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CDU-Kandidat im Gespräch

Bürgermeisterwahl am Sonntag: Andreas Kapelle will "einer von uns" bleiben

Andreas Kapelle (CDU) möchte Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Nüsttal im Landkreis Fulda werden.
Fotos: Mathias Schmidt

04.11.2026 / NÜSTTAL - 84 Stunden Haustürwahlkampf, viele Gespräche und kein Gegenkandidat: Andreas Kapelle (CDU) möchte Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Nüsttal im Landkreis Fulda werden. Vor der Wahl am Sonntag spricht der 43-Jährige mit OSTHESSEN|NEWS im Café Rosenbach über Bürgeranliegen, seine Pläne und die Gemeindefinanzen.



Obwohl er keinen Gegenkandidaten hat, führte Andreas Kapelle einen intensiven Wahlkampf. Rund 84 Stunden war der CDU-Kandidat in den acht Ortsteilen unterwegs und klingelte an Haustüren. Einen Mitbewerber hätte er sich durchaus gewünscht. "Für mich ist es das schönste Amt, das es in Nüsttal gibt", sagt Kapelle. Er habe deshalb mit weiteren Interessenten für die Nachfolge von Bürgermeisterin Marion Frohnapfel gerechnet. Gerade der Austausch über Sachthemen hätte ihn gereizt. "Ich kann mir ja selbst keinen Gegenkandidaten stricken oder backen."

Am Sonntag, 8. November, wird gewählt. Kapelle hofft auf eine hohe Beteiligung. "Mit einer Fünf vorne wäre ich schon zufrieden, leider", sagt er mit Blick auf vergleichbare Wahlen. Lieber wären ihm mindestens 60 Prozent.

84 Stunden an den Haustüren

Statt klassischer Wahlkampfveranstaltungen setzte Kapelle auf persönliche Gespräche. So wollte er auch Menschen erreichen, die sonst nicht zu politischen Veranstaltungen gehen. "Ich habe bewusst keinen Themenwahlkampf gemacht", erklärt er gegenüber O|N. Unter dem Motto "Kapelle bewegt" wollte er erfahren, was die Nüsttaler beschäftigt.

Die Resonanz sei überwiegend positiv gewesen. Manche Bürger hätten sich sogar Fragen notiert. Ein beherrschendes Problem habe er nicht erkannt. "Es war wirklich ein Blumenstrauß an Themenvielfalt", sagt Kapelle. Zur Sprache kamen etwa Busverbindungen, Kindergartenplätze, Friedhofsangelegenheiten, Gemeindefinanzen und sogar der Heckenschnitt des Nachbarn. "Aus dem, was die Bürger mir mitgegeben haben, versuche ich jetzt, meine politischen Schwerpunkte zu entwickeln."

"Wenn ich es jetzt nicht mache, wann denn dann?"

Kapelle ist auf einem landwirtschaftlichen Familienbetrieb im Ortsteil Rimmels aufgewachsen. Heute lebt er mit seiner Frau Sonja und den vier Kindern in Hofaschenbach. Seit 16 Jahren gehört er dem Nüsttaler Gemeindevorstand an, zunächst unter Bürgermeister Hermann Trabert, seit zwölf Jahren unter Marion Frohnapfel. Warum er jetzt selbst antreten will? "Wenn ich es jetzt nicht mache, wann denn dann?" Er habe sich vorgenommen, zu kandidieren, sobald Frohnapfel nicht mehr weitermache. Sonst könnte die nächste Gelegenheit angesichts der sechsjährigen Amtszeit lange auf sich warten lassen.

Auch beruflich bringt der 43-Jährige Erfahrung mit. Nach einer Ausbildung bei der Telekom wechselte er zur Stadt Hünfeld, wo er seit fast 24 Jahren arbeitet. Der Verwaltungsfachwirt und Verwaltungsbetriebswirt ist dort im Bereich Zentrale Steuerung tätig und begleitet unter anderem die kommunale Gremienarbeit. Drei Bürgermeister habe er dort erlebt. "Natürlich habe ich von allen mitgenommen, was gut ist, was ich nachher auch auf mich umsetzen kann."

Finanzen als größte Herausforderung

Die größte Herausforderung sieht Kapelle in den Gemeindefinanzen. "Für mich ist Nüsttal eine Gemeinde, die unheimlich lebens- und liebenswert ist, die aber durchaus finanzschwach ist", sagt er. Angesichts der schwierigen Haushaltslage vieler Kommunen komme es darauf an, die Finanzen "trotz unserer extremen Finanzschwäche" im Griff zu behalten und "nicht auf Kosten anderer Generationen" zu leben. Wichtig sei dabei das Ehrenamt. Nur dank des Einsatzes vieler Bürger könne Nüsttal eigenständig und lebenswert bleiben. Große Prestigeprojekte seien nicht sein Ziel.

"Ich möchte weiterhin hier an der Basis bleiben"

Kapelle will auch als Bürgermeister nahbar sein. Im Wahlkampf hätten ihn Bürger gefragt, ob er "einer von uns" bleiben werde. "Ich möchte weiterhin hier an der Basis bleiben und immer das Ohr am Bürger haben", verspricht der Bürgermeisterkandidat. Die Nähe zu den Menschen sei in einer kleinen Gemeinde bei Ortsbeiratssitzungen und Vereinsveranstaltungen gut möglich. Das Ehrenamt prägt auch sein Privatleben. Zehn Jahre war Kapelle bei der Feuerwehr in Rimmels aktiv, seit rund 25 Jahren trainiert er Kinder und Jugendliche im Fußball. Der Sport ist sein Ausgleich zu Beruf und Politik. "Da kann man abschalten", sagt der Bayern-München-Fan.

Fußball als Ablenkung am Wahlsonntag

Am Wahlsonntag will Kapelle zunächst einen Gottesdienst besuchen. Um 11.30 Uhr steht ein Fußballspiel in Hofaschenbach an, bei dem er als Trainer mit seinem Sohn dabei sein wird. Danach möchte er mit seiner Familie essen gehen und am Abend im Bürgerhaus mit Freunden und politischen Wegbegleitern auf das Ergebnis warten. Wird Kapelle gewählt, beginnt seine Amtszeit am 1. Mai 2027. Sein Ziel: Nüsttal soll lebenswert bleiben und die Finanzen im Griff behalten. Er selbst möchte auch als Bürgermeister "einer von uns" bleiben und gemeinsam mit den Bürgern etwas bewegen. (Mathias Schmidt) +++

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