. Dabei gehe es nicht nur um die Steuerlast, sondern auch darum, welche Einnahmen und Ausgaben tatsächlich anfallen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Weitergabe innerhalb der Familie. Bary möchte zeigen, wie sich eine Immobilienübertragung rechtlich und steuerlich gestalten lässt, "ohne den Familienfrieden zu gefährden".

Ein Blick über Osthessen hinaus

Es geht aber nicht ausschließlich um die Region Fulda, betonen die Organisatoren. Zum Auftakt spricht der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Hanspeter Gondring über die Immobilienkonjunktur und den Ausblick bis 2030. "Wir möchten damit eine Perspektive über die Region hinaus anbieten. Anschließend verteilen sich die Vorträge auf drei Räume", erläutert Bary. Zu den weiteren Themen gehören energetische Sanierung und Förderungen, Baurecht, Mieterstrom sowie die Kombination von Photovoltaik und Wärmepumpe.

Die Organisatoren sind überzeugt: "Das Programm ist so gestaltet, dass für jeden, ob Anfänger oder bereits erfahrener Immobilienbesitzer, etwas dabei ist. Man kann den ganzen Tag über da bleiben oder sich einzelne Vorträge raussuchen."

Die Premiere gab es im Jahr 2024. Dieses Jahr findet das Forum zum zweiten Mal statt.

Weitere Infos: Das Immobilienforum Osthessen findet am Samstag, 7. November, von 9.30 bis 16.30 Uhr im Hotel Esperanto in Fulda statt. Einlass ist ab 9 Uhr. Die Teilnahme ist kostenfrei, um vorherige Anmeldung unter immobilienforum-osthessen.de wird gebeten. (Karl Kovacs) +++

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