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Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie:

IG Metall mit zahlreiche Warnstreiks und Aktionen in Main-Kinzig und Osthessen

Bei der Kundgebung in Langenselbold
Fotos: IG Metall

04.11.2026 / REGION - Seit Mitte Oktober laufen die Verhandlungen über die Flächentarifverträge für die größte deutsche Branche, die Metall- und Elektroindustrie, mit 3,8 Millionen Beschäftigten. Nachdem die zweite Verhandlungsrunde am 28. Oktober kein Ergebnis gebracht hatte, laufen derzeit bundesweit Warnstreiks, mit denen die IG Metall Bewegung bei den Arbeitgeberverbänden bewirken will.



Auch rund um Hanau und Fulda haben bereits etliche betriebliche Aktionen stattgefunden. So demonstrierten am gestrigen Dienstag etwa gut 250 Beschäftigte von Thermo Fisher Scientific in einem zweistündigen Warnstreik durch Langenselbold. Die Forderung nach einer fünfprozentigen Entgelterhöhung aus der Flächentarifrunde verbanden die Beschäftigten dort mit der Auseinandersetzung um den Erhalt des Standorts. Derzeit plant der Arbeitgeber dort trotz zweistelliger Renditen einen größeren Beschäftigungsabbau, der nach Auffassung des Betriebsrates mittelfristig die Zukunftsfähigkeit des Standortes Langenselbold in Frage stellen würde. Auch der Langenselbolder Bürgermeister, Wolfgang Rittershauß, richtete sich mit einer Solidaritätsadresse an die Streikenden.

Am Mittwoch treten unter anderem die Beschäftigten der Hanauer Firmen Vacuumschmelze (VAC) und Bruker EAS in den Warnstreik. An der Kundgebung in der Frühschicht vor dem VACHauptwerk beteiligten sich etwa 350 Kolleginnen und Kollegen.

Dort berichtete Matthias Ebenau, Geschäftsführer der IG Metall Hanau-Fulda und Mitglied der gewerkschaftlichen Verhandlungskommission für das Tarifgebiet Hessen direkt vom Verhandlungstisch: "Eine dritte Verhandlungsrunde findet am Freitag in Frankfurt statt. Aber wenn die Arbeitgeber sich nicht bis zum Wochenende wirklich entscheidend über ihr Mini-Angebot von Ende Oktober hinaus bewegen, dann ist die nächste Eskalationsstufe – ganztägige Streiks – praktisch vorprogrammiert. Ich persönlich wünsche mir das nicht.

Aber leider scheint es so zu sein, dass die Arbeitgeberverbände und damit auch die kleineren Verbandsmitglieder, mit denen wir vielfach sehr gute, konstruktive Beziehungen pflegen, sich im Würgegriff einiger großer Unternehmen befinden, die unbedingt ihre destruktive Agenda durchdrücken wollen. Gerade in den Automobilkonzernen im Süden und Südwesten scheint es einige sogenannte TopManager zu geben, die das Krisenempfinden in de Gesellschaft ausnutzen wollen, um tarifliche Errungenschaften der Beschäftigten wie die 35-Stunden-Woche zu schleifen." Weitere Warnstreiks fanden u.a. in Wächtersbach, Burghaun, Fulda und Schlüchtern statt.(mp/pm) +++






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