Fünf Festnahmen
Waffen, Gold, Bargeld: 1.000 Einsatzkräfte schlagen bei Großrazzia zu
Symbolfotos: O|N
03.11.2026 / REGION -
Seit den frühen Morgenstunden am Dienstag läuft eine groß angelegte Durchsuchungsaktion in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Rund 1.000 Einsatzkräfte des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main, der Steuerfahndung des Finanzamtes Frankfurt sowie des Hauptzollamts Rosenheim durchsuchen insgesamt 82 Wohn- und Geschäftsräume im Auftrag der Staatsanwaltschaft Frankfurt.
Dem Einsatz gingen verdeckte Ermittlungen voraus, die sich über mehr als ein Jahr erstreckten. Im Rahmen der Maßnahmen wurden Vermögenswerte in Höhe von rund 6,3 Millionen Euro arrestiert. Zudem vollstreckten die Behörden fünf Haftbefehle.
Nach ersten Angaben stellten die Ermittler unter anderem mehrere scharfe Schusswaffen, Goldbarren sowie hohe Bargeldsummen sicher.
Vorwürfe: Hawala-Banking, Geldwäsche und Schwarzarbeit
Im Fokus der Ermittlungen stehen insgesamt 53 Beschuldigte. Zehn von ihnen sollen sich zu einer kriminellen Vereinigung zusammengeschlossen haben. Die Ermittler werfen ihnen vor, ein sogenanntes Hawala-System betrieben zu haben. Über dieses Schattenbankwesen sollen gegen Provision mehrere hundert Millionen Euro, insbesondere nach China und in andere außereuropäische Staaten, transferiert worden sein. In diesem Zusammenhang besteht zudem der Verdacht der Geldwäsche. Ermittlungen auch wegen Drogenkriminalität
Ein weiterer Vorwurf betrifft die Finanzierung von Logistikdienstleistungen, die nach Einschätzung der Ermittler dem Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge gedient haben sollen. Den übrigen 43 Beschuldigten wird vorgeworfen, die Haupttäter durch verschiedene Tatbeiträge unterstützt zu haben."Crime-as-a-Service" im Fokus
Nach Einschätzung der Ermittlungsbehörden ist das Netzwerk dem Bereich des sogenannten "Crime-as-a-Service" zuzuordnen. Dabei werden kriminelle Dienstleistungen organisiert und anderen Straftätern gegen Bezahlung zur Verfügung gestellt.Die fünf festgenommenen Hauptbeschuldigten sind zwischen 25 und 51 Jahre alt. Drei von ihnen besitzen die türkische Staatsangehörigkeit, einer die deutsche und türkische Staatsangehörigkeit sowie ein weiterer die deutsche und afghanische Staatsangehörigkeit. (js/pm)+++