Von der Rhön nach Seoul
Fuldaer Jugend startet Vorbereitung auf den Weltjugendtag in Korea
Foto: Bistum Fulda
04.11.2026 / FULDA -
Nur noch ein dreiviertel Jahr, dann brechen 154 junge Menschen aus dem Bistum Fulda zum Weltjugendtag (WJT) nach Seoul auf. Die inhaltliche Vorbereitung darauf startete jetzt mit einer besonderen Exkursion: 16 zukünftige Pilgerinnen und Pilger trafen sich an Point Alpha, um einer schmerzhaften Gemeinsamkeit zwischen Deutschland und dem Gastland Südkorea nachzugehen: der Geschichte der Teilung.
Nach einem gemeinsamen Gottesdienst gab es eine Führung durch das ehemalige US-Camp an der früheren innerdeutschen Grenze. Dabei wurden immer wieder Parallelen zur bis heute andauernden Teilung Koreas gezogen. Marius Hübner, Organisator der WJT-Reise, berichtete von seinen eigenen Eindrücken aus Seoul: Dort sehne sich vor allem die ältere Generation noch stark nach einer Wiedervereinigung, während viele Jüngere den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen skeptisch gegenüberstünden – eine Debatte, die auch in Deutschland nach dem Mauerfall geführt wurde.
Märtyrer von Tokwon im Mittelpunkt
Ein weiterer Programmpunkt widmete sich der Situation von Christen in kommunistischen Diktaturen. Dr. Paulina Hauser berichtete vom Schicksal der Märtyrer von Tokwon – 38 Männer und Frauen, die zwischen 1949 und 1952 in Nordkorea für ihren Glauben starben. Einer von ihnen ist der unweit von Point Alpha geborene Abtbischof Bonifatius Sauer. Sein Lebenszeugnis machte die Bedrohung von Christen in Diktaturen für die Gruppe auf persönliche Weise greifbar.Der Tag war der Auftakt einer ganzen Reihe von Veranstaltungen, die die Gruppe bis zur Abreise im Juli 2027 auf die Reise nach Südkorea vorbereiten werden. Geplant sind weitere Treffen, die politische, kulturelle, spirituelle und ökologische Aspekte des Gastlandes und des Weltjugendtags beleuchten.