Buß: "Jagd verlangt innere Haltung"
Hubertusmesse in der Stadtpfarrkirche
Alle Fotos: Martin Engel
31.10.2026 / FULDA -
Es ist mittlerweile eine liebgewonnene Tradition in der Stadtpfarrkirche: Anlässlich des Hubertustages fand am Freitagabend zum wiederholten Male die feierliche Hubertusmesse statt. Für zahlreiche Jungjägerinnen und Jungjäger war es noch dazu ein aufregender Abend, denn nach Monaten intensiver Ausbildung und bestandener Prüfung wurden sie am Ende des Gottesdienstes durch den traditionellen Jägerschlag offiziell in die Gemeinschaft der Jägerschaft aufgenommen.
Die Hubertusmesse wird in der Stadtpfarrkirche jedes Jahr zu Ehren des heiligen Hubertus von Lüttich gefeiert, der als Patron der Jäger gilt. Der Legende nach war er selbst ein wilder und zügelloser Jäger, bis ihm eines Tages ein Hirsch erschien, der zwischen den Stangen seines Geweihs das Zeichen des heiligen Kreuzes trug. Auf diese Begegnung gründet sich die Forderung an die Jäger, die Jagd nie wild und zügellos, sondern immer waidgerecht auszuüben.
Große Verantwortung
Diesen Gedanken griff auch Stadtpfarrer und Ehrendomkapitular Stefan Buß in seiner Predigt auf, denn er stellte insbesondere die Verantwortung, die mit der Jagd einhergeht, in den Mittelpunkt: "Ein guter Jäger beweist sein Können nicht nur durch einen sicheren Schuss, sondern ebenso durch den bewussten Verzicht auf den Schuss." Der heilige Hubertus habe durch seine Begegnung mit dem Hirsch gelernt, nicht nur auf die Beute zu schauen, sondern auf das, was hinter allem Lebendigen stehe. "Nicht alles, was möglich ist, ist auch richtig. Nicht jede Gelegenheit muss genutzt werden. Nicht jeder Schuss, der möglich wäre, muss abgegeben werden", so der Stadtpfarrer.Segen für Jungjäger
Für ihn gehe es bei der Jagd also nicht vordergründig um das Erlegen von Wild, sondern vielmehr um die Pflege der Natur, den Erhalt von Wildbeständen und den Schutz der Lebensräume: "Das alles verlangt Fachwissen und Können, aber es verlangt noch etwas anderes: eine innere Haltung." Am Ende seiner Predigt richtete er den Blick außerdem auf die Jungjäger, die an diesem Abend einen neuen Lebensabschnitt beginnen würden. "Wir bitten Gott heute um seinen Segen für alle, die sich in der Jagd engagieren, und ganz besonders für unsere Jungjäger. Er schenke ihnen einen wachen Blick für die Natur, ein kluges Urteil in schwierigen Entscheidungen, eine sichere Hand und vor allem ein gutes Herz", schloss er seine Predigt. (aw/pm) +++