Verkehrssicherheit im Fokus
Streit um Bäume in der Johannisstraße: Stadt, SPD und CDU beziehen Position
Fotos: Rene Kunze
05.11.2026 / FULDA -
Ein Thema, das die Menschen in der Region beschäftigt, sind die Baumfällungen in der Fuldaer Johannisstraße. Im Zuge einer geplanten Umgestaltung wollen die Stadt Fulda und der Grundstückseigentümer eine bestehende Grünfläche neben den Märkten Denns BioMarkt und Aldi umgestalten. Dabei müssten nach aktuellem Planungsstand mehrere Bäume weichen. Für viele Bürger stößt das Vorhaben auf Unverständnis. OSTHESSEN|NEWS hat bei der Stadt nachgefragt.
Vor wenigen Wochen versammelten sich nach Angaben der Organisatoren rund 220 Menschen, um gegen die geplanten Baumfällungen auf der Grünfläche zu protestieren. Zudem reichten Bürgerinnen und Bürger Anträge bei der Stadt ein, um sich gegen die Rodung auszusprechen. Die Nachfrage war zeitweise so groß, dass das entsprechende Dokument vorübergehend nicht mehr heruntergeladen werden konnte. Das berichtete der Organisator der Proteste, Walter M. Rammler.
Stadt verweist auf Ausgleichsmaßnahmen
Die Stadt Fulda betont, dass es sich bei dem Vorhaben um einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan eines privaten Investors handelt. Ziel sei es, die Zufahrt auf dem Privatgrundstück neu zu ordnen und zusätzliche Stellplätze für die Gewerbetreibenden zu schaffen. Gleichzeitig sieht die Stadt die Chance, die bislang "ungeordnete Grundstücks- und Verkehrssituation" neu zu strukturieren. Aus einer Sackgasse und einer nicht angebundenen Einzelfläche soll künftig ein "durchgehendes öffentliches Wege- und Zufahrtssystem" entstehen, das für "mehr Sicherheit bei Abbiegevorgängen" sorgen soll.Für die Umsetzung müssten nach aktuellem Planungsstand acht Bäume gefällt werden. Das Vorhaben hat in der Bevölkerung für erhebliche Kritik gesorgt. Die Stadt verweist jedoch darauf, dass bisher keine Bäume gefällt worden seien und man sich noch mitten im Bebauungsplanverfahren befinde. Als Ausgleich sind nach Angaben der Stadt 15 Neupflanzungen im Plangebiet sowie weitere Kompensationsmaßnahmen auf einer Fläche in Bronnzell vorgesehen.
SPD fordert Umdenken
Nach einer Sitzung fordert der SPD-Ortsverein Fulda-Mitte-Süd eine Überarbeitung der Planungen und spricht sich gegen die vorgesehene Fällung mehrerer Bäume aus. Bäume seien "unverzichtbare Bestandteile unseres Lebensraums", da sie das Stadtklima verbesserten, Schatten spendeten, CO2 bänden und Lebensraum für Tiere böten. Mit Blick auf die Folgen des Klimawandels fordert der Ortsverein, dass der Schutz von Natur und Umwelt bei städtischen Planungen einen höheren Stellenwert erhält. "Fällungen sind immer nur die einfachste Lösung." Die SPD fordert die Stadt Fulda deshalb auf, eine umweltverträglichere Alternativplanung vorzulegen, die den Erhalt des Baumbestands am Bardohaus stärker berücksichtigt. CDU hält an Plan fest
Trotz der öffentlichen Kritik hält die CDU-Stadtverordnetenfraktion Fulda an ihrer Unterstützung für den Bebauungsplan fest. Aus Sicht der Fraktion geht es dabei vor allem um eine bessere Verkehrsführung, mehr Verkehrssicherheit und eine geordnete Erschließung der Grundstücke. "Klimaschutz und die Entwicklung unserer Stadt dürfen jedoch nicht gegeneinander ausgespielt werden. Entscheidend ist eine sachgerechte Abwägung aller betroffenen Belange", betonte CDU-Fraktionsvorsitzende Patricia Fehrmann.Die CDU verweist darauf, dass ein Bebauungsplan "kein Freibrief" sei und Umweltbelange im weiteren Verfahren sorgfältig geprüft werden müssten. Stellungnahmen aus der Öffentlichkeit sowie die Auswirkungen auf den Baumbestand und mögliche Ausgleichsmaßnahmen seien angemessen zu berücksichtigen. Die Planung dürfe jedoch "nicht auf die Zahl der Parkplätze reduziert werden", sondern müsse als umfassende städtebauliche Ordnungsmaßnahme betrachtet werden, so der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Ruppel.