Integration in der Region
Das ABC-Café hilft beim Ankommen in Bad Hersfeld
Foto: Stadt Bad Hersfeld
30.10.2026 / BAD HERSFELD -
Saja Bajbouj hat ein Ziel: Sie will Erzieherin werden. Die 29-Jährige kam vor acht Jahren aus Syrien nach Bad Hersfeld. Deutsch lernte sie zunächst mit Youtube-Videos, später im ABC-Café im Treffpunkt Vielfalt. Dort geht es nicht nur um die Sprache, sondern auch um Kontakte und Hilfe im Alltag.
"Sprache ist der Schlüssel", sagt Saja Bajbouj. Als die heute 29-Jährige aus Syrien nach Bad Hersfeld kam, versuchte sie zunächst, mithilfe von Youtube-Videos Deutsch zu lernen. Dann erfuhr sie vom ABC-Café in ihrem Stadtteil Hohe Luft. Inzwischen steht ihr nächster Schritt bevor: Im kommenden Jahr will sie eine Ausbildung zur Erzieherin beginnen.
Susanna Kruppa, die Kursleiterin der Volkshochschule Hersfeld-Rotenburg, ist für das ABC-Café aktiv und hat zuvor viele Jahre als Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache gearbeitet. "Als ich Saja kennengelernt habe, habe ich sofort ihren Wissensdurst und ihre Motivation gespürt", sagt sie.
Mehr als ein Sprachkurs
Das ABC-Café bietet zugleich Gelegenheit, Menschen kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen. Wer neu in Bad Hersfeld ist, bekommt dort Hilfe bei Fragen zum Leben in Deutschland und kann sich selbst einbringen.
Für Dirk Noll, Erster Kreisbeigeordneter und Sozialdezernent, zeigt Bajboujs Geschichte, welche Bedeutung leicht zugängliche Angebote wie das ABC-Café und die Volkshochschule für die Integration haben. Er hebt dabei die Zusammenarbeit zwischen der Kreisstadt und dem Landkreis hervor.
Das Land Hessen hat das Projekt im Rahmen der Gemeinwesenarbeit für ein weiteres Jahr gefördert. Bürgermeisterin Anke Hofmann begrüßt die Fortsetzung. Sie hofft, dass die Förderung und damit die Integrationsarbeit im Stadtteil Hohe Luft auch darüber hinaus bestehen bleiben.
Erste Erfahrungen in der Kita
Bajbouj bereitet sich unterdessen auf ihre Ausbildung vor. In der Kindertagesstätte Rasselbande absolviert sie derzeit ein Praktikum, um erste Erfahrungen für ihren künftigen Beruf zu sammeln. Auch dort lernt sie weiter Deutsch, im Gespräch mit den Kolleginnen und den Kindern.
"Ich habe ein Ziel und während des Praktikums und in den Gesprächen mit den Kolleginnen und den Kindern lerne ich viel dazu, das ist sehr wichtig für mich", sagt die 29-Jährige. (pm/ksk) +++