Neues Sicherheitsnetz für Kommunen
Land fördert Cybersicherheit im Hessischen Kegelspiel mit 100.000 Euro
Foto: HMdI, Klaus Mendrzick
04.11.2026 / REGION FD -
Hessens Innen- und Kommunalminister Roman Poseck hat heute in Hünfeld einen Förderbescheid über 100.000 Euro an die Vorsitzende des Zweckverbandes Hessisches Kegelspiel, Bürgermeisterin Marion Frohnapfel, übergeben. Mit den Mitteln aus dem Förderprogramm Interkommunale Zusammenarbeit (IKZ) unterstützt das Land die Einrichtung einer Interkommunalen Informationssicherheitsstelle (IKIS).
Diese haben der Zweckverband sowie die Stadt Hünfeld und die Gemeinden Burghaun, Nüsttal und Rasdorf im Landkreis Fulda gemeinsam gebildet. Die IKIS berät und unterstützt die beteiligten Kommunen bei der Umsetzung von Maßnahmen der Informationssicherheit, um eine bestmögliche Cybersicherheit zu erreichen.
Innenminister Roman Poseck betonte im Rahmen der Übergabe des Förderbescheids: "Mit der fortschreitenden Digitalisierung der kommunalen Verwaltung gewinnen Informationssicherheit und IT-Sicherheit rasant an Bedeutung. Der Schutz von Daten, Hardware, Software und Netzwerken ist die Voraussetzung dafür, dass Städte, Gemeinden und Landkreise jederzeit verlässlich handlungsfähig bleiben. Gerade kleinere Kommunen stehen dabei vor Aufgaben, die sie allein kaum stemmen können."
Kommunen bündeln Kräfte für mehr Informationssicherheit
"Umso mehr freue ich mich, dass der Zweckverband Hessisches Kegelspiel gemeinsam mit Hünfeld, Burghaun, Nüsttal und Rasdorf die Zeichen der Zeit erkannt hat. Interkommunale Zusammenarbeit ist hier das Gebot der Stunde. Die Digitalisierung hebt räumliche Grenzen auf und eröffnet ganz neue Formen der Zusammenarbeit. Mit der gemeinsamen Informationssicherheitsstelle wird die Informationssicherheit ganzheitlich betrachtet und bei allen Beteiligten organisatorisch und technisch auf ein Niveau gebracht, das eine bestmögliche Cyberresilienz gewährleistet. Einheitliche Standards und gemeinsame Lösungen helfen dabei, Gefahren frühzeitig zu erkennen und ihnen wirksam zu begegnen. Zugleich werden Kompetenzen und Fachwissen gebündelt und wirtschaftliche Synergien genutzt. Das macht unsere Kommunen sicherer und entlastet zugleich ihre Haushalte."Vorbild für Hessen
Der Zweckverband Hessisches Kegelspiel beweist seit nunmehr 20 Jahren, welche Chancen in der interkommunalen Zusammenarbeit stecken. Ob gemeindeübergreifender Generationentreff, gemeinsame Touristen-Information oder das gemeinsame Dienstleistungszentrum im Kegelspielhaus, in dem Querschnittsaufgaben wie das Finanzwesen gebündelt werden, hier sind kosteneffiziente Strukturen entstanden, ohne dass die Mitgliedskommunen ihre Eigenständigkeit aufgeben mussten. Mit der neuen Informationssicherheitsstelle wird diese Erfolgsgeschichte fortgeschrieben. Das Hessische Kegelspiel ist damit ein Vorbild für ganz Hessen.Gemeinsame Beratungsstelle
Grundlage der Kooperation ist eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung vom 23. Juni 2026. Die Beteiligten stellen das für die Arbeit der IKIS erforderliche Personal sowie die örtlichen Ressourcen kostenfrei aus dem eigenen Bestand zur Verfügung. Die Federführung für Organisation und Aufgabenerfüllung liegt beim Geschäftsführer des Zweckverbandes, Ingo Rancke. Er koordiniert die Zusammenarbeit der Beteiligten und ist zugleich Bindeglied zu den Entscheidungsträgern. Ziel ist es, die Handlungsfähigkeit des Zweckverbandes und der Kommunen auch bei erhöhten externen Bedrohungslagen zu sichern. Die gemeinsam entwickelten Standards und Lösungen werden in einem Informationssicherheitssystem gebündelt. Über ein zentrales Wissensmanagement können die Kommunen zudem auf Spezialwissen zurückgreifen, ohne externe Dienstleister beauftragen zu müssen.Die Kooperation zahlt sich auch finanziell aus. In der Aufbauphase sparen die Beteiligten jährlich rund 112.250 Euro an Personal- und Sachkosten ein. Das entspricht einer Einsparquote von rund 41 Prozent. Für die Folgejahre wird mit Einsparungen von rund 20 Prozent beziehungsweise etwa 59.000 Euro pro Jahr gerechnet. (js/pm)+++