Netzwerke für Notfälle
Mobile Infrastruktur für den Ernstfall: Tempor Expo bringt Branche zusammen
Alle Fotos: Martin Engel
04.11.2026 / FULDA -
Die Bedeutung von Krisenvorsorge und widerstandsfähigen Strukturen steht im Mittelpunkt der Tempor Expo. Vertreter aus Politik, Hilfsorganisationen, Kommunen und der Veranstaltungswirtschaft betonten übereinstimmend, dass mobile Infrastruktur angesichts wachsender Herausforderungen zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Krisenvorsorge rückt stärker in den Fokus
Hessens Innenminister Poseck verwies auf die angespannte geopolitische Lage, den Krieg in Europa sowie die zunehmenden Folgen des Klimawandels mit Unwettern und Vegetationsbränden. Auch Ereignisse wie großflächige Stromausfälle zeigten die Notwendigkeit, auf Krisenszenarien vorbereitet zu sein. "Krisenvorsorge wird immer wichtiger. Wir haben mit mehr Krisen zu tun", sagte Poseck. Mobile Unterkünfte und flexible technische Lösungen seien deshalb unverzichtbar. Das Land Hessen investiere weiter in den Bevölkerungsschutz, unter anderem mit 50 Millionen Euro für Fahrzeuge und Katastrophenschutz-Unterkünfte. Die Tempor Expo greife damit ein "hochaktuelles Thema" auf. Austausch zwischen Einsatzkräften und Wirtschaft
Auch Markus Illing, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Veranstaltungswirtschaft, hob die Bedeutung einer Infrastruktur hervor, die sowohl für Großveranstaltungen als auch für den Katastrophenschutz unverzichtbar sei. Die gleichen Systeme und Einrichtungen, die bei Festivals oder Messen eingesetzt würden, könnten im Krisenfall genutzt werden, um Menschen schnell zu versorgen. "Wir sehen den Bedarf nach Infrastruktur. Wir sind parat", betonte Illing. Fulda profitiert als Messestandort
Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) sieht die Tempor Expo als Gewinn für den Messestandort Fulda. Temporäre Infrastruktur sei sowohl für Großveranstaltungen wie den Hessentag als auch für außergewöhnliche Einsatzlagen und den Katastrophenschutz von großer Bedeutung. "Da haben wir in Fulda vielfältige Erfahrungen", sagte Wingenfeld.Die Messe schaffe ideale Voraussetzungen, um Erfahrungen auszutauschen und neue Entwicklungen kennenzulernen: "Da ist ein Messestandort doch ein idealer Ort, um sich auszutauschen und Weiterentwicklungen voranzubringen. Daher haben wir als Kommunen ein großes Interesse daran, dass es eine solche Messe in Deutschland gibt", erklärte der Oberbürgermeister.
Zahl der Aussteller deutlich gestiegen
Mit der Entwicklung der Messe zeigte sich der Organisator zufrieden. Nach rund 90 Ausstellern bei der Premiere sei die Zahl in diesem Jahr um 18 Prozent auf 107 gestiegen. Die Tempor Expo entwickle sich zunehmend zu einem Treffpunkt für Unternehmen, Einsatzkräfte und Entscheidungsträger der Branche. Insgesamt präsentieren sich Unternehmen aus neun Ländern, darunter auch aus den USA. Fulda bietet mit seinen großen Freiflächen ideale Voraussetzungen für das Messekonzept. "Das zeigt, dass wir mit diesem Thema gut unterwegs sind", sagte Hommel.
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