Herbstmesse eröffnet
In Alsfeld trifft Gesundheitscheck auf Roboterhund
Gesundheit ist einer der Schwerpunkte der Herbstausstellung.
Fotos: Gerd Ochs
31.10.2026 / ALSFELD -
Die Alsfelder Hessenhalle ist seit April in der Verantwortung der neuen Geschäftsführerin Nina Müller. Eines der Messe-Zugpferde, die Alsfelder Herbstausstellung, öffnete am Freitag für drei Tage ihre Tore. Müller hielt mit ihrem Team an Bewährtem wie dem freien Eintritt für die Besucher fest, setzte aber auch neue Akzente.
Landrat Dr. Jens Mischak und Bürgermeister Stephan Paule (beide CDU) gratulierten Nina Müller und würdigten die immer wieder attraktiv daherkommende Verbrauchermesse.
Es seien "besondere Zeiten", so Landrat Dr. Mischak mit Blick auf drei Messeschwerpunkte. Die Bundeswehr von den Reservisten über den Veteranenverband bis zur aktiven Truppe und die Nachwuchswerbung seien breit vertreten, außerdem liege besonders in Halle 2 das Augenmerk auf dem Thema Gesundheit, nicht zuletzt mit den beiden großen Krankenhäusern in Alsfeld und Lauterbach. Und als dritten Punkt benannte der Landrat das Thema Energie: gleich acht Stände habe er zum Thema Photovoltaik und Erneuerbare Energien gezählt.
Bürgermeister Paule hatte für die Herbstausstellung das Prädikat "Motor der Region". Es sei ein Schaufenster der Dienstleister und des Handels. "Was wäre die Rhein-Main-Region eigentlich ohne die Handwerker und Dienstleister aus unserer Gegend, die täglich dort einpendeln?" Bei der Herbstausstellung hätten sie die Gelegenheit, sich dem heimischen Publikum unter einem Dach zu präsentieren.
Die neue Geschäftsführerin Nina Müller war bester Dinge: "Wir haben die Gänge der Halle verbreitert, um an den publikumsintensiven Wochenend-Tagen die Ströme zu entzerren. Dass wir auch unser Logo überarbeitet haben, ist ein Zeichen für das besondere Engagement des Teams: wir sehen uns wirklich als "Halle mit Herz". Alle Stände der drei Hallen sind ausgebucht, wir haben auch wieder ganz viele regionale Anbieter am Start. Und auch einen Lounge-Bereich zum Verweilen in Halle 3 werden die Besucher sicher schätzen", war sie sicher.
Keinen Hehl machte Nina Müller aus einem guten Schuss Aufregung vor dem ersten eigenen großen Auftritt, der Eröffnungsrede. Auf einer Skala bis 10 sei es schon eine glatte Neun, gab sie zu Protokoll. So souverän, wie sie ihren Auftritt ablieferte (und es auch von Dr. Jens Mischak und Stephan Paule ohne Übertreibung attestiert bekam), überraschte dies doch ein wenig. Ein starker Einstand!
Das Messeangebot ist vielfältig wie eh und jeh. Das Kreiskrankenhaus Alsfeld ist derzeit nicht nur eine Riesen-Baustelle durch den entstehenden Neubau, sondern auch im Bestandsgebäude in vollem Betrieb und präsentiert sich ebenso wie das Eichhof-Krankenhaus. Dessen Geschäftsführer und Vorstand der Stiftung Thomas Faust verwies im Gespräch mit O|N darauf, dass man sich hier erstmals in voller Breite darstelle: Eichhof-Krankenhaus, Vogelsberger Lebensräume, MVZ Eichhof, Seniorenzentrum Schlitzerland, Betreutes Wohnen und Sozialstation. Besucher konnten unter anderem eine Rauschbrille testen, sich den Blutdruck messen lassen und vieles mehr. Im Handumdrehen wurden immer wieder die Möglichkeiten zu Beratung und Gespräch von Besuchern angenommen.
Im Außenbereich stellte die Bundeswehr gleich mehrere Eyecatcher: den hoch aufragenden Fernmeldemast kennt man ja bereits, aber einen tänzelnden "Robo-Dog" haben wohl die wenigsten Besucher im Echtbetrieb gesehen. Klaus Merklinger, Oberstleutnant der Reserve und Organisationsleiter der Kreisgruppe Oberhessen im Verband der Reservisten der deutschen Bundeswehr: "Wir zeigen hier von der Nachwuchsgewinnung bis zu den Reservisten Präsenz und würdigen auch die verdienten Veteranen, die in Deutschland oft unzureichend betreut werden. Die aktive Truppe beleuchtet den Umgang mit IT, das ist heute zeitgemäßer denn je, und es ist auch für potenziellen Nachwuchs sicher ansprechend."
Marc Nemeti, Reservist bei der RK Lautertal: "Das IT-Bataillon 281 möchte mit seiner Technik den Besuchern darstellen, dass nicht immer alles stimmt, was in den Medien behauptet wird." Oberstabsfeldwebel Charlie von den IT Services der Bundeswehr mit Dienstsitz in Rheinbach und Bonn ist "Hundeführer". Sein Hund ist ein besonderer, es ist ein Robo-Dog namens Spot, im Fachjargon "Boden-Drohne" genannt, Hersteller Boston Dynamics. "Er dient der Aufklärung und läuft autark und fernüberwacht bis zu einem Kilometer ins Gelände. Er kann sehr viel: Minensuche, 3-D-Landvermessung, er geht in Gebäude zur ABC-Aufspürung, je nach aufgepflanzter Ausrüstung – aber ausdrücklich gemäß Herstellervorgabe ohne Bewaffnung."
Reservist Charlie und auch Spot sind nicht mehr im aktiven Dienst: "Er ist 10 Jahre alt und dient nur noch zu Vorführungszwecken wie heute hier, daher trägt er auch nicht mehr die Tarnfleck-Farbgebung." Ein zeitloses Angebot der Bundeswehr rundet das Streitkräfte-Angebot ab: die legendäre Erbsensuppe – der wahre Grund für die Farbe der soldatischen Uniform, so Oberstleutnant Merklinger bei seiner Begrüßungsrede.
Weitere Infos: Am Samstag und Sonntag warten wieder viele Fachvorträge renommierter Experten stündlich auf ihr Publikum im Obergeschoss der Halle. Als besonderes Schmankerl gilt auch hier wie beim Eintritt und dem Parken: wie immer kostenlos. Die Öffnungszeiten der Herbstausstellung sind am Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr. (Gerd Ochs) +++