Sieben Kurzpredigten und Musik
Reformationsgottesdienst in der Christuskirche: Mut zum Tun und Lassen
Fotos: Claudia Pfannemüller
01.11.2026 / FULDA -
Statt einer langen Predigt standen am Samstagabend in der Christuskirche gleich mehrere kurze Impulse im Mittelpunkt: Beim gemeinsamen Gottesdienst des Kooperationsraums Fulda‑Mitte zum Reformationstag gestalteten sechs Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Dekan Dr. Thorsten Waap die Feier unter dem Leitgedanken "Vom Tun und vom Lassen – Mut zu beidem!". Während andernorts Halloween gefeiert wurde, füllten zahlreiche Besucher die Christuskirche. Pfarrer Stefan Bürger eröffnete den Gottesdienst und führte in das Thema ein.
"Wir leben in einer Zeit, in der viel von uns erwartet wird: Wir sollen handeln, entscheiden, gestalten", sagte er zur Begrüßung. Der Reformationstag erinnere jedoch daran, dass der Wert eines Menschen nicht von seiner Leistung abhänge, sondern davon, dass er Gottes geliebtes Kind sei. Daraus erwachse Freiheit – "zum Tun ebenso wie zum Lassen". Damit griff der Gottesdienst den Kern der reformatorischen Botschaft auf: Der Mensch lebt aus Gnade, nicht aus eigenen Werken. Wo Handeln gefordert ist und wo es ebenso viel Mut braucht, etwas sein zu lassen, beleuchtete der Gottesdienst aus verschiedenen Blickwinkeln.
Sieben Stimmen, ein Thema
Zuerst sprachen Pfarrer Marvin Lange, Pfarrerin Julia Kaiser, Pfarrer Jörg Scheer und Pfarrerin Heike Dietrich. Nach einer Orgelimprovisation folgten Dekan Dr. Thorsten Waap, Pfarrer Stefan Bürger und Pfarrer Christian Pfeifer. Zum Tun ermutigten die Predigenden etwa, sich in den Mitmenschen einzufühlen, fröhlich in der Hoffnung zu sein und gelassen zu bleiben. Auch zum Lassen wurde aufgefordert: Man liebe Gott auch durch Nichtstun – schließlich mache auch Gott einmal Pause.Musik von Posaunenchor und Kantorei
Für die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes sorgten zwei Ensembles: der Posaunenchor der Gesamtgemeinde unter Leitung von Joachim Enders und die Kantorei Fulda unter Leitung von Professor Andreas Schneidewind. Die Kantorei sang Martin Luthers "Ein feste Burg ist unser Gott". In den Fürbitten nahmen die Pfarrerinnen und Pfarrer das Thema noch einmal auf. Sie beteten für Menschen, die viel leisten und dennoch nie das Gefühl haben, genug zu tun und für eine Gesellschaft, die Menschen nicht nur nach ihrer Leistung beurteilt.Dann kam Bewegung in die Kirchenbänke: Nach dem Wandelabendmahl warteten die Seelsorger auf Menschen, die einen persönlichen Segen empfangen wollten. Ein Angebot, das sehr gut angenommen wurde. Die Botschaft des Gottesdienstes: Aus dem Vertrauen auf Gottes Gnade können Menschen beides: mutig handeln und ebenso mutig etwas sein lassen. (pm/mis) +++