Midterms
Was bei den US-Parlamentswahlen auf dem Spiel steht
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03.11.2026 / WASHINGTON -
Läuten die Midterms das Ende der Ära Trump ein - oder zementieren sie die Macht des Präsidenten? Wie die Kongresswahlen auch ausgehen: Die Folgen werden erheblich sein.
US-Präsident Donald Trump hat zur Sicherheit schon mal vorgebaut. Bei seinen Wahlkampfauftritten quer durch die USA ließ er durchblicken, dass er es für denkbar hält, dass seine Republikaner bei den heutigen Parlamentswahlen Federn lassen könnten. Er beschwichtigte und verwies darauf, dass das traditionell bei US-Präsidenten egal welcher Partei bei den Midterms vorkomme - und somit nicht an ihm liegen würde.
Es ist bald Halbzeit für Trumps zweite Amtszeit. Die Zwischenwahlen, bei denen nicht über ihn selbst abgestimmt wird, sind dennoch ein wichtiger Stimmungstest für die Regierung. Sie finden in einer Zeit statt, in der die USA mitten in einem Krieg gegen den Iran stecken, Trumps Beliebtheitswerte im Keller sind und viele Amerikaner unter hohen Preisen im Supermarkt und an der Tankstelle ächzen.
Das steht für den Präsidenten auf dem Spiel
Es könnte das Ende der Ära Trump eingeläutet werden. Der 80-Jährige setzt bei seinem Regierungsstil auf Zeichen der Stärke - etwa beim harten Durchgreifen in der Migrationspolitik mit teils brutalen Razzien und bei seiner Kriegsrhetorik. Da würden Verluste für seine Partei ihn schwach aussehen lassen.Das steht für die Republikaner auf dem Spiel
Die Republikaner müssten sich bei Verlusten fragen, ob sie mit Trump immer noch auf das richtige Pferd setzen. Oder ob sie einen Richtungswechsel in der eigenen Partei vornehmen müssen. Bislang dominiert die konservative Trump-Bewegung "Make America Great Again" (Maga - "Macht Amerika wieder groß") weite Teile der Partei, und der Maga-Einfluss im Kongress ist ebenfalls groß. Mit Millionenspenden für den Wahlkampf wurde versucht, den Republikanern Siege zu bescheren.Die Partei hat es in den vergangenen Jahren verstanden, sich im Zweifel hinter einer Galionsfigur zu vereinen - die hieß bislang Donald Trump. Das machte sie im Vergleich zu den Demokraten stark und mächtig. Verlieren von Trump unterstützte Kandidaten bei den Midterms, könnten sich Teile der Partei allerdings von ihm abwenden. Dann brauchen sie eine inhaltliche Alternative und müssen klären, ob sie wieder weiter in die politische Mitte rücken. Egal wie die Midterms ausgehen: In jedem Fall stehen die Republikaner vor der Frage, wer nach Trump ihre neue Führungsfigur wird.
Das steht für die Demokraten auf dem Spiel
Die Demokraten hoffen auf einen sichtbaren Erfolg bei den Midterms. Er könnte für sie eine Art Befreiungsschlag werden, nachdem die Demokratin Kamala Harris 2024 die Präsidentenwahl gegen Trump verloren hatte. Sie waren nach dieser Niederlage gefühlt unsichtbar geworden, hatten sich zerstritten und haben bis heute Schwierigkeiten, sich auf eine gemeinsame inhaltliche Linie zu verständigen. Das sieht man auch bei den Midterms: Es ging immer wieder bei Richtungskämpfen in Bundesstaaten darum, wie viele eher linke Positionen die eigene Partei verträgt.Verlieren die Demokraten hingegen bei den Midterms, wäre das eine fatale Ausgangslage für den bevorstehenden Präsidentschaftswahlkampf. Ihr Einfluss, Trumps Macht einzuhegen, wäre im Kongress weiterhin auf Nadelstiche begrenzt. Aus einer Schwäche heraus in den Wahlkampf ums Weiße Haus zu ziehen, würde enormen Kraftaufwand bedeuten. Eine Midterms-Niederlage würde womöglich auch ihre Geldprobleme vergrößern, weil Großspender abgeschreckt sein könnten. (dpa)+++