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Beständigkeit im App-Zeitalter

Sparkasse feiert 100. Geburtstag am Weltspartag

Die Sparkasse in Schenklengsfeld feiert ihren 100. Geburtstag am Weltspartag
Fotos: Hans-Hubertus Braune

31.10.2026 / SCHENKLENGSFELD - Hat das Geldinstitut auf dem Dorf in Zeiten von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz überhaupt noch eine Daseinsberechtigung? Wer an diesem Freitagmorgen in der Sparkasse in Schenklengsfeld (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) vorbeigeschaut hat, wird sagen: Ganz klar, ja.



Und die Menschen halten das Münzgeld in Ehren, sparen es sogar. Die Schlange ist schon am Morgen erstaunlich lang. Kleine Kinder sind mit ihren Mamas und natürlich den schönen Spardosen gekommen, andere haben ihre Cents und Euros in kleinen Tüten mitgebracht.

Der Weltspartag zieht also, und noch ein Anlass sorgte am Morgen für mächtigen Betrieb: Die Filiale der Sparkassen Bad Hersfeld-Rotenburg feiert ihren 100. Geburtstag. Der Gesamtverbund ist sogar schon 200 Jahre alt. Der Vorstand um Ingo Lange und André Kipp, Bürgermeister Andre Wenzel (Die Bürgeliste), Mitarbeiter, Ehemalige und Ortsbeiräte, ist der Einladung gefolgt und gratulierte der wunderschönen Filiale im alten Fachwerkgebäude.

Der Wandel in der Bankenwelt: Vom Panzerglas zur App

Filialleiterin Katrin Knott ging in ihrer Rede auf die Beständigkeit und den gleichzeitigen Wandel in der Bankenwelt ein: "Gäbe es dauerhaft Beständigkeit ohne stetigen Wandel? Oder anders gesagt: Wäre unsere Sparkasse über 200 Jahre alt, wenn sie sich nicht den Anforderungen des jeweiligen Wandels oder der veränderten Kundenbedürfnisse gestellt hätte und wichtige, richtige, zukunftsweisende Veränderungen vorgenommen hätte?", sagte Knott und beschrieb den Wandel anhand von Beispielen: "Früher – alles Barzahlung. Kontoauszüge wurden hier in der GS abgeholt, das war auch immer die Hauptaufgabe der Auszubildenden früher. Man hat den ganzen Vormittag nur Kontoauszüge einsortiert. Lange Schlangen an der mit Panzerglas geschützten Kasse – ihr werdet euch teils erinnern. Später dann Einführung SparkassenCard und Geldautomaten, Kontoauszugsdrucker, Weiterentwicklung mit Online-Banking, Sparkassen-App, pushTAN-App, kontaktlos bezahlen mit Handy oder Smartwatch."

Knott hob zudem die langjährige Treue der Mitarbeiter hervor, allein das Team in Schenklengsfeld ist zusammengerechnet schon über 75 Jahre an Bord. Zum Abschluss ihrer Rede blickte sie positiv in die Zukunft: "Unsere Sparkassengeschäftsstelle in Schenklengsfeld ist und bleibt auch zukünftig ein verlässlicher Partner in allen Finanzangelegenheiten. Innerhalb unserer Geschäftsstellenstruktur sind und bleiben wir hier ein wichtiger Standort. Wir werden hier weiterhin mit Mitarbeitenden, persönlicher Beratung und einem Serviceangebot für unsere Kunden da sein."

Auch der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg, Ingo Lange, untermauerte die Bedeutung der Filialen vor Ort: "Schenklengsfeld ist eine wunderbare Symbiose dessen, was wir damit ausdrücken wollen. Weil auch hier sehen Sie Tradition und Moderne. Sie sehen ein traditionelles Gebäude erstmal physisch, ein Fachwerkgebäude, was nach unserem Dafürhalten in einer hervorragenden Art und Weise jetzt erhalten ist und wo eine Geschäftsstelle integriert ist, die absolut modern ist, die sehr, sehr nah an der Corporate Identity einer Sparkasse liegt, so wie wir uns das auch vorstellen – eine wunderbar modernisierte Geschäftsstelle."

Er führte weiter aus: "Wir können Technik pur, wir können virtuell, aber wir können noch viel, viel mehr Mensch. Und das ist das Besondere, weil – auch das haben wir vorhin schon angesprochen – Sie kommen als Kundinnen und Kunden, als Menschen der Region, Sie nutzen Technik, aber Sie kommen in ein Gebäude, das sich gut anfühlt, wo der erste Eindruck da ist, man fühlt sich wohl. Das ist so ein bisschen wie zu Hause, man fühlt sich wohl. Und dann trifft man auf Menschen, die auch schon eine lange Zeit hier Verantwortung tragen, ein tolles Team, das Ihnen auch noch mal das Gefühl gibt: Hier ist Vertrauen, hier werde ich gehört und hier werden meine Bedürfnisse hervorragend abgedeckt."

Abschließend richtete auch Lange seinen Blick nach vorne: "Seien Sie sich sicher, dass wir diesen Standort weiter hegen und pflegen werden und er auch noch ganz lang aufrechterhalten wird, weil er genau hier im ländlichen Raum das tut, was wir als genetischen Code verstehen und was in unserer Satzung auch drinsteht."

"Wir können wirklich sehr, sehr froh sein"

Worte, die auch Schenklengsfelds Bürgermeister Andre Wenzel gerne hören wird: "Seit nunmehr 100 Jahren gibt's diese Filiale, zwar nicht immer am selben Ort, aber hier in Schenklengsfeld. Und das spricht für Beständigkeit. Die Sparkasse ist ein verlässlicher Partner für die Bürgerinnen und Bürger, für die Unternehmen, aber auch für die Vereine – und für mich ganz persönlich, meine Definition: ein verlässlicher Partner hier eben für die örtliche Struktur. Und gerade in der jetzigen Zeit, wo Digitalisierung, wo aber auch das Thema Bankensterben immer weiter vorangetrieben wird, können wir in Schenklengsfeld wirklich sehr, sehr froh sein, dass wir so eine gut ausgestattete Filiale haben. Und ich meine jetzt nicht nur die Technik, sondern ich meine bewusst auch alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Digitalisierung können wir nicht aufheben. Das ist Fakt. Aber ich glaube, hier gerade insbesondere am Ort, in ländlichen Regionen, schätzen die Menschen gerade bei finanziellen Dingen immer noch den persönlichen Kontakt. Jetzt haben wir ja eben gerade gehört – ich nagel euch da jetzt mal fest –, dass die Sparkasse auf jeden Fall mehrere Jahrzehnte noch hierbleibt, also mindestens noch mal 100 Jahre. Freut mich ganz besonders."

Ein paar Häppchen, ein festliches Getränk und dann ging es wieder an die Arbeit: Schließlich ist Weltspartag und die Kunden stehen schon in der Schlange. Manches bleibt eben, wie es war. Und das ist doch auch beruhigend in Zeiten von KI. (Hans-Hubertus Braune) +++

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