Professur für Palliative Care
Hochschule Fulda bringt Palliativmedizin in die Lehre
Foto: Hochschule Fulda
28.10.2026 / FULDA -
Die Hochschule Fulda will die Ausbildung in der Palliativversorgung stärken. Zum Wintersemester 2026/27 übernimmt Dr. Sebastian Schiel die neue Stiftungsprofessur "Palliative Care" am Fachbereich Gesundheitswissenschaften. Er ist Direktor des Zentrums für Palliativmedizin am Klinikum Fulda.
Es ist die erste Professur in Hessen mit einer ausdrücklichen Ausrichtung auf Palliative Care oder Palliativmedizin, wie es in der Mitteilung der Hochschule heißt. Finanziert wird sie von der Deutschen PalliativStiftung und der Lichtermeer Stiftung, der Vogelsberger Hospiz- und Palliativstiftung. Die halbe Stelle ist auf fünf Jahre befristet. Beide Stiftungen stellen dafür zusammen jährlich 65.000 Euro bereit, vor allem für Personalkosten. Weitere Kosten übernimmt die Hochschule.
Mehr als medizinisches Fachwissen
Mit der Professur reagieren die Hochschule und ihre Partner auf den wachsenden Bedarf an Palliativversorgung in einer alternden Gesellschaft. Schiel soll neue Versorgungskonzepte entwickeln und erforschen sowie Studierende auf die Begleitung schwerstkranker Menschen vorbereiten. Neben medizinischem Wissen geht es um ethische Fragen, die Kommunikation mit Patienten und die Zusammenarbeit verschiedener Gesundheitsberufe.
"Wer Schwerstkranke und Menschen am Lebensende begleitet, braucht mehr als Fachwissen. Dazu braucht es Haltung, Zeit und ein Team, das zusammenarbeitet. Das möchte ich Studierenden vermitteln, im Hörsaal ebenso wie in der Klinik", wird Schiel in der Mitteilung zitiert.
Studierende sollen im Klinikalltag lernen
Die Professur umfasst Lehre am Fachbereich Gesundheitswissenschaften und am Campus Fulda der Universität Marburg. Geplant ist eine enge Zusammenarbeit mit der Universitätsmedizin Marburg und dem Klinikum Fulda. Gemeinsame Forschungsprojekte, Simulationstrainings und projektbezogene Arbeiten sollen Theorie und Praxis verbinden, erläutert Hochschulkanzlerin Dr. Anke Günther.
Studierende sollen dadurch Einblicke in die Palliativversorgung erhalten und Forschungsergebnisse in klinischen Situationen anwenden können. "Nur durch eine interdisziplinäre Ausbildung können wir der Komplexität palliativer Versorgung gerecht werden", so der Dekan des Fachbereichs Gesundheitswissenschaften, Prof. Dr. Benjamin Ewert.
Auch Vogelsberg und Rhön sollen profitieren
Für die beteiligten Stiftungen steht die Zusammenarbeit der Berufsgruppen ebenfalls im Mittelpunkt. Dr. Thomas Sitte, Vorstandsvorsitzender der Deutschen PalliativStiftung: "Wer schwer krank ist, braucht auch seelischen und sozialen Beistand."Die Lichtermeer Stiftung verbindet mit der Professur auch Erwartungen für den ländlichen Raum. Ihre Vorsitzende Tanja Bohn sagt: "Mit dieser Professur möchten wir die Ausbildung stärken und den Wissenstransfer fördern – gerade auch in ländlichen Regionen wie dem Vogelsberg oder der Rhön."
Zudem betont sie: "Palliativversorgung lebt vom Engagement vieler Berufsgruppen und Menschen. Durch interdisziplinäre Lehrformate sollen die Studierenden auf die unerlässliche Praxis vorbereitet werden, in heterogenen Fachteams zu arbeiten." (pm/ksk) +++