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"Kühlen Kopf bewahren"

Schlüchterns Bürgermeister über aktuellen Stand bei Tegut-Filiale

Die Tegut-Filiale wird schließen, dennoch geht es auf dem Gelände auch nach dem 19. Dezember weiter.
Foto: Stadt Schlüchtern

30.10.2026 / SCHLÜCHTERN - Wie es mit dem Tegut-Standort in Schlüchtern weitergeht, ist nach wie vor offen. Das Bieterverfahren läuft noch bis Mitte November, erst im Anschluss daran könne die Stadt aktiv werden. Bürgermeister Matthias Möller spart nicht mit Kritik, zeigt sich aber gleichzeitig optimistisch und bittet die Bürgerinnen und Bürger derweil, einen kühlen Kopf zu bewahren und die auch nach der Tegut-Schließung geöffneten Geschäfte auf dem Areal weiterhin zu unterstützen.



"Wir können nur einen Schritt nach dem anderen gehen. Aber ich bin davon überzeugt, dass wir eine gute Lösung finden werden", betont Rathauschef Matthias Möller. Der Standort sei viel zu attraktiv, als dass er langfristig nicht belegt werden könnte. "Diesen Eindruck bestätigen mir auch Marktexperten, mit denen ich in den vergangenen Tagen gesprochen habe", sagt Möller. Denn: Die Drogerie "Rossmann" und "Der Meisterbäcker" sorgten für Frequenz – und einen weiteren Lebensmitteleinzelhandel in der Innenstadt gibt es nicht.

Für eine Stadt, die im Landesentwicklungsplan als "Mittelzentrum Plus" eingestuft ist, sei es ein absolutes Unding, keinen Vollsortimenter mehr in der Innenstadt zu haben, unterstreicht Möller. Der Bürgermeister zeigt weiterhin keinerlei Verständnis für die intransparente Entscheidung des Bundeskartellamts: "Wir werden uns nicht nur mit Engagement und Leidenschaft reinhängen, um einen Nachfolger zu finden. Wir werden auch kleinlich prüfen, welche rechtlichen Möglichkeiten wir haben, um diese Entscheidung zu hinterfragen."

Möller betont dabei: "Wir lassen niemanden im Regen stehen. Das gilt für die Mitarbeitenden von Tegut, für Meisterbäcker-Geschäftsführerin Janet Dietrich und ihr gesamtes Team, für die Beschäftigten von Rossmann sowie für alle Kundinnen und Kunden."

Sobald das Bieterverfahren Mitte November abgeschlossen sein wird, wisse man, ob ein Käufer gefunden wurde. Sollte dies nicht der Fall sein, dann startet die Stadt in die nächste Runde. Gemeinsam mit dem Immobilienmanagement, den Mietern des Gebäudes, dem Magistrat, allen Fraktionen im Stadtparlament sowie dem Gewerbeverein WITO möchte die Verwaltung für die Belegung der Fläche kämpfen. Weiterhin gelte dabei, dass Informationen gebündelt über die Stadt verteilt werden und es keine Einzelgänge ohne Absprache gibt. Spätestens nach Abschluss des Bieterverfahrens werde sich die Stadt wieder an die Öffentlichkeit wenden. Anfragen und Anregungen werden ebenfalls im Rathaus gebündelt und sollen deshalb direkt an buergermeister@schluechtern.de gesendet werden.

Und auch wenn der Tegut-Markt am 19. Dezember definitiv schließen wird, wird es weiterhin Angebote auf dem Gelände geben: Die Drogerie sowie die Meisterbäcker-Filiale in dem Gebäude bleiben geöffnet. "Ich appelliere an alle Bürgerinnen und Bürger, diese Angebote zu nutzen und die Händler sowie die Mitarbeitenden auch nach dem 19. Dezember zu unterstützen", sagt Möller.

Der Bürgermeister zeigt sich abschließend zuversichtlich: "Ich gehe davon aus, dass die Tegut-Nachfolge bis zu diesem Zeitpunkt bereits geklärt sein wird. Bis dahin bitte ich alle, sich nicht von Panikmache anstecken zu lassen, sondern einen kühlen Kopf zu bewahren." (pm/jk) +++

Schlüchterns Bürgermeister Matthias Möller (parteilos).
Archivfoto: O|N/Andreas Bejm

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