Hitzige Debatte um Entscheidung
Nach Projekt im März: Schulamt untersagt Lesungen der "Omas gegen Rechts"
Archivfoto: O|N / Maria Kristin Franco
05.11.2026 / BAD HERSFELD -
Schulen in Bad Hersfeld sind vom Schulamt davor "gewarnt" worden, Vorlese-Projekte mit der Bürgerinitiative "Omas gegen Rechts" anzubieten. Dies erklärten Sprecher der Ortsgruppe aus Bad Hersfeld unter anderem gegenüber OSTHESSEN|NEWS.
Ende März gab es in der Gesamtschule in Niederaula einen ersten Projekttag, bei dem über Rechtsextremismus aufgeklärt werden sollte. Dafür hatte man im Vorfeld den Ablauf des Projekts mit Schulleitung und Schule abgesprochen und Material gesammelt, unter anderem von der Bundesstelle für politische Bildung, wie Petra Gromann von den "Omas gegen Rechts - Bad Hersfeld" erklärte. "Bei uns geht es nicht um politische Einflussnahme, sondern um Toleranz", betonte sie zusätzlich.
Harsche Kritik von den Jungen Liberalen
Elias Philipp Herzog, Kreisvorsitzender der Jungen Liberalen in Hersfeld-Rotenburg, hat sich sehr deutlich zu der Thematik geäußert. Er betonte, dass Schulen Orte bleiben müssten, an denen Schüler ihre eigene politische Orientierung entwickeln können. Dabei sei die politische Orientierung des Schülers egal - ob er links, rechts, konservativ oder liberal ist, dürfe keine Rolle spielen. "Eine Organisation, die ehemalige Stasi-Mitarbeiter in ihren Reihen duldet, darf jedenfalls keine Rolle an unseren Schulen spielen", betonte Herzog in dieser Hinsicht.Grünen-Landtagsabgeordnete stellt sich hinter "Omas gegen Rechts"
Unterstützung gab es von der Hersfelder Landtagsabgeordneten Kaya Kinkel (Grüne). Sie fordert eine erneute Prüfung der Entscheidung des Schulamts. "Es ist nicht nachvollziehbar, warum engagierte Ehrenamtliche, die sich für Demokratie, Toleranz und gegen Rechtsextremismus einsetzen, plötzlich nicht mehr an unseren Schulen willkommen sein sollen. Gerade in Zeiten, in denen unsere Demokratie zunehmend unter Druck gerät, brauchen wir Menschen, die mit jungen Leuten über demokratische Werte ins Gespräch kommen", erklärt Kinkel.Laut Petra Gromann sind die "Omas gegen Rechts" vor allem darüber enttäuscht, dass sie von verschiedenen Institutionen keine Antwort zu der Problematik erhielten und dass das Thema aus ihrer Sicht hinter ihrem Rücken oder über sie hinweg diskutiert wurde. (Philipp Gerhard) +++