Zukunft der bisherigen Tegut-Märkte
Großer Andrang im Propsteihaus: Bürger zeigen reges Interesse an Tante Enso
Fotos: Marvin Hucke
05.11.2026 / PETERSBERG -
Mit einem derart großen Interesse hatten die Organisatoren offenbar nicht gerechnet: Als am Mittwochabend die Informationsveranstaltung zur Zukunft des bisherigen Tegut-Marktes in Petersberg (Landkreis Fulda) begann, mussten kurzerhand weitere Stühle herangeschafft werden. Zahlreiche Bürger waren ins Propsteihaus gekommen, um sich über das Konzept des Lebensmittelhändlers Tante Enso zu informieren. Schließlich geht es um eine wichtige Frage für die Gemeinde: Wie lässt sich die Nahversorgung langfristig sichern?
600 Teilhaber gesucht – die ersten 64 sind bereits dabei
Im Mittelpunkt des Abends stand das genossenschaftliche Geschäftsmodell von Tante Enso. Das Bremer Unternehmen hat im Zuge der Neuordnung der Supermarktkette Tegut insgesamt 36 Filialen übernommen, darunter auch den Standort in der Edith-Stein-Straße in Petersberg. Damit der Markt langfristig als Tante Enso betrieben werden kann, ist allerdings die Unterstützung der Bevölkerung gefragt. Vom Tegut-Markt zum Tante Enso: Umstellung braucht Zeit
Dass die Übernahme bereits erfolgt ist, bedeutet allerdings nicht, dass der Supermarkt von heute auf morgen vollständig im neuen Gewand erscheint. Vielmehr handelt es sich um einen schrittweisen Prozess, der zahlreiche technische und organisatorische Anpassungen erforderlich macht."Die Übernahme hat auf dem Papier schon stattgefunden, allerdings braucht die konkrete Überführung noch etwas Zeit, da wir ja auch viele Filialen parallel überführen. Aber ich bin mir sicher, dass sich das Warten lohnt!", erklärte Jacobs.
Mehr als nur ein Supermarkt: Ein Treffpunkt für die Nachbarschaft
Doch Tante Enso möchte nicht allein durch moderne Technik überzeugen. Vielmehr soll der Lebensmittelmarkt auch künftig ein Ort der Begegnung bleiben. Jacobs betonte, dass das Unternehmen bewusst an die Tradition klassischer Tante-Emma-Läden anknüpfen wolle. "Wir wollen das Gefühl eines klassischen Tante-Emma-Ladens bewahren – ein sozialer Treffpunkt, wo man sich auch vor Ort mit Nachbarn und Bekannten austauschen kann." Zuversicht ist groß – jetzt sind die Petersberger gefragt
Mit dem großen Interesse am Mittwochabend ist zumindest ein ermutigender Anfang gemacht. Sowohl Bürgermeisterin Brandes als auch Projektleiter Jacobs zeigten sich optimistisch, dass sich ausreichend Menschen für eine Beteiligung gewinnen lassen. Jacobs verwies dabei auch auf die Zusammenarbeit mit der örtlichen Marktleitung und den kommunalen Ansprechpartnern. Entscheidend sei nun, dass die positive Stimmung aus dem Propsteihaus in konkrete Genossenschaftsbeitritte münde. Denn bei aller Zuversicht bleibt eine wesentliche Hürde bestehen: Von den angestrebten 600 Teilhabern fehlen noch 536. Ob aus dem großen Interesse tatsächlich eine breite Unterstützung für das neue Nahversorgungskonzept wird, müssen deshalb die kommenden Wochen zeigen.